Wunsch erfüllt: Wieder glücklich sein vor dem 40. Geburtstag!

Wenn du dir jetzt EINE Sache wünschen könntest, was wäre das? Was wäre genau dieser Wunsch, den du jetzt so dringend gerne erfüllt hättest?
Ich möchte dir eine kleine Geschichte erzählen von meinem sehnsüchtigsten Wunsch von vor einigen Jahren:

Als ich vor ziemlich genau 4 Jahren hierher nach Nürnberg gezogen bin - zurück in meine Heimatstadt - stand ich gefühlt vor dem Nichts. Meine langjährige, ehemals glückliche Ehe war gescheitert, ich war somit alleinerziehende Mama eines damals 7-Jährigen, meine Mama war ein Pflegefall mit sehr schlechter Prognose. Neue Arbeitsstelle, weg von allem und allen Bekannten in meinem Umfeld, zurücklassen müssen von Freunden, Träumen, Plänen. 

Und ich? Was war mit mir? Ich war mehr als nur unglücklich. Und das schon seit einiger Zeit, wahrscheinlich schon seit einigen Jahren. So richtig eingestehen wollte ich mir das anfangs nie, habe immer versucht, etwas zu verändern: die Beziehung, das Drumherum und mich. Aber geklappt hat es nie.

Bis ein Schicksalsschlag meine Mama zum Pflegefall werden ließ, so dass ich Hals über Kopf das alte Leben hinter mir lassen musste bzw. mich bewusst dazu entschied. Weil: glücklich war ich schon lange nicht mehr, den Absprung aus dem alten Leben konnte ich aber irgendwie auch nicht schaffen.

Kennst du das auch? Dir geht es nicht gut und eigentlich weißt du genau, welcher Schritt nötig wäre. Tja, das Wissen um den Schritt lässt ihn dich noch lange nicht gehen. Hier sind wir Menschen wohl sehr leidensfähig und auf perverse Art sehr geduldig. Obwohl Geduld noch nie meine Stärke war. Aber hier stand so viel auf dem Spiel. In dieser ruhelosen Zeit DAVOR hatte ich den Entschluss gefasst, noch VOR meinem 40. Geburtstag wieder glücklich zu sein. Weil ich das für mein gutes Recht hielt und auch heute noch halte. Obwohl ich nicht genau wusste, wie das gehen sollte. Die Situation schien so verfahren und aussichtslos.

Das Einzige, was klar war: ich wollte vor meinem 40. Geburtstag wieder frei und leicht und glücklich sein

Als der Entschluss dann gefasst war, alles hinter mir zu lassen und in Nürnberg neu anzufangen, mich um meine Mama zu kümmern und neu anzufangen, war es plötzlich leicht. Alles fügte sich wie durch Zauberhand. Es ging schnell und problemlos. Alles, fast unheimlich, oder? Nein. Im Nachhinein weiß ich, dass schon die Entscheidung, wenn einmal getroffen, Berge versetzen kann. Und dass eben diese kleinen, vorher wirr herumfliegenden Puzzleteile plötzlich alle zu einem stimmigen Bild werden. Weil man den Blick auf das Ganze erhascht.

Der Neuanfang ist mir definitiv gelungen. Weißt du wie? Indem ich losgegangen bin und mein Leben selbst in die Hand genommen habe. Raus aus der Opferrolle, raus aus der Komfortzone. Bewusste Entscheidungen getroffen, die mein bisheriges Leben völlig auf den Kopf gestellt haben. Ich hatte quasi meine Basis verloren, konnte mich dadurch auch völlig neu definieren. Wer bin ICH eigentlich, wenn ich alleine bin? Was will ICH wirklich, wenn ich alleine entscheiden kann? Was will ICH nicht mehr? Es wäre ein Leichtes gewesen, alles hinzuschmeißen, mich meinem Schicksal zu fügen, zu leiden und unglücklicher zu werden. Aber für meinen Sohn und meine Mama konnte und wollte ich das einfach nicht. Das Ganze sollte doch einen Sinn haben.

ICH habe dann so vieles entschieden. Vor allem, dass ich alles hinter mir lassen kann - und als Rucksack voller Erfahrungen und Momente sehen kann, mit dem ich ab sofort MEINEN Weg gehe. Also habe ich mir durch das Studieren und Lesen von verschiedensten Methoden und Büchern Tools und das richtige positive Mindset angeeignet, was mir geholfen hat, mich selbst als die Schöpferin meines Lebens zu sehen. Ich wusste plötzlich, dass ich alles schaffen kann.

Ich habe daraufhin mein Leben im Innen und im Außen sowas von gründlich ausgemistet, habe mir Pläne und Listen geschrieben, wie ich vorgehen möchte. Alles stand auf dem Prüfstand. Jeder Gegenstand hier daheim, jede Beziehung zu Freunden und Bekannten, jeder negative Glaubenssatz, jede Angst. So habe ich mein Leben wirklich ausgemistet und was übrig blieb, war das, was ich wollte. Die Essenz von Allem.

Ich wollte endlich frei und selbstbestimmt leben (das habe ich vorher schon auch, aber nun war es tatsächlich meine bewusste Entscheidung. Für jedes einzelne Detail!). Ich habe Menschen verziehen, habe Ängste und hinderliche Glaubenssätze über Bord geworfen und mich voll in mein neues Leben gestürzt. Ich habe mich ausprobiert, natürlich auch Fehler gemacht, mich auf Abenteuer eingelassen. Und das war gut! Mit die beste Zeit meines Lebens. Abgesehen von ...

HEUTE

Heute? Bin ich so glücklich wie nie zuvor! Verliebt in einer wundervollen Beziehung, Mama des tollsten glücklichen Jungen, der hier - trotz meiner müttlerlichen Bedenken - im Leben angekommen ist und das beste aus der Situation macht. Ich habe einen sehr erfüllenden Hauptjob als Bibliothekarin mit den liebsten Kolleginnen und Kollegen, ich darf mein wunderbares Sidebusiness (DieAufräumerei) mit so viel Liebe und Kreativität führen, das mich jeden Tag über mich hinauswachsen lässt. Es ist, als ob mein Kopf eine ständig produzierende Ideenmaschinerie ist, die niemals stillsteht. Ich habe so wundervolle Kundinnen, mit denen mich sehr viel verbindet, daraus sind schon ganz tolle Freundschaften entstanden. Außerdem habe die bezauberndsten Freundinnen und Nachbarinnen der Welt und bin einfach angekommen in meinem Leben. Und in mir als Frau. Weil ich weiß, was ich kann, was ich geleistet habe, dass ich aus jeder mir gebotenen Situation das Allerbeste machen kann. Weil ich das so entscheide.

Das war vor über 4 Jahren tatsächlich NICHT absehbar, glaub mir das. Mein Motto war damals schon:

Everything happens for a reason

Es musste also alles genau so passieren, weil es mir sonst niemals so gut gehen würde wie genau heute. Verstehst du? Alle Situationen und Umstände sind Geschenke, die für irgendetwas gut sind. Deshalb bin ich dankbar für alles - ich frage mich heute immer, wofür das jetzt wohl gerade gut ist. Im Nachhinein erschließt sich es eigentlich immer, oder?

Die Trennung vom alten Partner, damit man irgendwann einfach bei dem EINEN ankommen kann, die Kündigung im ungeliebten Job, damit man den Sprung in die Selbständigkeit wagen kann usw. Du kennst sicher auch das ein oder andere Beispiel hierfür, stimmt's?

Und das Gute daran: Wenn ich das alles konnte, kannst du das auch! Weil dich die Situation stärker macht, als du anfangs denkst. Weil man mit den Herausforderungen wächst, sie einen über sich hinaus wachsen lassen. Wenn ich dein Coach sein darf, bekommst du mein Wissen und meine Erfahrung und meine daraus gewonnene Energie gleich mit!

Was wünschst du dir also? Auch wieder glücklich zu sein? Endlich wieder leicht fühlen, unbeschwert? Genau das Leben, das du dir wünschst, zu leben? Weg von Altem, weg von Ballast - sei es innerlich oder äußerlich. Endlich deinen Traum zu leben? Dein Herzensprojekt zu verwirklichen, Schritt für Schritt an deine Ziele zu gelangen? Was ist es genau?

Vielleicht kann ich dir ja helfen - zusammen geht es meist viel leichter. Ich war da, wo du vielleicht gerade stehst. Ich hätte mir damals Hilfe gewünscht. Jemanden, der mir zeigt, wie es leichter geht. Das hätte mir die schwersten Schritte und Fehler erspart. Ich hätte gleich das richtige Mindset gehabt, hätte mich nicht zu lange gequält.

Meine wichtigsten Tools und Aufgaben - genau das, was mich damals aus der Situation geholt hat, habe ich in meinem 4-wöchigen Online-Coaching-Programm "Innere Leichtigkeit" zusammengefasst. Glaub mir: das Programm ist krisenerprobt ;) Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es dir dabei hilft, dich wieder glücklich zu machen, die Vergangenheit abzuschließen und gut gerüstet und mit leichtem Gepäck im Heute zu leben, voller Vorfreude auf deine Ziele, die du ab sofort selbst anpackst und auch erreichst. Wie klingt das für dich?

Aufgeräumte und sehr glückliche Grüße,
Deine Petra


Heute im Interview: Julia Bäumler, die für ihren Herzensjob lebt

https://youtu.be/0yb18VOFzHA

Ich freue mich sehr, dass ich Euch heute meine Namesvetterin Julia Bäumler vorstellen darf. Julia und ich haben uns bei einem Coaching kennengelernt, in dem wir uns einen "Buddy" suchen sollten. Irgendwie haben wir uns sofort gefunden, was natürlich erst einmal an unserem gemeinsamen Nachnamen liegt (wir sind nicht verwandt), dazu kam aber auch eine unglaubliche Sympathie von Anfang an. Eine Herzens- und Seelenverbindung, wenn ich das so schreiben darf. Seit dieser Zeit telefonieren wir ca. 1 mal pro Woche und motivieren und inspirieren uns gegenseitig, es ist jedes Mal sehr bereichernd und schön. Ich nehme Jule meist mit zum Spazieren in der Mittagspause, dann laufe ich ca. 1 Stunde durch meine geliebte Heimatstadt Nürnberg, meist an der Pegnitz entlang und durch die Altstadt. Ganz erfüllt gehe ich aus diesen Telefonaten heraus! Wir tun uns einfach gut! Und deshalb dachte ich nun, dass Ihr Julia auch kennenlernen solltet. Ihre erfrischende und positiv ansteckende Art ist greifbar, und genau deshalb mag ich meine Videointerviews nun auch so sehr - weil Ihr das Leuchten der Menschen, die ihren Traum leben, nun selbst seht.

Lasst uns also beginnen:

Wer bist du?

Ich bin Julia Bäumler, Personal und Business Coach aus Stuttgart. Mein Herz schlägt für Menschen, Kommunikation und Weiterentwicklung. Ich arbeite viel mit Selbstständigen, Unternehmern und auch Angestellten, die ich bei Fragen zu Karriere, Umgang mit Stress und Problemen, aber auch bei der Suche nach Zielen und Visionen begleite. Und ich unterstütze junge Führungskräfte auf dem Weg „vom Kollegen zum Chef“. Seit 2016 bündele ich meine Kompetenzen und Visionen mit denen meiner Geschäftspartnerin Silke Vetter. Bei MIND & MOTION finden Privatpersonen, Unternehmer und Teams Unterstützung im Bereich der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung durch Einzelcoachings, Trainings oder Teamentwicklungen.

Stelle bitte kurz dein Herzensprojekt vor und wie es dazu kam!

Mein Herzensprojekt ist weniger ein Projekt als vielmehr mein „Herzensjob“ als Coach. Ich war früher als Freelancer im Bereich Office- und Projektmanagement unterwegs und habe unterschiedliche Unternehmen unterstützt. Das lief auch richtig gut, ich war ausgebucht aber ungefähr 2012 hat sich in mir eine Unzufriedenheit geregt. Ich hatte das Gefühl nicht alle meine Talente und Leidenschaften wirklich in diesen Tätigkeiten einbringen zu können. Da ich ein Mensch bin, der die Verwirklichung im Beruf braucht, hat mich das sehr beschäftigt. Eine Freundin hat mir dann ein Karrierecoaching empfohlen und das war eine der besten Investitionen meines Lebens. Denn neben vielen Ergebnissen aus dem Kommunikationsbereich stand da noch „Trainer/Coach“. Das hat mich sofort so angesprochen, dass ich wusste „In diese Richtung muss es gehen!“

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um es zu verwirklichen? Was war der ausschlaggebende Faktor?

Das war ungefähr ein Jahr nach meinem Karrierecoaching. Nachdem ich mich mit unterschiedlichen Richtungen von Coaching und Training, auch im Bereich Sport und Ernährung befasst hatte wurde mir klar, dass ich Menschen wirklich „an der Basis“ unterstützen möchte. Ich wollte (und will) Menschen dabei helfen herauszufinden, was sie wirklich davon abhält ihre Ziele zu erreichen und diese Probleme, Gedanken und Verhaltensmuster dann zu verändern. Für weniger Stress und Unzufriedenheit und mehr Klarheit und Gelassenheit. Als mir das klar wurde war es nur noch „Formsache“, dass ich mich für das berufsbegleitende Studium zum Personal und Business Coach angemeldet habe.

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Auf meinem Weg zum Coach gab es nicht wirklich Hindernisse. Natürlich hatte ich mit MIND & MOTION anfangs – wie fast alle Gründer - die Herausforderung unser Unternehmen aufzubauen, sichtbar zu werden und Kunden zu gewinnen. Als Hindernis würde ich das aber nicht bezeichnen.

Eine Herausforderung – oder besser Mission - die mich nach wie vor begleitet ist es, den Menschen noch klarer zu machen, was Coaching eigentlich ist und wie gut diese Unterstützung von außen tut. Hier habe ich oft das Gefühl, dass in Deutschland noch nicht so flächendeckend bekannt ist was die Arbeit mit einem Coach bewirken kann und man sie für die eigene Entwicklung nutzen kann. Länder wie z.B. die USA oder England sind hier weiter, dort gehört Coaching sowohl bei Unternehmern und Führungskräften, als auch bei Privatpersonen, fast schon zum Alltag. Das wünsche ich mir für Deutschland auch.

Was denkst du, was dich von anderen Coaches unterscheidet?

Mein unerschütterlicher Optimismus, mein Glaube an das Gute und meine positive Energie. Davon bekommen meine Kunden eine gehörige Portion ab, wenn ich sie begleite. ;)

Welche Pläne für die Zukunft hast du noch?

Wir sind bei MIND & MOTION gerade dabei, unsere Trainings und Coachings auch auf Online-Formate umzustellen, um noch besser für unsere Kunden da sein zu können – egal wo sie sich befinden. Und mein ganz persönlicher Plan ist es mit jedem Austausch und jedem Coaching einen Menschen zu inspirieren und seine Welt (und damit irgendwann die ganze Welt) ein großes Stück zufriedener und glücklicher zu machen. Vielleicht schreibe ich irgendwann auch ein Buch… ;)

Ihr findet MIND & MOTION und mich natürlich auch auf Facebook und Instagram.


Liebe Julia! Vielen Dank für dieses tolle, inspirierende Interview! Ich wünsche Dir mit MIND & MOTION weiterhin viel Erfolg und Spaß, danke, dass du die Menschen ein Stück ihres Weges begleitest und die Welt dadurch auf jeden Fall zu einem besseren Ort machst!


Ich glaube, dass Ihr nun selbst seht, warum ich Julia so mag und sie Euch unbedingt vorstellen wollte! Wie ist es bei Euch? Wofür wollt Ihr losgehen? Womit könnt Ihr die Welt zu einem besseren Ort machen?

Aufgeräumte Grüße,
Eure Petra


Was, wenn "keine Zeit" gerade keine Ausrede ist?

Im hektischen Alltag sind wir oft so beschäftigt, dass wir zu dem, wozu wir wirklich Lust hätten, oft gar keine Zeit mehr haben. Kennst du das auch? Die wohl beste "Ausrede" für alles mögliche lautete bis vor kurzem überall "Ich habe keine Zeit". Und sie war auch noch sehr gut zu begründen mit all den Verpflichtungen und Terminen, die es ja auch gab. Also ziemlich praktisch auch, um sich selbst damit abzuspeisen. "Ich würde ja, wenn ich nur könnte. Aber ich weiß einfach nicht, wo mir der Kopf steht".

Das Problem dahinter: reine Selbstsabotage. Keine Zeit zu haben ist wohl ein Phänomen unserer heutigen Gesellschaft. Denn mal ganz pragmatisch gesehen hat jeder Mensch pro Tag

  • 24 Stunden oder
  • 1440 Minuten oder
  • 86400 Sekunden

Ist also eigentlich genug Zeit für jeden, oder? Laut Statista liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines deutschen Mannes derzeit bei 79,1 Jahren, deutsche Frauen werden laut dieser Statistik 84,1 Jahre. Tendenz zum Glück steigend. Dass eine immer gesündere Lebenshaltung und bessere medizinische Versorgung hier ihr übriges tun, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Ich bin jetzt gerade, während ich das hier schreibe, ziemlich genau 42,3 Jahre alt. Quasi Halbzeit, oder Bergfest. Ziemlich krass, oder? Manchmal brauche ich so plastische Vergleiche. Wenn man nun also diese verbleibenden 41,8 Jahre (wenn es denn überhaupt so viele sein werden, man weiß ja nie. Andererseits bin ich gesund und fit und munter, mein Plan ist es also, locker 102 Jahre alt zu werden). Wenn ich aber dennoch - zum anschaulichen Darstellen - diese "übrigen" Jahre hernehme und auf Tage runterbrechen möchte, komme ich auf diese Übersicht:41,8 Jahre x 365 Tage = 15257 Tage

15257 Tage?

Klingt das nicht verdammt wenig? Ich finde schon. Ich finde, dass mir diese Darstellung wieder einmal aufzeigt, wie kostbar eigentlich alle Tage sind. Jeder EINZELNE! Verdammt kostbar. Und würdig, ihn zu feiern, zu leben, zu genießen, nicht zu vergeuden mit unnötigen Dingen, mit nicht-netten Menschen, mit blöden Verpflichtungen, mit einer unliebsamen Arbeit, die ich des Geldes wegen verrichte, mit einer unglücklichen Partnerschaft, die ich aus Gewohnheit weiter führe, weil sie mich "nicht unglücklich" macht (aber auch nicht glücklich!).

Zeit ist kostbar - da schreibe ich jetzt nicht DIE Erkenntnis des Jahrhunderts, das weiß ich auch. Dennoch braucht es schon manchmal eine kleine Erinnerung, oder? Gerade jetzt zu Corona-Zeiten, in denen alles plötzlich bewusster erlebt wird, in der jeder zum anderen Abstand halten soll, um niemanden anzustecken. In dieser Zeit wird natürlich auch extrem viel von Todesfällen gesprochen, von Menschen, die vielleicht vorher schon ein angeschlagenes Immunsystem hatten und deshalb zur gefährdeten Zielgruppe gehören. Diese Menschen also, die vielleicht auch mit 79,1 bzw. 84,1 Jahren gerechnet haben, hatten nicht mehr die Chance, ihr Leben vermehrt zu genießen bzw. für die Zukunft zu planen. Weil man im "normalen" Alltag auch nicht an den Tod denkt - was auch gut ist. Dennoch ist es meiner Meinung nach der beste Zeitpunkt, um jetzt über das Leben vor dem Tod nachzudenken.

Gibt es ein Leben vor dem Tod?

Dieses Leben vor dem Tod also: was ist der Sinn darin? Weshalb leben wir? Diese philosophische Frage werde ich heute nicht beantworten können, möchte aber die Frage an dich stellen. Weshalb lebst du? Was ist deine Aufgabe hier? Warum bist du hier? Was ist dein Ziel, was möchtest du erreichen? Was möchtest du, dass sie auf deiner Beerdigung später über dich erzählen?

Ich habe in einem Coaching einmal eine sehr einschneidende Übung gemacht. Hier sollte man sich überlegen, was die Menschen zum jetzigen Zeitpunkt über einen erzählen würden, welche Menschen überhaupt da wären und was diese bei einer Grabrede oder bei der Trauerfeier sagen würden. Das war schon ziemlich heftig, ist es doch ein Rückblick auf mein bisheriges Leben bis zum heutigen Tag gewesen. Welche Menschen habe ich in meinem Leben, wie verstehen wir uns, wer liegt mir am Herzen, was mache ich beruflich/privat/sozial engagiert, wovon sie berichten würden.
Gefällt mir das? Möchte ich, dass genau das reflektiert wird? Da waren viele Neins...

Der zweite Teil der Übung war dann, dass man sich überlegen sollte, was man MÖCHTE, dass die Menschen dann über einen erzählen. Also was man noch alles vorhat, wenn man erkannt hat, dass man ja jetzt noch alles genau so verändern kann, wie später rückblickend darauf geschaut wird, verstehst du?

Wir alle haben zwei Leben. Das Zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur Eins haben.
Tom Hiddleston

Also: was möchtest du jetzt noch alles machen, um dein zweites Leben zum Besten deines Lebens zu machen? Gerade in der jetzigen Zeit, in der alles zur Ruhe kommt. In der wir zum Innehalten gezwungen sind, in der wir quasi frei von jeglichen Verpflichtungen außer arbeiten und einkaufen sind. In der alle Termine abgesagt sind, wir also Zeit daheim haben. Zeit zum Nichtstun ohne schlechtes Gewissen, zum Gedanken machen, wie wir "danach" weiterleben wollen, Zeit zum in uns gehen (ohne uns zu verlaufen). Zeit, die wir nutzen sollten. Es ist, als ob die Welt still steht. Was kann dir diese Zeit bringen?

Bist du vielleicht unglücklich in einem oder gar mehreren Bereichen? Bist du unzufrieden mit deiner Arbeit, vielleicht gerade sogar existentiell bedroht durch die aktuelle Lage? Was könntest du daraus Gutes ziehen? Ich weiß, viele werden jetzt aufschreien! Was soll daran Gutes sein? Und ja, du hast auch recht. Ich sage bewusst auch! Weil es mehrere Seiten der Medaille gibt - genau zwei nämlich. Was, wenn diese eine Seite, die du kennst, nun nicht mehr nur die einzige ist. Sondern wenn du daraus nun deine Chance nutzt, jetzt neu zu starten. Alles zu überdenken, was so gerade nicht mehr funktioniert. Oft habe ich in letzter Zeit schon gehört, dass Menschen mit ihrer Arbeit eigentlich gar nicht mehr so richtig zufrieden waren und plötzlich den Mut hatten, etwas zu verändern. Etwas Neues auszuprobieren, wozu sie vorher keine Zeit hatten (da war es wieder), nicht den Mut hatten oder dass die Zeit oder sie selbst einfach nicht reif genug waren.

Was könnte es bei dir sein? Gerade jetzt, wo Homeoffice an der Tagesordnung steht, sogar in Betrieben, in denen das vorher nicht möglich war. Hausaufgaben und Schulstoffvermittlung wird plötzlich digital vermittelt - die Digitaloffensive hätte hierfür sicher noch einige Jahre im "normalen" Zustand gebraucht. Online-Kurse werden überall im Internet angeboten. Und zwar zu Themen, die sonst ausschließlich offline angeboten werden. Ist es nicht eine tolle Chance, jetzt auch für dich das Beste draus zu machen? Für deine "verbleibenden" Jahre und Tage. Zeit hast du ja jetzt...

Oder ist deine Beziehung schon länger nicht mehr so, wie du dir eine glückliche Beziehung vorstellst? Und jetzt sitzt ihr andauernd aufeinander, es wird noch klarer für dich, dass du mit diesem Partner definitiv nicht deine restlichen Tage verbringen möchtest. Was hält dich? Hast du wirklich alles versucht? Versteh mich nicht falsch: keiner soll hier eine Trennung überstürzen. Gib alles, versuch alles, hast du alles getestet, dich voll und ganz auf die Rettung deiner Beziehung eingelassen? Dann, wirklich erst dann kannst du darüber nachdenken! Wirf dir nix vor. Ein Lebensmotto von mir ist: ich möchte später nichts bereuen. Vor allem bereut man Dinge, die man NICHT getan hat. Also versuche alles. Und wenn alles nichts hilft: dann geh deinen Weg. "Wie viele Tage hast du noch"? Wie möchtest du die verbringen?

Sei mutig, die Mutigen werden am Ende immer belohnt. Riskiere etwas, höre auf dein Bauchgefühl. Bauchgefühl ist in Wahrheit Intuition. Intuition speist sich aus allem Wissen, aus Erfahrungen, ist also keine schnell-aus-der-Hüfte-geschossene-Antwort, oder?

In welchem Bereich ist jetzt also Zeit für Veränderung? Jetzt zählt die Ausrede "keine Zeit" nicht mehr. Mach dir endlich Gedanken. Lenk dich nicht ab. Setz dich hin und überlege, wie du deine Jahre verbringen möchtest.

Übrigens hat mich diese Übung mit der Grabrede sehr verändert. Der letzte Teil der Aufgabe war dann, sich diese Gradrede laut vorzulesen. Es war eine Taschentuchorgie, das kann ich verraten. Aber ich weiß jetzt, wie ich leben möchte. Was ich alles noch machen will. Dass es mir egal ist, was fremde Menschen über mich denken oder reden. Meine Lieblingsmenschen sind mir natürlich nicht egal, ganz im Gegenteil. Ihre Meinung möchte ich wissen und überdenke sie gründlich, ob sie passt. Letztlich verlasse ich mich - nach Einholung dieser wichtigen Meinungen - auf mein Bauchgefühl. Ich habe festgestellt, dass es am besten weiß, was gut für mich ist. Und das leitet mich, so dass ich intuitiv meinen Wünschen folge. Mir ist es egal, wenn ich scheitere. Rückblickend sind es doch genau die Situationen, aus denen wir gestärkt hervorgehen, in denen wir über uns hinausgewachsen sind, die uns stark und mutig gemacht haben. Hinfallen? Klar, tut vielleicht weh und ist unangenehm. Aber deshalb in der Komfortzone einigeln? No Chance! Keine Zeit ist für mich keine Ausrede mehr. Wie ist es bei dir?

Was würdest du auf deiner Beerdigung hören wollen? Wer sollte da sein um dich zu verabschieden? Wie soll dein Leben am Ende gewesen sein?

Das Buch "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen" von Bronnie Ware habe ich vor vielen Jahren gelesen. Es geht um den Sinn des Lebens, um das, was im Leben (vor dem Tod) wirklich wichtig ist. Zusammenfassend kann man sagen:

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, ein Leben getreu mir selbst zu führen – anstatt eines, das andere von mir erwarteten.“2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, meine Gefühle zu zeigen.“4. „Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.“5. „Ich wünschte, ich hätte mich glücklicher sein lassen.“

Das Buch ist wirklich lebensverändernd. Also perfekt für diese stille Zeit, in der wir gerade leben, oder? Was wünschst du dir für dein zweites Leben?

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


Krise als Chance - everything happens for a reason

Eine meiner größten Stärken ist es, in jeder Situation das Positive, das Geschenk zu sehen. Weil ich der Meinung bin, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Das heißt nicht, alles einfach immer so hinzunehmen, wie es ist. Dinge, die ich verändern kann, werden verändert. Manche Sachen entziehen sich allerdings meiner Macht ;)

So wie die aktuelle Situation mit Corona. Ein leichtes wäre es, jetzt in Panik zu verfallen. Aber hey: ich bin Mama. Das kann und will ich meinem Sohn definitiv nicht vorleben. Den leichten und bequemen Weg zu gehen hieße in diesem Falle: in die Panik einzustimmen, mich mit 1000 unnötigen Lebensmitteln einzudecken und daheim zu versauern. Das entspricht aber nicht meiner Natur. Im Gegenteil. Ich sehe die aktuelle Lage als Chance und Herausforderung. Als Chance auf einen kompletten Reset. Natürlich ist der nötige Respekt und Sicherheit geboten. Ich spreche hier also nicht von Corona-Partys oder leichtfertigem Umgehen mit der Lage.

Ich spreche von etwas anderem. Von einer Chance, die sich uns gerade bietet. Gefühlt hat es die Menschen schon verändert. Plötzlich hört man überall von Arbeiten im Homeoffice (was waren noch einmal die unlösbaren Probleme, die dies in vielen Berufsgruppen nicht möglich machte?), von Zusammenhalt der Menschen, die für ältere Nachbarn einkaufen gehen, von gegenseitiger Kinderbetreuung, von Rückzug in die Familie, von Besinnen auf das Wesentliche - das Zuhause, in dem man plötzlich wieder Zeit verbringt - und zwar in Ruhe und ohne schlechtes Gewissen. Es ist doch eh jedem zu stressig, zu laut, zu viel, oder? Zu viele Termine, kaum Zeit, um sein Leben in Ruhe zu genießen.

Auch die Natur profitiert davon. Man sieht plötzlich wieder blauen Himmel über China, sauberes Wasser, wo es vorher keines gab.

Everything happens for a reason

Und jetzt? Ich bin ein Mensch, der vertraut. Dass es das Universum oder wie auch immer du das nennst, es gut mit uns meint. Was könnte als jetzt die Chance für uns sein, genau in dieser schlimmen Situation etwas Gutes darin zu sehen - neben all den Einschränkungen und eventuellen Gefahren, die Corona auch mit sich bringt. Was könnte es für uns, für die Menschheit, für die Natur und die Erde bringen, sich darauf einzulassen und das Beste daraus zu machen?

Was jeder persönlich daraus zieht, weiß ich natürlich nicht. Aber ich habe für mich erkannt: Jetzt ist die Chance, komplett zu entschleunigen. Runter zu fahren. Mich auf das Wesentliche zu besinnen. "Das Wesentliche? Was soll das sein" - wirst du dich jetzt fragen. Genau diese Frage gilt es gerade jetzt zu beantworten. Weil du jetzt Zeit dafür hast. Weil du jetzt quasi gezwungen bist, sie dir zu nehmen. Weil du vielleicht von daheim aus arbeiten kannst, dir den Arbeitsweg sparst. Weil du nicht zu unzähligen Terminen und Verpflichtungen hetzen musst, weil alle abgesagt wurden. Weil der Kurztrip am Wochenende oder über Ostern abgesagt wurde. Weil du vielleicht gezwungenermaßen sogar Urlaub nehmen musstest, um deine Kinder zu betreuen.

Ich sehe das Geschenk in der Situation, weil es mir Zeit bringt für folgende Dinge:

  • für mich und meine Gedanken
  • für die Familie
  • um Schulstoff zu wiederholen / neu zu lernen mit meinem Kind
  • für lange Spaziergänge oder Wanderungen in der heimischen Natur
  • zum Laufen mit einer Freundin
  • zum Lesen des Buches, das schon so lange auf meinem Nachttisch liegt und wartet
  • zum Baden und Relaxen
  • Kaffee / Tee trinken und Katzen streicheln
  • neue Rezepte ausprobieren
  • zum in Ruhe Serien schauen - ohne schlechtes Gewissen
  • zum Ausmisten
  • zum Küche streichen
  • zum Keller umsortieren
  • zum Garten-frühlingsfit-machen
  • Zeit für Sport draußen oder daheim mit dem eigenen Körper oder online
  • Zeit für Spiele - die seit Jahren verstauben
  • Planen der Geburtstagsparty
  • zum Fenster putzen
  • zum Waschmaschine / Wasserkocher entkalken
  • ...

Mir fallen so viele Dinge ein, die ich nun spontan machen kann.

Wofür könntest du dir die unfreiwillig gewonnene Zeit nehmen?

  • Zeit für den Start deines Herzensprojektes bzw. Gedanken dazu machen
  • Zeit zum Buch schreiben - das du schon so lange wolltest und aus dem Grund "Zeitmangel" vor dir herschiebst
  • Zeit zum Sprache lernen für den nächsten Urlaub bzw. eine Planung, wo es überhaupt hingehen soll, wenn alles unbeschadet überstanden ist
  • Zeit zum Telefonieren mit alten Freundinnen, die du schon so lange nicht mehr gesprochen hast
  • zum Briefe schreiben
  • zum Bilder sortieren, was du eigentlich in der kalten Jahreszeit machen wolltest und aber nicht dazu gekommen bist bzw. ein Fotoalbum daraus zu basteln
  • zum Unterlagen sortieren, z.B. für die bald abzugebende Steuererklärung
  • endlich dein Näh-/Strickprojekt abschließen
  • Zeit zum Ziele planen
  • zum Backen oder Ausprobieren der 1000 gesammelten Rezepte
  • Zeit für Kaffeeklatsch bei der älteren und einsamen Nachbarin von gegenüber
  • ....

Wie ist es bei dir? Auf was fokussierst du dich in dieser Zeit? Du weißt ja, auf das, was wir uns fokussieren, wird unsere Realität. Natürlich bin ich kein blauäugiger Mensch (ich habe grüne Augen, by the way ;) ), der die ganze Lage völlig verklärt sieht. Auch ich sehe Risiken und Gefahren, v.a. für ältere und mit Krankheiten vorbelastete Menschen. Natürlich. Und die will ich hier gar nicht kleinreden und niedermachen. Aber ich will etwas aufrütteln. Aus dieser schlechten Situation eben das Beste zu machen. Weil wir gerade damit leben müssen.

Denken müssen wir sowieso, warum dann nicht gleich positiv?

Wofür nimmst du dir nun mehr Zeit? Lasst uns doch ganz viele Tipps sammeln, wie wir diese Zeit positiv nutzen können, so dass wir "danach" sagen können: "Corona hatte neben all dem Schlimmen auch etwas Gutes!"

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


Weil Nachhaltigkeit "unegal" ist

https://youtu.be/IZ8xTpd42Pw

Heute darf ich euch endlich einmal wieder ein Interview mit einer tollen Frau präsentieren, die ihr Herzensprojekt verwirklicht hat. Weil ich überzeugt bin, dass es mehr Menschen wie du und ich braucht, die ihr Herzensprojekt verwirklichen sollten - weil wir dadurch die Welt gemeinsam zu einem besseren Ort machen können!

Maren Schiemann hat sich mit dem Unternehmen unegal selbstständig gemacht. Auf ihrer Website steht es so: "Die Gründerin von unegal ist überzeugt, dass alltägliche Produkte ohne alltäglichen Plastikabfall hergestellt werden können..."

Und wie das funktioniert, verrät sie uns in dem Interview! Viel Spaß beim Kennenlernen dieser motivierten und inspirierenden Frau!

Wer bist du?

Ich bin Maren, 36 Jahre alt, verheiratet und lebe mit meinem Mann und unserem Hund in Lichtenstein bei Reutlingen.Wir reisen oft nach Griechenland und besuchen die Familie und die Heimat meines Mannes.
Meine Ursprünge liegen im Raum Augsburg und dort haben wir uns auch kennen gelernt.2010 bin ich nach einer Australienreise der Liebe wegen nach Reutlingen gezogen und habe dort eine Tätigkeit im Kundenservice bei einer Sportmarke aufgenommen.
Später übernahm ich dort das Projektmanagement und baute das Vertriebssegment der Onlineplattformen aus.

Während meiner beruflichen Laufbahn hatte ich oft das Gefühl, nicht das Richtige für die richtigen Leute zu tun.
Ich bin ein Kind der Generation Plastik und habe mir selbst lange Zeit gar keine Gedanken über die Folgen für unsere Umwelt gemacht, ich war Teil dieses Systems und lief in meinem Hamsterrad.

Stelle bitte kurz dein Herzensprojekt vor und wie es dazu kam! Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um es zu verwirklichen?

2017 machten wir Urlaub in Griechenland und waren auf einem Ausflug zu einem unserer Lieblingsstrände auf der Insel Thassos.
Wir gehen mit unserem Hund meist nur an wilde bzw. nicht bewirtschaftete Strände. An diesem Tag wurde ich das erste Mal damit konfrontiert, was es heißt, wenn das „sichtbare“ Entsorgungssystem nicht funktioniert: Wir liefen am Strand entlang und überall lag alter und neuer Plastikmüll am Strand. Eigentlich waren wir dort, um die Natur, die Ruhe und den Moment zu genießen, aber es hatte seine Schönheit verloren. An der Straße in Sichtweite stand eine große Mülltonne, die überquillte und drum herum lag der restliche Abfall zwischen den Pinienbäumen. Ich wusste nicht wohin mit diesem Müll und war gezwungen mir Gedanken zu machen…Wir sind in Deutschland meist daran gewöhnt, den Müll vor die Tür zu stellen. Er wird abgeholt – aus den Augen, aus dem Sinn. Was passiert mit unseren Unmengen an Plastikmüll? Wie lange kann das noch gut gehen? Und was tun wir dem Planet nur an?

Nach unserer Rückkehr achtete ich mehr auf einen nachhaltigeren Konsum und stellt fest, dass das gar nicht so einfach ist. Es gibt so viele Lebensmittel in Einwegplastik, so viele Wegwerf-To-Go-Artikel und wo man im Haushalt hinschaut - Alltagshelfer aus Kunststoffen.
Ich wurde auch zunehmend unzufriedener in meinem Job und es dauerte eine ganze Weile, bis ich den Mut fasste aus meinem Arbeitshamsterrad zu klettern und etwas auf Grund von Überzeugungen zu starten.
So machte ich mir im Jahr 2018 Gedanken und es reifte die Idee, mehr Alternativen zu Plastikprodukten zu schaffen. Ich beschäftigte mich zuerst mit verschiedenen Materialien - Bio-Kunststoffen und schließlich mit Edelstahl. Manchmal ist der Blick in eine vergangene Zeit hilfreich, in der wir noch weitestgehend ohne Kunststoff auskamen.
2019 gründete ich dann das Unternehmen unegal und entwickelte die Lunch Box SUPERHÄLT. Durch den Tipp der IHK bin ich auf Crowdfunding aufmerksam geworden und sah daran die Chance, mein erstes Produkt mit der Unterstützung von vielen Gleichgesinnten verwirklichen zu können. Mit dieser Lunch Box erfinde ich die Welt nicht neu, aber mir war es wichtig ein Produkt zu schaffen, dass die Vorteile bestehender vereint und dass die Auswahl an Alternativprodukten wächst.

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Der ausschlaggebende Faktor war die Konfrontation mit der Realität unseres Abfallproblems und das Streben nach einer wirklich sinnvollen Aufgabe – einen Beitrag zu leisten.

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Ja, es gab natürlich Hindernisse, z.B. woher das Kapital nehmen, um das Vorhaben realisieren/finanzieren zu können oder sich außerhalb der Kompetenzzone zurecht zu finden.Ich lernte und lerne in allen Bereichen dazu, die zu einer Selbstständigkeit gehören. Wenn ich vor einer neuen Situation stehe, versuche ich mir das Wissen anzueignen, auch wenn es dann einfach manchmal länger für Dinge braucht als bei routinierten Personen. Das macht es spannend und für eine Arbeit mit Vision hat man auch ein ganz anderes Durchhaltevermögen und viel mehr Energie

Welche Pläne für die Zukunft hast du noch?

Mein Ziel ist es Schritt für Schritt mehr Alternativen zu schaffen und dem Endverbraucher einen leichten Zugriff auf diese zu ermöglichen.
Ich denke, wir alle sind mittlerweile durch die Auswirkungen des Klimawandels und die Medien sensibilisiert und wenn wir die Wahl bzw. Auswahl haben, uns für eine nachhaltige Alternative zu entscheiden, würden wir dies auch tun und im Alltag bewusster handeln.
Ich möchte auch sobald es möglich ist eine Umweltschutzorganisation unterstützen, um gemeinsam noch mehr bewirken zu können.

Wie kann man dich bzw. den Superhält finden?

Auf meiner Website www.unegal.com/ findet Ihr mich und meinen Online-Shop, außerdem bin ich natürlich auch auf Instagram unter www.instagram.com/un.egal/ und auf Facebook unter www.facebook.com/unegal.UG zu finden. Der Verkauf meiner Produkte in Supermärkten und Unverpacktläden ist angedacht.

Plastikfrei leben funktioniert dann, wenn man den Menschen gute Alternativen gibt


Vielen Dank an Maren für dieses tolle Interview, in dem wir dich ein Stück weit kennenlernen durften und an deiner Geschichte teilhaben durften! Alles Gute für deinen weiteren Weg und dass viele tolle Alternativen zu den herkömmlichen Produkten entstehen können! Die Welt braucht mehr solche Vorreiter!

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


Meine 6 Geheimzutaten zu guten Gewohnheiten -ordentliche Routinen im Alltag

Meine 6 Geheimzutaten zu guten Gewohnheiten -ordentliche Routinen im AlltagMein Blogartikel vom 10.02.2020 zum Thema Routinen und Gewohnheiten (Wie du diesen Tag lebst, so lebst du dein Leben) hat euch mächtig aufgewühlt, wie es scheint! Ich habe so viele private Nachrichten und Kommentare über Facebook erhalten, dass Ihr noch mehr zu dem Thema wissen wollt (und v.a. auch meine ordentlichen Routinen).

Die Lager haben sich nämlich sehr gespalten: Zum Einen gibt es da die großen Verfechter von täglichen Routinen, die sich ihr Leben nicht ohne diese vorstellen mögen.

Zum Anderen gibt es die Menschen, die Gewohnheiten als spießig und langweilig und als sehr große Einschränkung ihrer Spontaneität empfinden.

Jemanden von etwas überzeugen, was ihm nicht gefällt, liegt mir nicht. Ich bin ein großer Fan von "Inspiration durch Vorleben“. In dem ich das tue, was ich tue, inspiriere ich andere Menschen, die mich dann nach Tipps zu meinen Methoden befragen.

“Meine Methoden“ sind eine Sammlung von vielen Dingen, die ich für mich als für gut befunden habe. Methoden, die ich mir durch das Lesen aus Büchern, Hören von Podcasts, Abschauen bei anderen, durch eigene Erfahrungen und durch Schmerz angeeignet habe. Letztendlich “try and error“.

Ich beschäftigen mich seit einiger Zeit mit der Biografie von erfolgreichen Menschen, die genau so leben, wie sie es möchten. Sie machen ihr Ding, sind gut in dem was sie tun. Weil sie es lieben. Für mich hat sich hier eine große Gemeinsamkeit bei allen herauskristallisiert:

Das tägliche Praktizieren von guten Gewohnheiten

Viele dieser für mich erfolgreichen Vorbilder sind absolute Morgenmenschen, Frühaufsteher, Mitglieder im "5-a.m.-Club" - nenne es, wie du möchtest. Sie haben für sich eine (Morgen-)routine kreiert, mit der sie bereits morgens all das Wichtig erledigen, wozu sie später nicht mehr kommen bzw. was sie dann eben schon erledigt haben. Brian Tracy hat es in seinem Buch: "Eat the frog" so treffend beschrieben: Verspeise den größten und hässlichsten Frosch gleich in der Früh, dann hast du das Wichtigste des Tages schon erledigt!

Auch Hal Elrod motiviert in seinem Buch "Miracle Morning" zum frühen Aufstehen und für sich kraftvollen Ritualen.

Einige Morgenrituale meiner Vorbilder möchte ich kurz auflisten, die ich ebenfalls seit einigen Monaten bzw. Jahren praktiziere (ich stehe um 5:15 Uhr auf):

  • meditieren
  • journalen
  • Dankbarkeitsübungen
  • lesen
  • Fitness
  • usw.

Um diese Moegenroutinen soll es aber hier in erster Linie gar nicht gehen (hier wird es bei anderer Gelegenheit einmal einen ausführlichen Beitrag geben). Sondern um die kraftvolle Disziplin, die dahinter steckt. Das tolle an Gewohnheiten ist ja, dass sie einem gut tun. Sie tun einem so gut, dass man sie nach und nach nicht mehr missen möchte, weil sie das Leben positiv verändern. Und dass man nicht mehr darüber nachdenken muss.

Frage einen Sportler einmal, wieso er denn schon wieder Sport machen "muss". Er wird dich verwirrt anschauen und lächeln und sehr überzeugend "behaupten", dass er das nicht muss, sondern WILL. Das wiederum kann der Nicht-Sportler nicht nachvollziehen. Aber jeder hat andere Gewohnheiten, über die Unbeteiligte nur verwundert den Kopf schütteln werden.

Über die Theorie, wie lange es dauert, bis man eine Routine verinnerlicht hat, scheiden sich die Literatur-Geister. Die einen sagen 21 Tage, die anderen 30 bzw. 100 Tage. Befrage unterschiedliche Quellen und erhalte unterschiedliche Antworten. Man geht deshalb von einem Durchschnitt von 66 Tagen aus, in welchen sich Routinen einspielen. Wichtig ist es meiner Meinung nach, dass du einen positiven Effekt daraus ziehst, ein Warum hast, das dich anspornt. Jemand, der das mit dir zusammen durchzieht, ist oft noch einmal ein guter Sparringpartner. Der dich motiviert am Dranbleiben. Dich hindert, aufzugeben, wenn es "anstrengend" wird, wenn sich der Schweinehund meldet, der lieber alles beim alten und bequem lassen möchte. Hier gibt es einige simple Tricks, mit denen du dich selbst überlisten kannst und den Schweinehund mitnimmst - statt gegen ihn zu arbeiten.

Nachdem ich meinen Artikel zum Thema Routinen veröffentlicht habe, habe ich diesen auch in zwei Facebook-Gruppen geteilt.

Die eine Gruppe ist eine "Minimalismus"-Gruppe, die zweite unsere "Ordnungscoach"-Gruppe. Ok, tatsächlich zwei Gruppen mit ähnlich inspirierten Menschen.

Auch hier gab es dennoch Verfechter beider "Lager". Wobei sich die Ordnungscoach-Gruppe über viele Rituale einig war. Ich wollte einfach wissen, was mit Ordnung und Struktur vertraute Menschen für Rituale pflegen.

Heraus kamen - wie gesagt - sehr ähnliche Gewohnheiten. Diese verlinke ich bald hier, wenn die Kolleginnen ihre Beiträge veröffentlicht haben. Dann haben wir echt eine „ordentliche“ Sammlung ;)

Hier eine Auswahl meiner Lieblingsgewohnheiten zum Thema Ordnung, aufräumen, Haushalt ...

  • nach dem Aufstehen lüften
  • nach dem Duschen die Duschwand immer sofort abziehen
  • immer das Bett machen
  • feste Tage für Putzroutinen (z.B. montags Erdgeschoss und 1. OG putzen und staubsaugen, dienstags Bad und WC putzen, mittwochs Treppen wischen ... )
  • Ablagekörbchen an der Treppe für Dinge, die nach oben oder unten müssen
  • nie mit leeren Händen hoch oder runter gehen
  • Wäsche immer gleich aufhängen, da ich nicht bügel' und sich die noch feuchte Wäsche gut glatthängen kann
  • beim Wäsche zusammenlegen höre ich liebend gerne Podcasts oder Hörbücher, so dass mir Wäsche-machen tatsächlich Spaß macht
  • Waschbecken nach der Benutzung gleich mit Handtuch abwischen (somit gibt es nie Wasserflecken)
  • wenn ich aus dem Haus gehe, Spülmaschine anstellen, dann kann ich diese beim Heimkommen ausräumen
  • Waschmaschine läuft oft nachts oder während ich außer Haus bin
  • Geschirr immer sofort in die Spülmaschine räumen (auch der Sohn beherzigt dies mittlerweile)
  • abends mein 15-Minuten-Ritual vollziehen (hier habe ich schon einmal ausführlich über meine Wunderwaffe berichtet)
  • Küche während des Kochens bzw. bei Leerlauf schon aufräumen
  • Pfannen/Ofen/Töpfe immer gleich nach Gebrauch säubern (es gibt wohl nichts schlimmeres, als angebranntes am nächsten Tag mühselig zu reinigen!)
  • nach Partys abends noch alles aufräumen
  • Dinge nach Gebrauch immer wieder an ihren festen Platz räumen (Voraussetzung: einen festen Platz für jeden Gegenstand definieren!)
  • Essensplan für die Woche schreiben (einlaminierte Speisekarte am Kühlschrank), zu dem ich gleich die Einkaufsliste schreibe
  • ausgehende Lebensmittel immer sofort auf den Einkaufszettel schreiben
  • ...

Ich denke, das war es so grob. Da es ja feste Gewohnheiten sind, muss ich tatsächlich überlegen... Sicher habe ich noch einige vergessen, die ich unbewusst mache ;)

Bügelst du noch, oder lebst du schon
- Petra Bäumler

Meine 6 Geheimzutaten zu guten Gewohnheiten

  1. mindestens 1 guter Grund, weshalb ich diese Gewohnheit einführen / beibehalten möchte
  2. so einfach wie möglich halten
  3. einen festen Zeitraum oder -punkt dafür festlegen
  4. meiner eigenen "Schwäche" mit einem Trick vorbeugen
  5. Timer stellen
  6. kleine Belohnung für's Durchführen und Durchhalten

Kleines Beispiel hierzu gefällig?

Putzen am Montag Morgen

  1. Ich liebe es ordentlich und sauber und will so wenig Zeit und Energie wie möglich dafür verwenden
  2. Staubwischen und Staubsaugen; nicht auch noch zusätzlich: aufräumen, neu dekorieren, umstellen
  3. Montag Früh von 7 Uhr bis 7:45 Uhr
  4. Steht im Kalender, nachmittags habe ich abwechselnd Freundinnen zum Kaffee eingeladen, dann MUSS es sauber sein
  5. Timer auf 45 Minuten stellen, mein Anspruch ist es, vielleicht 5 Minuten vorher fertig zu sein (Challenge) und dabei ein schönes Hörbuch oder einen Podcast hören
  6. Nachmittags kaufe ich schöne Blumen als Deko und erfreue mich beim Kaffeetrinken mit einer Freundin daran

Tipps:

  • nicht zu viele Gewohnheiten auf einmal etablieren wollen, baue sie nach und nach in deinen Alltag
  • kleine Minischritte machen (z.B. jeden Tag nur 15 Minuten)
  • bei passender Gewohnheit einen "Buddy" suchen

Übrigens ist das Aneignen von für dich passenden Gewohnheiten (für deinen Alltag mit deinen Anforderungen und Herausforderungen) auch Teil des 4-wöchigen Coaching-Programms „Innere Leichtigkeit“ - weitere Informationen hierzu findest du auch hier:
https://www.aufraeumerei.de/paket-innere-leichtigkeit


Wie sieht es bei dir aus? Bist du schon strukturiert und hast deine festen Abläufe in deinen Alltag integriert? Perfekt! Wenn nicht, versuch' es doch einfach einmal mit einer kleinen, simplen Gewohnheit!

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


Wie du diesen Tag lebst, so lebst du dein Leben!

Wer mir hier schon länger folgt, weiß sicher, dass ich ein großer Fan von Routinen und nützlichen Gewohnheiten bin. Routinen erleichtern meinen Alltag total!

Kürzlich habe ich etwas tolles zum Thema Routinen gelesen, was mich wieder in meinem Gefühl bestärkt hat, diese auch mit euch zu teilen.

"Wie du einen Tag lebst, so lebst du alle!"

Wie achtsam du heute bist, so achtsam bist du immer. Wie sehr du heute gute Gewohnheiten pflegst, so pflegst du sie immer.

Bei Gewohnheiten ist eben eine Regelmäßigkeit wichtig. Weil sie den Trampelpfad zu einer Autobahn machen, weil du nicht mehr nachdenken musst, ob du diese nun heute machst oder nicht. 

Mein bestes Beispiel hierfür ist immer das Zähneputzen: Ich wette, dass kein Mensch (über 12 Jahre) darüber nachdenkt, OB er denn jetzt wirklich früh und abends die Zähne putzt, oder? Oder denkst du allen Ernstes noch darüber nach? Soll ich nun, oder lass ich es heute? Ich vermute, dass dies in 99,9% aller Fälle nicht der Fall ist. Natürlich ist man vielleicht einmal zu müde oder zu krank, ja! Aber das ist die Ausnahme der Ausnahmen. Und mit den anderen Gewohnheiten ist es genauso. 

Einige Beispiele gefällig?

  • Ich mache früh mein Bett, weil ich es immer mache und liebe, abends in ein gemachtes Bett zu schlüpfen. 
  • Ich meditiere früh immer, weil ich danach gut geerdet und mit guter Laune in den Tag starte.
  • Ich stehe um 5 Uhr auf, um meine Morgenroutine durchzuführen
  • Ich journale meinen Tag und die Ziele, weil ich weiß, dass es mir gut tut und ich die richtigen Prioritäten im Alltag setze
  • Ich führe mein 6-Minuten-Tagebuch, weil ich auf das Wichtigste des Tages fokussiert bin
  • Ich trinke immer einen Liter heißes Wasser mit Zitrone und Ingwer, weil es mir gut tut und ich fit in den Tag starte
  • Ich mache abends einen Rundgang durch das Haus und stelle dabei meinen 15-Minuten-Timer, weil ich es liebe, früh in ein ordentliches Wohnzimmer zu kommen (nicht zu vergessen, dass ich auch nachts Besuch empfangen könnte ohne mich schämen zu müssen)
  • Ich schreibe sofort alles auf den Einkaufszettel, was mir im Alltag ausgeht (weil ich es sonst vergesse)
  • Ich hänge meine frisch gewaschene Wäsche immer gleich auf, um sie später knitterfrei in den Schrank zu hängen (ich hasse bügeln und besitze gar kein Bügeleisen mehr, deshalb ist gut aufhängen für mich das Mittel der Wahl)
  • ...

Durch das tägliche Praktizieren der Gewohnheiten schleifen sie sich immer mehr ein, du musst nicht mehr groß darüber nachdenken - im Zweifelsfall und bei schlechter Laune würdest du diese nämlich weglassen, OBWOHL sie dir gut tun. Weil das darüber Nachdenken meist der Anfang vom Ende der guten Gewohnheiten ist, oder? Weil du plötzlich gefühlt 1000 Ausreden parat hast, warum es gerade nicht geht (mimimi).

Ich würde außerdem sagen, dass Gewohnheiten etwas für "Faule" sind. Sie erleichtern den Alltag so ungemein, man muss in diesen wichtigen Dingen, die einem gut tun und das Leben so dermaßen leicht machen überhaupt nicht mehr nachdenken. So dass ich viel mehr Zeit für Kreativität und Ideen habe - hierfür möchte ich nämlich meine Zeit und Energie verwenden, ohne mich an alltäglichen Dingen aufzuarbeiten. Ja, ich gebe es zu - ich bin eher bequem, das weiß ich. Durch diese "Tricks" überliste ich mich aber selbst. Für mich ist das eine tolle Möglichkeit, meinen Alltag super im Griff zu haben UND alles zu tun, wozu ich richtig Lust habe. Also eine absolute Win-Situation, oder?

Welche Rituale und Gewohnheiten pflegst du?


Aufgeräumte Grüße,
deine Petra 


"Tschüss, Küchenballast!"

Im Dezember 2019 durfte ich in Burghaslach mit einer wunderbaren Kundin ihre Küche ausmisten und mit neuer Struktur sinnvoll einräumen. Eine Reporterin der Mediengruppe Oberfranken und ein Fotograf begleiteten mich dabei, um meine Arbeit vor Ort zu dokumentieren. Mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Oberfranken durfte ich diesen Zeitungsbericht vom 24.01.2020 nun veröffentlichen!

Anfangs beginne ich immer mit einem Vorgespräch, bei dem einige Fragen zu dem auszumistenden Bereich gestellt werden - bevor ich diesen Bereich sehe. Das Bild, das die Kundin mir beschreibt, wird durch gezielte Fragen meinerseits schon hier verändert.

  • Wie sieht es gerade dort aus und warum?
  • Wie wünscht sich die Kundin den Bereich für die Zukunft?

Mit den Antworten geht es dann an den Ort des Geschehens. Wir besprechen dann genau dort, also in unserem Fall in der Küche, was wir sehen. Was soll verändert werden, was kann auf den ersten Blick vielleicht schon weg, was sollte auf jeden Fall bleiben... In den wenigsten Fällen handelt es sich übrigens um ein Platzproblem ;) Es ist meist das Zuviel an Dingen, was problematisch ist. Zu viele Dinge können einfach keinen festen Platz haben, was für mich DIE Regel überhaupt beim Aufräumen ist.

Jedes Teil hat seinen festen Platz

Dann hat man nicht zu viele Gegenstände und findet alles, ohne Fehlkäufe tätigen zu müssen, ohne etwas suchen zu müssen, immer griffbereit und für alle Familienmitglieder nachvollziehbar.

Bei der Küche haben wir schließlich Schrank für Schrank ausgeräumt, ausgewischt und überlegt, welche Gegenstände und Utensilien sinnvollerweise hineinpassen. Ein Einräumen nach Kategorien bietet sich immer an. So stehen z.B. die Backzutaten zusammen, außerdem alles für's Frühstück, Gewürze in einem Schrank, Tupperdosen in einer Schublade inkl. aller Deckel.

Viele Dinge durften gehen, so dass die Küche im Anschluss gleich viel luftiger war. Es wurden abgelaufene Lebensmittel weggeschmissen (die durch ungünstiges Lagern ganz hinten einfach vergessen werden), alte Tupperschüsseln und Töpfe ohne Deckel konnten entsorgt werden, unnötige und nicht mehr verwendete Küchengeräte wurden ausgeräumt usw. Eine sinnvolle Platzierung von häufig genutzten Gegenständen in guter Reichweite wurde hergestellt, weniger in Gebrauch befindliche Sachen wurden in Schränken hinten oder oben verstaut. Dinge, die im Keller landen, sind eigentlich zum Tod verurteilt. Außer nur saisonal genutzte Utensilien, wie z.B. der Bräter für die Weihnachtsgans, sollte nichts dort stehen.

Aus den Augen, aus dem Sinn!

Am Ende des Coachings war die Küche soweit wieder eingeräumt, dass die Kundin stolz und zufrieden mit dem Ergebnis war. Diese wenigen Stunden machen oft den Anfang zu etwas ganz Großem! Ein Schritt, den man alleine oft nicht gehen mag, gelingt mit der "Profi-Aufräumerin" (Zitat der Redakteurin Imtraud Fenn-Nebel).

Fazit meiner Kundin: Ab sofort kann die Küchentüre wieder offen bleiben, wenn Gäste kommen ;)


Vielen Dank für dieses schöne Coaching in Burghaslach mit einem tollen Fotografen, einer wunderbaren Redakteurin und einer motivierten Kundin!

Es macht mir immer wieder Spaß, Menschen zu helfen, ihr Leben aufzuräumen. Es ist oft der erste Schritt, der uns Schwierigkeiten macht - wenn der mit jemandem gegangen wird, der die Strecke gut kennt, ist es wie bei einer Wanderung. Alleine erschreckt uns der Berggipfel ganz weit oben, mit einem Wanderführer geht man Schritt für Schritt, Etappe für Etappe ans Ziel - ohne zu merken, wie schwierig der Aufstieg eigentlich ist. Und dann? Dann kommt man an! Und kann stolz auf den Weg zurück blicken!

Aufgeräumte Grüße,
Petra


Erfüllte Küchenträume geplatzt?

Vor ca. 6 Jahren war ich das erste Mal auf einem Thermomix - Erlebniskochabend. Hier wurde das damals aktuelle Modell vorgestellt und fleißig damit gekocht, wir konnten alle Funktionen sehen und live erleben, außerdem gab es etwas Leckeres zu essen. Ab da war für mich klar: DEN will ich auch! Der hohe Preis und die damals sehr, sehr, sehr kleine Küche machten es mir quasi unmöglich, dieses Hightech-Gerät zu kaufen. Aus dem Kopf ist er mir nie gegangen...

"Eines Tages werde ich ihn mir kaufen", das hatte ich immer in Gedanken. Zahlreiche Freundinnen (v.a. die mit noch sehr kleinen Kindern) schworen einstimmig, dass es das Beste ist, um selbst Babynahrung herzustellen. Ok, aus diesem Alter waren wir ja nun draußen, dafür brauchte ich ihn also nicht mehr. Dennoch kam er mir wie DIE Lösung für mich vor - nicht allzu kochbegeistert, meist muss es schnell gehen und dennoch natürlich lecker schmecken, ohne großen Aufwand. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich eine große Verfechterin des Pareto-Prinzips bin? Pareto klingt doch lustigerweise fast wie Petra-O ;) Also minimalen Aufwand für maximales Ergebnis! Also das perfekte Gerät für mich und meine Küche!

Vor Weihnachten 2019 war es dann soweit - ich hatte gespart und gönnte mir den Thermomix zum Geburtstag und Weihnachten - als Geschenk für mich selbst. Mein beim Essen sehr wählerischer Sohn (in Nürnberg sagt man "gnäschig" dazu) hatte wie gesagt einen sehr eigenen Geschmack - am liebsten kein Gemüse (Vergiftungsgefahr!), kein Reis (schmeckt nicht!), nichts, was er nicht kennt (wie soll das gehen?). Gerade auch für ihn - und natürlich für mich, die nicht unbedingt immer nur Nudeln mit bekannter Soße essen möchte - habe ich den Thermi (liebevoll genannt) als den perfekten Küchenhelfer für unseren Haushalt gesehen.

Die zubereiteten Gerichte sind leider nicht ganz so erfolgreich angekommen. Ich bereitete z.B. einen Pizzateig mit Dinkelmehl zu (auch Dinkel gehört zu der langen No-go-Liste meines gaumenverwöhnten Sprösslings!), so dass die Pizza kaum angerührt wurde. Verschiedene Soßen waren auch nicht der richtige Geschmack, ein Pudding kam auch nicht wie erhofft an, verschiedene Kuchen "konnte man essen", waren aber im Vergleich zu meinem herkömmlich zubereiteten Marmorkuchen nicht erwähnenswert. Kurz: alle Versuche, ihn kulinarisch zu überzeugen, scheiterten. Dabei wollte ich eben nicht wieder zwei verschiedene Gerichte kochen bzw. nur für mich etwas zubereiten und für ihn "nur Nudeln".

So langsam verging mir die Lust, etwas mit dem Thermomix zuzubereiten. Dazu kam, dass er in meiner Küche wahnsinnig viel Platz beanspruchte - ein großes Gerät mit viel Zubehör. Zwischen den Jahren stand er dann ausschließlich in der Ecke herum, hatte quasi Ferien. Aber dafür war er ja eigentlich zu schade. Und zu teuer. Ich hatte immer weniger Lust, ihn anzuschmeißen und mir wieder ein Rezept aus der - zugegeben riesigen - Datenbank herauszusuchen. Das dann doch wieder nicht für gut befunden wurde.

Hinzu kam, dass ich in dieser Zeit plötzlich totale Lust hatte, "richtig" zu kochen, mir Rezepte aus Zeitschriften und Kochbüchern zu suchen und Menüs zuzubereiten . Ich mochte es auf einmal, in der Küche am Herd zu stehen und selbst zu brutzeln, verschiedene Soßen zu kreieren und eigentlich nicht nur alles unter Anleitung in einen Topf zu werfen. Ich weiß, das klingt ganz schön brutal, das hat der Thermomix nicht verdient - aber in dieser Zeit kam mir die Erkenntnis, dass ich mir meinen "alten Küchentraum" erfüllt hatte, dass es aber gar nicht mehr zu meinem Leben passte.

Manchmal bedeutet Glück, dass Du etwas nicht bekommst
- Dalai Lama

Kennst du das auch? Manchmal hat man Dinge im Kopf, die man "später" einmal machen möchte, die man sich leisten will, die aber dann - nach der Erfüllung - genau genommen gar nicht mehr zum aktuellen Selbst und den Wünschen passten. So war es bei mir. Ich hatte mich verändert, dachte immer, dass der Thermomix für mich als Minimalistin DIE Erleichterung in der Küche wäre und ich somit nur noch "einen für alle Fälle" bräuchte und alles andere wird plötzlich überflüssig. Integrierte Waage, Mixer, Kochtopf, Garen usw.

Am Ende sah es aber so aus, dass er eben nicht zu mir passte, WEIL ich minimalistisch geworden bin. Weil ich es einfach und schnell mag, weil ein riesiges Gerät mich eher erschlägt und nicht glücklich macht. Weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich früh in die Küche kam und er mich "vorwurfsvoll" anblickte (ok, das ist sicher übertrieben, aber du weißt, was ich meine). Weil ich die ganzen zusätzlichen Teile für alle möglichen und unmöglichen Funktionen (die ich gar nicht brauchte!) irgendwie in meinen Schränken unterbringen musste. Gerade weil ich übersichtliche Schränke und Schubladen habe, habe ich mich geärgert, dass da mit einem Mal wieder alles voll steht. Ich werde nicht selbst meinen Joghurt zubereiten (weil ich gar keinen esse), auch nicht "Sous-vide-garen", emulgieren oder viele weitere Dinge tun. Was noch alles möglich wäre, kann ich hier gar nicht alles aufzählen.

Auch wenn es jetzt so klingt: ich will nicht über den Thermomix schimpfen. Er kann tatsächlich nichts dafür. Ich habe damit zum Beispiel auch leckere Brotaufstriche für mein Geburtstagsfrühstück in der Arbeit zubereitet. Aber Brotaufstriche kann ich auch so! Er soll ja kein Brotaufstrich-Zubereiter sein.
Aber: ich habe für mich einfach entschieden, dass ICH ihn nicht brauche! Diese Entscheidung hat einige (schlaflose) Nächte gebraucht. Ich habe sehr mit mir gerungen - was ich nun tun möchte, ob ich ihm noch weitere Chancen gebe. Als die Entscheidung dann aber gefallen ist - dass ich ihn weggegeben möchte, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Letztendlich will ich ja nur noch von Dingen umgeben sein, die mich glücklich machen, die mein Leben erleichtern und mir gut tun, die ich voller Freude betrachte. Und das war eben nicht gegeben.

Diesen Traum musste ich mir wohl erfüllen - um zu sehen, dass es ein alter Traum war, dessen Erfüllung mir nicht das erhoffte Glück und die Zufriedenheit brachte. Dass ich diesen Wunsch aus vergangenen Jahren vielleicht nun auch zum Trotz oder "weil ich es kann" verwirklichen wollte. Jedenfalls bereue ich es nicht, der Thermomix ist in die besten Hände verkauft - somit sind beide Seiten glücklich. Und ich definitiv um eine Erfahrung reicher.

Und heute? Genieße ich früh wieder den Gang in meine Küche, in der alles genau so ist, wie ich es möchte. Und wenn ich Lust zum Kochen habe, koche ich. Wenn nicht, gibt es etwas schnelles und einfaches. Und mein Sohn? Ist froh, dass er nicht weiter so "ausgefallene" Rezepte versuchen muss. Er wächst und gedeiht prima, ihm fehlt es an nichts. Irgendwann kann ich auch mehr "neue" Sachen probieren, ohne dass er sich vergiftet fühlt. Aber das schaffe ich auch mit herkömmlichen Methoden ;)

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


Tanzen auf der Kleiderstange

Vor Silvester hat mich wieder einmal der "Rappel gepackt" und ich habe alle möglichen Sachen im Haus ausgemistet. Geht dir das auch immer wieder einmal so? Freundinnen, die mich gut kennen, fragen mich dann schon immer: "Was willst DU denn jetzt noch ausmisten? Bei dir steht ohnehin schon so wenig rum, alles hat seinen Platz und nichts Überflüssiges ziert die Räume."

Aber ich brauche das einfach. Ich verändere mich ja auch ständig, ich habe neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen, bilde mich weiter, ändere meine Meinung, der Geschmack verändert sich. Das Leben ist nun mal ein ständiger Wandel - mich eingeschlossen.

Was dich nicht glücklich macht, kann weg

Ich gehe von Zeit zu Zeit alle Bereiche meines Hauses und die sich darin befindenden Dinge durch und frage mich tatsächlich: "Macht mich das glücklich?" Wenn nicht, kann es weg. Mein Ziel ist es nämlich, mich nur noch mit Dingen (und Menschen, aber das ist eine andere Geschichte) zu umgeben, die mich glücklich machen. Die mir eine Freude bereiten, die ich gerne sehe, die ich anschauen und benutzen möchte, die ich gerne trage, damit sie mir ein gutes Gefühl geben.

So war es dann also vor Silvester wieder einmal so weit. Ich nahm alle Kleidungsstücke von meiner Kleiderstange - ich liebe sie einfach! Es handelt sich um ein Kupferrohr, das ich mit meinem Freund mittels einer Seilkonstruktion von der Decke hängend montiert habe (eigentlich eine Heizungsstange, der Mitarbeiter im Baumarkt hat damals nicht schlecht gestaunt, als ich ihm verraten habe, wofür ich diese brauche).

Ich bin also Kleidungsstück für Kleidungsstück durchgegangen - habe viele davon anprobiert und mich wieder einmal gefragt, warum ich einige Stücke dann noch nicht getragen habe, obwohl ich sie doch vor Monaten für gut befunden und dort aufgehängt habe? Wahrscheinlich ging mir die eine oder andere Möglichkeit durch den Kopf:

  • dem Rock gebe ich noch eine letzte "Chance"
  • dieses Mal ziehe ich den Pullover wirklich an
  • jetzt passe ich wieder hinein
  • die Farbe steht mir doch so gut
  • die Bluse war so teuer
  • das Kleid hat mir Tante Heidi doch geschenkt
  • ...

Kommt dir das irgendwie bekannt vor?

Optischer Trick

Seit einiger Zeit wende ich einen optischen "Trick" an: ich hänge zu Beginn der neuen Doppel - Saison (Frühling plus Sommer / Herbst und Winter) grundsätzlich erst einmal alle Kleidungsstücke mit dem Bügel nach vorne auf. Wenn ich dann ein Teil anziehe, drehe ich den Bügelhaken nach hinten. So sehe ich genau, was ich schon getragen habe (Haken zeigt nach hinten) und was nicht (Haken zeigt nach vorne). Irgendwie greift man doch immer zu den gleichen Lieblingsteilen, oder? Also durften an diesem Montag wieder einmal einige Teile gehen, die ich zukünftig nicht mehr tragen möchte.

Der Vorteil von dem regelmäßigen Durchschauen ist einfach, dass ich keine "Kleiderleichen" mit in die nächste Saison nehme. Spätestens im Frühjahr, wenn dann die luftigen Sommerkleider und Blusen wieder an der Stange tanzen dürfen, wird die momentan gut verstaute Garderobe eh noch einmal inspiziert.

Was gefällt mir für Frühjahr und Sommer? Passt noch alles? Passt es noch zu meinem Stil? Gefallen mir die Farben noch? Gibt es genug Teile zum Kombinieren?

Ich liebe ja meine Capsule Wardrobe - schöne Basics, die ich mit einigen besonderen Teilen und Farben super kombinieren kann.

In diesem Sinne: lasset die Kleider an der Stange tanzen!

Aufgeräumte Grüße,
Deine Petra