"Tschüss, Küchenballast!"

Im Dezember 2019 durfte ich in Burghaslach mit einer wunderbaren Kundin ihre Küche ausmisten und mit neuer Struktur sinnvoll einräumen. Eine Reporterin der Mediengruppe Oberfranken und ein Fotograf begleiteten mich dabei, um meine Arbeit vor Ort zu dokumentieren. Mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Oberfranken durfte ich diesen Zeitungsbericht vom 24.01.2020 nun veröffentlichen!

Anfangs beginne ich immer mit einem Vorgespräch, bei dem einige Fragen zu dem auszumistenden Bereich gestellt werden - bevor ich diesen Bereich sehe. Das Bild, das die Kundin mir beschreibt, wird durch gezielte Fragen meinerseits schon hier verändert.

  • Wie sieht es gerade dort aus und warum?
  • Wie wünscht sich die Kundin den Bereich für die Zukunft?

Mit den Antworten geht es dann an den Ort des Geschehens. Wir besprechen dann genau dort, also in unserem Fall in der Küche, was wir sehen. Was soll verändert werden, was kann auf den ersten Blick vielleicht schon weg, was sollte auf jeden Fall bleiben... In den wenigsten Fällen handelt es sich übrigens um ein Platzproblem ;) Es ist meist das Zuviel an Dingen, was problematisch ist. Zu viele Dinge können einfach keinen festen Platz haben, was für mich DIE Regel überhaupt beim Aufräumen ist.

Jedes Teil hat seinen festen Platz

Dann hat man nicht zu viele Gegenstände und findet alles, ohne Fehlkäufe tätigen zu müssen, ohne etwas suchen zu müssen, immer griffbereit und für alle Familienmitglieder nachvollziehbar.

Bei der Küche haben wir schließlich Schrank für Schrank ausgeräumt, ausgewischt und überlegt, welche Gegenstände und Utensilien sinnvollerweise hineinpassen. Ein Einräumen nach Kategorien bietet sich immer an. So stehen z.B. die Backzutaten zusammen, außerdem alles für's Frühstück, Gewürze in einem Schrank, Tupperdosen in einer Schublade inkl. aller Deckel.

Viele Dinge durften gehen, so dass die Küche im Anschluss gleich viel luftiger war. Es wurden abgelaufene Lebensmittel weggeschmissen (die durch ungünstiges Lagern ganz hinten einfach vergessen werden), alte Tupperschüsseln und Töpfe ohne Deckel konnten entsorgt werden, unnötige und nicht mehr verwendete Küchengeräte wurden ausgeräumt usw. Eine sinnvolle Platzierung von häufig genutzten Gegenständen in guter Reichweite wurde hergestellt, weniger in Gebrauch befindliche Sachen wurden in Schränken hinten oder oben verstaut. Dinge, die im Keller landen, sind eigentlich zum Tod verurteilt. Außer nur saisonal genutzte Utensilien, wie z.B. der Bräter für die Weihnachtsgans, sollte nichts dort stehen.

Aus den Augen, aus dem Sinn!

Am Ende des Coachings war die Küche soweit wieder eingeräumt, dass die Kundin stolz und zufrieden mit dem Ergebnis war. Diese wenigen Stunden machen oft den Anfang zu etwas ganz Großem! Ein Schritt, den man alleine oft nicht gehen mag, gelingt mit der "Profi-Aufräumerin" (Zitat der Redakteurin Imtraud Fenn-Nebel).

Fazit meiner Kundin: Ab sofort kann die Küchentüre wieder offen bleiben, wenn Gäste kommen ;)


Vielen Dank für dieses schöne Coaching in Burghaslach mit einem tollen Fotografen, einer wunderbaren Redakteurin und einer motivierten Kundin!

Es macht mir immer wieder Spaß, Menschen zu helfen, ihr Leben aufzuräumen. Es ist oft der erste Schritt, der uns Schwierigkeiten macht - wenn der mit jemandem gegangen wird, der die Strecke gut kennt, ist es wie bei einer Wanderung. Alleine erschreckt uns der Berggipfel ganz weit oben, mit einem Wanderführer geht man Schritt für Schritt, Etappe für Etappe ans Ziel - ohne zu merken, wie schwierig der Aufstieg eigentlich ist. Und dann? Dann kommt man an! Und kann stolz auf den Weg zurück blicken!

Aufgeräumte Grüße,
Petra


Erfüllte Küchenträume geplatzt?

Vor ca. 6 Jahren war ich das erste Mal auf einem Thermomix - Erlebniskochabend. Hier wurde das damals aktuelle Modell vorgestellt und fleißig damit gekocht, wir konnten alle Funktionen sehen und live erleben, außerdem gab es etwas Leckeres zu essen. Ab da war für mich klar: DEN will ich auch! Der hohe Preis und die damals sehr, sehr, sehr kleine Küche machten es mir quasi unmöglich, dieses Hightech-Gerät zu kaufen. Aus dem Kopf ist er mir nie gegangen...

"Eines Tages werde ich ihn mir kaufen", das hatte ich immer in Gedanken. Zahlreiche Freundinnen (v.a. die mit noch sehr kleinen Kindern) schworen einstimmig, dass es das Beste ist, um selbst Babynahrung herzustellen. Ok, aus diesem Alter waren wir ja nun draußen, dafür brauchte ich ihn also nicht mehr. Dennoch kam er mir wie DIE Lösung für mich vor - nicht allzu kochbegeistert, meist muss es schnell gehen und dennoch natürlich lecker schmecken, ohne großen Aufwand. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich eine große Verfechterin des Pareto-Prinzips bin? Pareto klingt doch lustigerweise fast wie Petra-O ;) Also minimalen Aufwand für maximales Ergebnis! Also das perfekte Gerät für mich und meine Küche!

Vor Weihnachten 2019 war es dann soweit - ich hatte gespart und gönnte mir den Thermomix zum Geburtstag und Weihnachten - als Geschenk für mich selbst. Mein beim Essen sehr wählerischer Sohn (in Nürnberg sagt man "gnäschig" dazu) hatte wie gesagt einen sehr eigenen Geschmack - am liebsten kein Gemüse (Vergiftungsgefahr!), kein Reis (schmeckt nicht!), nichts, was er nicht kennt (wie soll das gehen?). Gerade auch für ihn - und natürlich für mich, die nicht unbedingt immer nur Nudeln mit bekannter Soße essen möchte - habe ich den Thermi (liebevoll genannt) als den perfekten Küchenhelfer für unseren Haushalt gesehen.

Die zubereiteten Gerichte sind leider nicht ganz so erfolgreich angekommen. Ich bereitete z.B. einen Pizzateig mit Dinkelmehl zu (auch Dinkel gehört zu der langen No-go-Liste meines gaumenverwöhnten Sprösslings!), so dass die Pizza kaum angerührt wurde. Verschiedene Soßen waren auch nicht der richtige Geschmack, ein Pudding kam auch nicht wie erhofft an, verschiedene Kuchen "konnte man essen", waren aber im Vergleich zu meinem herkömmlich zubereiteten Marmorkuchen nicht erwähnenswert. Kurz: alle Versuche, ihn kulinarisch zu überzeugen, scheiterten. Dabei wollte ich eben nicht wieder zwei verschiedene Gerichte kochen bzw. nur für mich etwas zubereiten und für ihn "nur Nudeln".

So langsam verging mir die Lust, etwas mit dem Thermomix zuzubereiten. Dazu kam, dass er in meiner Küche wahnsinnig viel Platz beanspruchte - ein großes Gerät mit viel Zubehör. Zwischen den Jahren stand er dann ausschließlich in der Ecke herum, hatte quasi Ferien. Aber dafür war er ja eigentlich zu schade. Und zu teuer. Ich hatte immer weniger Lust, ihn anzuschmeißen und mir wieder ein Rezept aus der - zugegeben riesigen - Datenbank herauszusuchen. Das dann doch wieder nicht für gut befunden wurde.

Hinzu kam, dass ich in dieser Zeit plötzlich totale Lust hatte, "richtig" zu kochen, mir Rezepte aus Zeitschriften und Kochbüchern zu suchen und Menüs zuzubereiten . Ich mochte es auf einmal, in der Küche am Herd zu stehen und selbst zu brutzeln, verschiedene Soßen zu kreieren und eigentlich nicht nur alles unter Anleitung in einen Topf zu werfen. Ich weiß, das klingt ganz schön brutal, das hat der Thermomix nicht verdient - aber in dieser Zeit kam mir die Erkenntnis, dass ich mir meinen "alten Küchentraum" erfüllt hatte, dass es aber gar nicht mehr zu meinem Leben passte.

Manchmal bedeutet Glück, dass Du etwas nicht bekommst
- Dalai Lama

Kennst du das auch? Manchmal hat man Dinge im Kopf, die man "später" einmal machen möchte, die man sich leisten will, die aber dann - nach der Erfüllung - genau genommen gar nicht mehr zum aktuellen Selbst und den Wünschen passten. So war es bei mir. Ich hatte mich verändert, dachte immer, dass der Thermomix für mich als Minimalistin DIE Erleichterung in der Küche wäre und ich somit nur noch "einen für alle Fälle" bräuchte und alles andere wird plötzlich überflüssig. Integrierte Waage, Mixer, Kochtopf, Garen usw.

Am Ende sah es aber so aus, dass er eben nicht zu mir passte, WEIL ich minimalistisch geworden bin. Weil ich es einfach und schnell mag, weil ein riesiges Gerät mich eher erschlägt und nicht glücklich macht. Weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich früh in die Küche kam und er mich "vorwurfsvoll" anblickte (ok, das ist sicher übertrieben, aber du weißt, was ich meine). Weil ich die ganzen zusätzlichen Teile für alle möglichen und unmöglichen Funktionen (die ich gar nicht brauchte!) irgendwie in meinen Schränken unterbringen musste. Gerade weil ich übersichtliche Schränke und Schubladen habe, habe ich mich geärgert, dass da mit einem Mal wieder alles voll steht. Ich werde nicht selbst meinen Joghurt zubereiten (weil ich gar keinen esse), auch nicht "Sous-vide-garen", emulgieren oder viele weitere Dinge tun. Was noch alles möglich wäre, kann ich hier gar nicht alles aufzählen.

Auch wenn es jetzt so klingt: ich will nicht über den Thermomix schimpfen. Er kann tatsächlich nichts dafür. Ich habe damit zum Beispiel auch leckere Brotaufstriche für mein Geburtstagsfrühstück in der Arbeit zubereitet. Aber Brotaufstriche kann ich auch so! Er soll ja kein Brotaufstrich-Zubereiter sein.
Aber: ich habe für mich einfach entschieden, dass ICH ihn nicht brauche! Diese Entscheidung hat einige (schlaflose) Nächte gebraucht. Ich habe sehr mit mir gerungen - was ich nun tun möchte, ob ich ihm noch weitere Chancen gebe. Als die Entscheidung dann aber gefallen ist - dass ich ihn weggegeben möchte, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Letztendlich will ich ja nur noch von Dingen umgeben sein, die mich glücklich machen, die mein Leben erleichtern und mir gut tun, die ich voller Freude betrachte. Und das war eben nicht gegeben.

Diesen Traum musste ich mir wohl erfüllen - um zu sehen, dass es ein alter Traum war, dessen Erfüllung mir nicht das erhoffte Glück und die Zufriedenheit brachte. Dass ich diesen Wunsch aus vergangenen Jahren vielleicht nun auch zum Trotz oder "weil ich es kann" verwirklichen wollte. Jedenfalls bereue ich es nicht, der Thermomix ist in die besten Hände verkauft - somit sind beide Seiten glücklich. Und ich definitiv um eine Erfahrung reicher.

Und heute? Genieße ich früh wieder den Gang in meine Küche, in der alles genau so ist, wie ich es möchte. Und wenn ich Lust zum Kochen habe, koche ich. Wenn nicht, gibt es etwas schnelles und einfaches. Und mein Sohn? Ist froh, dass er nicht weiter so "ausgefallene" Rezepte versuchen muss. Er wächst und gedeiht prima, ihm fehlt es an nichts. Irgendwann kann ich auch mehr "neue" Sachen probieren, ohne dass er sich vergiftet fühlt. Aber das schaffe ich auch mit herkömmlichen Methoden ;)

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


Tanzen auf der Kleiderstange

Vor Silvester hat mich wieder einmal der "Rappel gepackt" und ich habe alle möglichen Sachen im Haus ausgemistet. Geht dir das auch immer wieder einmal so? Freundinnen, die mich gut kennen, fragen mich dann schon immer: "Was willst DU denn jetzt noch ausmisten? Bei dir steht ohnehin schon so wenig rum, alles hat seinen Platz und nichts Überflüssiges ziert die Räume."

Aber ich brauche das einfach. Ich verändere mich ja auch ständig, ich habe neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen, bilde mich weiter, ändere meine Meinung, der Geschmack verändert sich. Das Leben ist nun mal ein ständiger Wandel - mich eingeschlossen.

Was dich nicht glücklich macht, kann weg

Ich gehe von Zeit zu Zeit alle Bereiche meines Hauses und die sich darin befindenden Dinge durch und frage mich tatsächlich: "Macht mich das glücklich?" Wenn nicht, kann es weg. Mein Ziel ist es nämlich, mich nur noch mit Dingen (und Menschen, aber das ist eine andere Geschichte) zu umgeben, die mich glücklich machen. Die mir eine Freude bereiten, die ich gerne sehe, die ich anschauen und benutzen möchte, die ich gerne trage, damit sie mir ein gutes Gefühl geben.

So war es dann also vor Silvester wieder einmal so weit. Ich nahm alle Kleidungsstücke von meiner Kleiderstange - ich liebe sie einfach! Es handelt sich um ein Kupferrohr, das ich mit meinem Freund mittels einer Seilkonstruktion von der Decke hängend montiert habe (eigentlich eine Heizungsstange, der Mitarbeiter im Baumarkt hat damals nicht schlecht gestaunt, als ich ihm verraten habe, wofür ich diese brauche).

Ich bin also Kleidungsstück für Kleidungsstück durchgegangen - habe viele davon anprobiert und mich wieder einmal gefragt, warum ich einige Stücke dann noch nicht getragen habe, obwohl ich sie doch vor Monaten für gut befunden und dort aufgehängt habe? Wahrscheinlich ging mir die eine oder andere Möglichkeit durch den Kopf:

  • dem Rock gebe ich noch eine letzte "Chance"
  • dieses Mal ziehe ich den Pullover wirklich an
  • jetzt passe ich wieder hinein
  • die Farbe steht mir doch so gut
  • die Bluse war so teuer
  • das Kleid hat mir Tante Heidi doch geschenkt
  • ...

Kommt dir das irgendwie bekannt vor?

Optischer Trick

Seit einiger Zeit wende ich einen optischen "Trick" an: ich hänge zu Beginn der neuen Doppel - Saison (Frühling plus Sommer / Herbst und Winter) grundsätzlich erst einmal alle Kleidungsstücke mit dem Bügel nach vorne auf. Wenn ich dann ein Teil anziehe, drehe ich den Bügelhaken nach hinten. So sehe ich genau, was ich schon getragen habe (Haken zeigt nach hinten) und was nicht (Haken zeigt nach vorne). Irgendwie greift man doch immer zu den gleichen Lieblingsteilen, oder? Also durften an diesem Montag wieder einmal einige Teile gehen, die ich zukünftig nicht mehr tragen möchte.

Der Vorteil von dem regelmäßigen Durchschauen ist einfach, dass ich keine "Kleiderleichen" mit in die nächste Saison nehme. Spätestens im Frühjahr, wenn dann die luftigen Sommerkleider und Blusen wieder an der Stange tanzen dürfen, wird die momentan gut verstaute Garderobe eh noch einmal inspiziert.

Was gefällt mir für Frühjahr und Sommer? Passt noch alles? Passt es noch zu meinem Stil? Gefallen mir die Farben noch? Gibt es genug Teile zum Kombinieren?

Ich liebe ja meine Capsule Wardrobe - schöne Basics, die ich mit einigen besonderen Teilen und Farben super kombinieren kann.

In diesem Sinne: lasset die Kleider an der Stange tanzen!

Aufgeräumte Grüße,
Deine Petra


Vakuum zieht an - altes gehen lassen, damit Neues entstehen kann

Vor kurzem habe ich ein sehr interessantes Buch von Bob Proctor gelesen, in dem es um die Gesetze des Lebens geht. Mindset und Persönlichkeitsentwicklung sind neben aufräumen DIE Themen, die mich beschäftigen, mit denen ich mich auch ständig beschäftigen kann ;) Ohne müde zu werden, ohne dass es mir je langweilig wird, darüber zu sprechen und zu philosophieren! Manchmal sicherlich zum Leidwesen meines Sohnes...
Was mich neben vielen anderen Inspirationen in dem Buch sehr begeistert hat, war das "Gesetz des Vakuums", das mir bisher in dieser Form noch nicht geläufig war. Als ich es dann aber gelesen habe, hatte ich eine schlüssige Erklärung, warum manches im Leben nicht so vorwärts geht, wie ich mir das manchmal wünsche.

Die Natur mag kein Vakuum

Auch bei meinen Kundinnen vor Ort kommt immer wieder das Thema "Loslassen" auf, ist es doch ein zentraler Inhalt meiner Coachings.

Dieses Gesetz sagt nun also - vereinfacht gesagt - aus, dass man nichts Neues erhalten kann, wenn man nicht bereit ist, etwas Altes wegzugeben. Weggeben heißt in diesem Fall loslassen. Wenn ich also Menschen oder Gegenstände nicht loslassen möchte, kann niemand bzw. nichts Neues dazukommen. Bob veranschaulichte das mit einem super Beispiel, das ich hier sinngemäß zusammenfasse:

Seine Tante war sehr unglücklich über ihre Wohnsituation. Sie fühlte sich in den Räumen nicht mehr wohl, die Möbel, die Vorhänge, der Teppich usw. sagten ihr nicht mehr zu. Besonders wenn sie die Vorhänge ansah, wurde sie regelrecht wütend. Sie konnte sich in diesem Wohnzimmer überhaupt nicht mehr entspannen, was auch immer wieder zu Streit mit ihrem Mann führte. Als Bob dann eines Tages dazu kam und diesen Konflikt mitbekam, stellte sich heraus, dass sie seit Jahren unglücklich darüber war. Dem Ehemann ging das sehr auf die Nerven. Als Bob dann nach dem "eigentlichen" Problem fragte, antworte sie, dass sie die alten Vorhänge abgrundtief hasste.

Er lächelte nur und meinte, dass er das nicht glaube. Sie konnte die Vorhänge gar nicht hassen, weil der Mensch an sich nur Dinge in seinem Leben hat, mit denen er in Harmonie lebt und gleich "schwingt" - also dass jeder Mensch wohl so gestrickt ist, dass er sich grundsätzlich mit Dingen umgibt, die er liebt und die ihn glücklich und zufrieden machen (diese Zeitspanne ist meines Erachtens von einigen Menschen oft sehr lange zu erdulden).
Das konnte sie erst einmal nicht nachvollziehen. Ihren Vorwand, dass sie ja neue Vorhänge möchte aber eben die alten noch da sind, entkräftigte er mit den Worten: Du wirst so lange keine neuen Vorhänge hinhängen (bzw. erst einmal besorgen), bis die alten nicht weg sind. Man muss zuerst Platz für etwas Neues schaffen, damit Neues kommen kann.

Platz für etwas Neues schaffen

Als sie das begriffen hatte, nahm sie darauf hin die alten Vorhänge ab - und entfernte damit augenblicklich die Quelle ihrer Wut - jedes Mal, wenn sie draufblickte, war sie sofort in schlechter Stimmung - und schlechte Stimmung zieht wiederum weiteres Schlechtes an.

Diese wenigen Tage ohne Vorhänge konnte sie gut ertragen - jetzt ging sie auf die Suche nach neuen Vorhängen - was sie all die Jahre vorher nicht getan hatte.

Ich finde das so sinnbildlich für Vieles im Leben! Manche erwarten, dass es mit dem nächsten Partner / dem nächsten Job / der nächsten Wohnung besser wird, ohne die "Quelle" vorher zu entfernen.

  • Ich wünsche mir schönere Kleider, habe aber vor lauter unliebsamen Kleidungsstücken im Schrank gar keinen Platz, etwas Neues unterzubringen.
  • Ich hätte gerne ein neues Geschirr, lasse aber das alte "solange" im Schrank stehen.
  • Ich wünsche mir einen liebevolleren Partner, bleibe aber beim alten, bis ich einen anderen gefunden habe.
  • uvm.

Bob brachte noch ein tolles Beispiel mit einem Kaffeebecher. Solange ich den alten Becher dort auf dem Platz stehen habe, kann ich mir unterdessen lange wünschen, dass ich einen neuen Becher hätte. Es ist einfach kein Platz dafür, bis ich den alten nicht losgelassen habe.

Diese "leere Zwischenphase" ist meines Erachtens sehr wichtig, um überhaupt das Bedürfnis nach etwas Neuem zu entwickeln. Um zu genießen, dass das unliebsame, unbequeme, nicht glücklichmachende weg sein darf - um nun aktiv auf die Suche nach etwas Neuem gehen zu wollen.

Ich konnte z.B. noch nie verstehen, dass sich viele Menschen nach einer Trennung gleich wieder an den nächsten Menschen binden - ich habe genau diese Phase des Alleinseins sehr genossen - zum Reflektieren, was gut war, was nicht so gut war, was ich in Zukunft möchte und was ich auf gar keinen Fall mehr möchte. Diese Phase ist für mich DIE Wachstumsphase schlechthin!

Wie sieht es bei dir aus? Bist du bereit, altes und unliebsames gehen zu lassen, damit etwas Neues und Besseres entstehen darf? Oder leidest du lieber noch etwas vor dich hin? Das ist auf gar keinen Fall despektierlich gemeint - jeder braucht einfach die Zeit, die für ihn richtig ist.

Manche Menschen brauchen auch einfach noch mehr Schmerz, um etwas zu verändern. Aber vielleicht hilft dir ja dieses Wissen um dieses Naturgesetz - dass Altes zuerst gehen muss, bevor Neues entstehen darf. Die Natur macht es uns doch vor. Im Herbst lässt der Baum die alten Blätter gehen, bevor im Frühjahr neue Triebe entstehen können.

Ist das nicht auch ein beruhigendes Gefühl, Teil des natürlichen Kreislaufs zu sein?

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


Bin ich das noch?

Heute habe ich erkannt, wer ich bin. Und was noch viel wichtiger und kraftvoller ist: ich habe erkannt, wer ich NICHT mehr bin, weil ich mich in der letzten Zeit so verändert habe.

Durch die Online-Welt bei Instagram und Facebook ist mir aufgefallen, dass ich im ständigen (unbewussten) Vergleich lebe - wie geht es anderen, was machen sie, welche Ideen produzieren sie und setzen sie um. Dass andere Coaches auch tolle Programme anbieten, ist doch klar. Dass sich manche Inhalte überschneiden: auch klar. Aber jede/r von uns ist doch eben anders, genau dieses Ich-Sein ist es ja auch, was einige Menschen anspricht und andere eben nicht. Also was bringt es, neidisch nach links und rechts zu schauen? Als ob ich mir durch das Anschauen etwas abschauen könnte. Geht vielleicht, bei mir hat es nicht geklappt. Die ständige Omnipräsenz auf allen Kanälen, das Hinterherhechten nach Likes und Followern hat mich mürbe und müde gemacht. Ich stresste mich damit, Posts zu produzieren, um Likes und Follower zu generieren. Wofür eigentlich? Vermutlich, um Anerkennung zu bekommen, tolle Menschen anzuziehen. Hat es geklappt? Ich würde sagen NEIN. Weil ich zwar tolle Menschen in Form von neuen Followern angezogen habe, der Preis war aber definitiv zu hoch.

Als ob ich mir durch das Anschauen etwas abschauen könnte

Meine Bildschirmzeit sagte an "Spitzenzeiten" teilweise über 4 (!!!!!) Stunden pro Tag, an denen ich online bin. Erschreckend!!! Oder was sagst du? Für dich normal? Für mich wahnsinnig ergreifend. Und das mir - die schimpft, dass sie zu wenig Zeit hat. Tja, echt seltsam, oder? Wo diese Zeit nur hingeht? Man könnte ja fast einen Nebenjob anfangen, oder ein Buch - was sag ich - 3 Bücher pro Woche lesen, Sport machen in dieser Zeit usw.

Durch mein "Bild" nach außen in den sozialen Medien ziehe ich außerdem genau die Menschen an, denen ich genau so gefalle. Was ja ganz normal ist. Ich überlege mir Texte für den Blog, erstelle Beiträge für Instagram und Facebook, um genau diesen Menschen zu "gefallen". Und es funktioniert tatsächlich, tolle Menschen treten dadurch in mein "Leben", für die ich dankbar bin. Dennoch: was ist mit mir? Gefällt mir das alles so, wie es gerade läuft? Wieder NEIN.

Das ist ein Trugbild von mir, das bin nicht ich. Ich will plötzlich Fremden da draußen gefallen, freue mich natürlich über Kommentare und Likes, als wären sie meine Herzensnahrung. Und fühle mich dabei immer leerer, weil es sich nicht mehr leicht und schön und locker anfühlt, so wie zu Beginn und so wie ich es doch eigentlich möchte. So wie ich darüber schreibe - die Leichtigkeit ist es, die ich anstrebe. Und selbst nicht mehr kannte. Und mir ging es nicht gut. Und ich teilte mich nicht mit, vielleicht, weil ich keine "Schwäche" zeigen mochte. Weil bei mir ja alles immer gut läuft, ich immer vor Energie sprühe, Menschen gerne mit mir zusammen sind weil ich ICH bin - aber das war in letzter Zeit nur das Bild von mir, das ich zeigen wollte.

Erkenntnis beim Tee

Und dann kam sie plötzlich, diese Erkenntnis! In einem lauten Zwiegespräch mit mir selbst. Ich sitze dann immer in meinem gelben Sessel mit einem Tee und rede laut mit mir oder wem auch immer (hoffentlich machst du das auch manchmal, sonst erklär' mich einfach für verrückt!).

Ich habe mich komplett von mir und meinem eigentlichen Leben entfernt.

  • Von mir, die gerne liest, spazieren geht, mit Freundinnen tiefe und persönliche Gespräche führt; die gerne Texte postet voller Liebe, Dankbarkeit, Motivation und Tipps zum Aufräumen. Weil ich das gefühlt schon immer gerne gemacht habe.
  • Von meinen Leben im vollen Vertrauen, dass alles gut wird und zu genau der richtigen Zeit passiert, ohne dass ich so "pushy" voranstürme. So pushy, dass ich alles vertreibe und zurückdränge, was mir lieb und teuer ist. Einschießlich mir selbst.

Weil ich keine Zeit mehr hatte!

Diese Erkenntnis traf mich wie ein Schlag! ICH, die Oberflächlichkeiten hasst, bin plötzlich genauso - bin mehr online "unterwegs" mit Fremden als mit meinen tollen Lieblingsmenschen. Genau auf diese Beziehungen bin ich so stolz, weil ich die Menschen im Leben habe, die ich liebe, die ich wertschätze. Um die kümmere ich mich gerade NULL, rufe kaum jemanden an, weil ich abends keine Energie mehr dazu habe, es mir einfach alles "zuviel" ist. Was genau ist denn zuviel? Weiterhin in das Leben, die Gefühle und Gedanken meiner Liebsten einzutauchen und an ihren Leben teilzuhaben? Lächerlich.
Genau DAS macht mich doch aus. Ich liebe meine Freunde, bin stolz darauf, sie zu haben - sch..egal, wo sie wohnen. Ich habe alle vernachlässigt, weil ich anderen gefallen wollte. Menschen hinter Profilen, genauso versteckt wie ich hinter meinem. Tolle Kontakte habe ich dadurch geknüpft, davon möchte ich keinen missen. Doch wie schnell vergibt man Likes oder Dislikes, kaum einer kennt die Geschichte dahinter, jeder ist mit seinem Leben beschäftigt. Nur ich war das eben nicht mehr.
Also so was von klar, dass es mir nicht gut geht - ich habe mich komplett verbogen, für mögliche Kundinnen, die mein Coaching buchen, für Follower und Likes. Wofür? Für meinen Frieden, mein Glück, meinen Frieden, mein Gewissen, mein ständiges Gehetztsein. Ohne dass das irgendwer von mir verlangt hätte. Einzig und allein mein Perfektionismus standen dahinter - gut und noch besser zu sein, noch mehr Menschen anzusprechen, noch mehr zu helfen, ihr Leben aufzuräumen. Dabei habe ich meins vergessen. Genau die Menschen, die heute in meinem Leben sind, sind da, weil es mich (und hoffentlich auch sie) glücklich macht. Weil jede/r Einzelne auserkoren wurde. Wie viele Kontakte habe ich ausgemistet - weil sie mir nicht (mehr) gut tun, weil nur Oberflächlichkeiten besprochen werden, weil ich nicht ich sein kann in allen Facetten.

Aber das hat nun ein Ende!

Was will ich wirklich?

Ich habe nun meine Bildschirmzeit drastisch reduziert! Ich gönne mir handyfreie - offline - Zeiten, in denen ich wieder auf mein Herz höre. Denn genau das habe ich in dieser Zeit nicht mehr. Es war ja ständig von äußeren Reizen abgelenkt, ohne dass ich auf die Frage: "Was will ich denn wirklich?" eine Antwort gehört hätte. Ich will MEIN Leben wieder führen und das mit Genuss. Leicht und locker und mit ganz viel Spaß Blogbeiträge und Posts schreiben, die mich und mein Leben spiegeln, ohne dabei an Follower und Likes zu denken. Schreiben, weil ich einfach Lust dazu habe. Keinen festen Plan verfolgen, mit dem ich etwas bieten und jemanden bespaßen muss. Einfach die Menschen anzuziehen, die meine Energie wollen, die mit mir zusammen an sich arbeiten wollen. Wenn sie kommen, ist es so schön. Wenn nicht, werde ich niemanden mehr an den Haaren herbeireißen. Sorry dafür! Falls das überhaupt jemandem aufgefallen ist ;) Das schöne ist ja, dass die Aufräumerei mein Herzensbusiness ist, das mache ich aus Leidenschaft, weil ich motivieren und inspirieren will. Nicht um Geld verdienen zu müssen. Genau diesen Zwang und Druck wollte ich nie und bin unbewusst in genau diese Falle getappt.

Außerdem - und das v.a. - will ich wieder ICH sein. Mit allem was mich ausmacht und mir Spaß macht, so wie ich es mir in den letzten Jahren aufgebaut habe . Plus der Erkenntnis, dass es gut war, wie es war und nicht immer noch besser werden muss. Sondern dass ich genug bin, dass ich mich nicht in allen Bereichen bis ans Maximum optimieren muss. Weil ich ohnehin jeden Tag wachse. Weil ich den Menschen, die mir etwas bedeuten, genau so gefalle. Weil ich in ihren Leben sein darf, eine Rolle spielen darf, Höhen und Tiefen miterlebt habe und auch weiterhin erleben möchte. Ja, auch für die Tiefen will ich wieder da sein, weil ich aus meinem Tief geklettert bin. Hat ja lange genug gedauert, dafür entschuldige ich mich von ganzem Herzen.

Aber aus einem Tal geht man schließlich gestärkt hervor. Ich will nun wieder Zeit haben, ich will wieder lesen, zum Laufen gehen, ich will Yoga machen, spazieren, ich will mich mit Freundinnen treffen und lachen und philosophieren, ich will telefonieren und hören, wie es ihnen geht, wenn wir uns auf Grund der Entfernung oder des Alltags nicht sehen können - ich will Bescheid wissen, was gerade ansteht oder auch nicht.

Außerdem möchte ich natürlich frische Energie in die Aufräumerei stecken, neue Ideen entstehen lassen - aber ohne Druck und Stress, einfach, weil ich es liebe.

Natürlich habe ich weiterhin große Ziele - aber ich nehme mir den Druck heraus. Dieser hat mich total gestresst. Natürlich weiß ich viel darüber, dass sie am besten "smart" sein sollten usw.

Aber in erster Linie sollen sie sich gut anfühlen - wie überhaupt alles jetzt. Wieder mehr auf mein Bauchgefühl vertrauen, weil mir das schon immer den richtigen Weg gezeigt hat. Bei der Kindererziehung, beim Finden meines Partners, bei dem ich mir von Anfang an sicher war und bin, dass das ein ganz besonderer Mensch ist. Bei Begegnungen mit Menschen, bei denen einfach ein gutes Gefühl da war, bei Entscheidungen, bei Kundinnen, bei Projekten - und und und. Und jetzt kann ich es auch wieder spüren, wahrnehmen, weil ich in mich hineinhöre und das auch annehme.

Ziele müssen also nicht mehr bis zu einem bestimmten Datum erreicht werden, weil ich ja ohnehin weiß, DASS ich sie erreiche. Weil ich etwas dafür tue und weil ich darauf vertraue. Das ist so, wenn ich zum Essen in ein tolles Restaurant gehe: ich bestelle und nach einiger Zeit kommt das Essen dann. Das weiß ich einfach. Ob es dann genau um 18.27 Uhr sein muss oder vielleicht erst um 18.35 Uhr? Ist mir eigentlich egal ;)

Und warum jetzt das Bild mit der LIEBE?

Weil die Liebe über allem steht. Die Liebe zu mir - Selbstliebe, mich so anzuerkennen, wie ich bin. Die Liebe zu meinem Sohn, zu Partner, zu meinen Freunden. Weil sie das Wichtigste überhaupt ist.

Das war nun also DIE Erkenntnis des Jahres 2020 für mich. Das Jahr ist zwar noch sehr jung aber ich bin so glücklich und dankbar, dass dieses Wissen nun für 2020 angewendet werden kann.

Ich geh jetzt raus und sage den Menschen, die ich liebe und so vernachlässigt habe, dass sie mir wichtig sind und ich mir zukünftig wieder alle Zeit der Welt für sie nehmen möchte. Dass ich mich entschuldige, dass ich keine Zeit mehr hatte, nicht für sie da war. Auch wenn sie mir ein "ganz gut" auf die Frage: "wie geht es dir?" geschrieben haben und ich doch gespürt habe, dass es vielleicht doch nicht ganz so gut ist. Ich möchte ihnen danken, dass sie auf mich "gewartet" haben, dass sie mich nicht aufgegeben haben, dass sie dennoch zu mir standen und es immer und immer wieder versucht haben! Danke!

Wie ist es bei dir? Nimmst du dir genug Zeit für "echte" Freunde?

Erkenntnisreiche Grüße,
Deine Petra


Mein federleichter Schlüsselmoment

Im März 2018 hatte ich einen Schlüsselmoment! Mir wurde plötzlich alles zu viel! Ich hatte zwei Jahre davor meine Mama an den Krebs verloren, meine Ehe beendet, bin mit meinem Sohn in meine Heimatstadt zurückgezogen, habe mich beruflich und privat neu aufgestellt und das Elternhaus ausgemistet, umgebaut ...

Nach all diesen Aktivitäten kam ich scheinbar zur Ruhe. Und nun? Wurde es ruhiger, ich hatte plötzlich Zeit. Zeit zum Nachdenken, zum neu Verplanen, zum Umstrukturieren. Zum Ankommen? Ja, schon. Aber irgendwie auch nicht. Und diese Frage: „Warum bin ich noch nicht bei MIR angekommen?“ beschäftigte mich sehr. Nun hatte ich doch alles, was ich mir erträumt hatte. Ein tolles Zuhause mit meinem Sohn und dem Kater, eine wunderschöne Arbeit mit netten Kollegen, einen liebevollen Partner, wundervolle Freundinnen ... Dennoch. Irgendwas scheinte zu fehlen. Doch was?

Mein reiches Leben, für das ich dankbar war, wollte wieder betrachtet werden. Für mich stand es auf dem Prüfstand. Ich war zwar glücklich, aber irgendwie auch nicht so richtig. Kennst du das? Du hast nach außen hin scheinbar alles was es braucht - und doch fehlte etwas.

Dieses Gefühl nagte Wochen an mir. Bis klar war - ich musste dringend noch einmal ausmisten. Und zwar alles in meinem Leben. Innen und außen.

Es ist nie nur ausmisten

Ich wollte alle Bereiche und Dinge noch einmal gründlich durchsehen und prüfen, ob ich sie so lassen und behalten möchte. Also machte ich mir einen Plan. Ich liebe Pläne, habe quasi schon immer geschrieben (Tagebuch, Listen, Wie-will-ich-leben-Instruktionen) und deshalb war das nun das Naheliegendste für mich.

Also bin ich folgendermaßen vorgegangen:

  • 1 Monat lang im Außen (Mai 2018) mein komplettes Haus und alles was dazu gehört ausmisten (auch Garage, Auto, Büro in der Arbeit)
  • 1 Monat lang im Innen (Juni 2018) mein Seelenleben entmüllen.

8 Wochen, die mein Leben von Grund auf verändert haben, so viel kann ich sagen!

Außen

Der Mai 2018 war also geprägt von ausmisten, umräumen, umstrukturieren und neu dekorieren. Ich habe mir einen Plan (na klar, was auch sonst?) erstellt, wie ich vorgehen werde. Für jeden einzelnen Raum habe ich aufgelistet, was ich durchsehen will, welcher Bereich mir nicht gefällt, was ich verändern möchte, wo ich etwas ander(e)s möchte. Das waren sehr viele Listen mit sehr vielen Aufgaben.

Ich hatte tatsächlich jedes einzelne Stück (!) in der Hand. Habe mich gefragt, ob es mich (noch) glücklich macht, ob es in meinem zukünftigen Leben bleiben darf, ob es dort noch hineinpasst. Oh, wie viel habe ich ausgemistet. Da waren noch so viele Dinge von meiner Mama oder aus der Vergangenheit, die mich plötzlich nicht mehr glücklich machten bzw. die mich sogar unglücklich oder traurig machten.

Wollte ich mich mit diesen Dingen zukünftig wirklich umgeben? Nein! Definitiv nicht! Ich denke, dass in diesem Monat sicher noch einmal die Hälfte meines Besitzes weggegeben habe. Viele Dinge durften zum Wertstoffhof, die Männer kannten mich sicher schon beim Vornamen. Auch mein Sohn war oft mit dabei, habe ich ihm doch gezeigt, wie befreiend es sein kann, die nicht mehr benötigten Teile voller Schwung in den Container "zu pfeffern" und loszulassen. Sehr viele Besitztümer habe ich außerdem verschenkt bzw. verkauft, so dass alles Gute noch einen Nutzen hatte. Was für ein tolles Gefühl: Sachen wegzugeben an jemanden, der sie wertschätzt und brauchen kann. Unbezahlbar! Zurück in den Kreislauf!

Die Befreiung, all das nicht mehr benötigte loszulassen kann sicher jeder nachvollziehen, der schon einmal ausgemistet hat. Als ob ich mich mit jedem einzelnen Teil, das ich los ließ, leichter fühlte. Jedes Stück Freiheit fühlte sich kostbar an. Jede freie Ecke, jede leerer gewordene Schublade... Als ob ich plötzlich mehr Luft zum Atmen hatte. Ich weiß, das klingt sehr pathetisch. Aber so fühlte ich es in diesem Moment. Ich wusste dadurch, dass ich niemals mehr zu viele Dinge wollte. Über Minimalismus habe ich hier ja schon öfter geschrieben - das war er in seiner Reinform. Ein spürbares Erlebnis für mich! Ballast abwerfen und sich gut fühlen. So einfach war das also!

Dieses Ausmisten im Außen hat viel in mir bewirkt. Ich spürte noch mehr als damals - als ich das Elternhaus ausräumte - wie sehr ich mich verändert hatte. Auch im Vergleich von vor zwei Jahren. Ich hatte mich verändert und deshalb mussten meine Räume angepasst werden. Sie mussten an mich und meine neuen Bedürfnisse nach mehr Freiraum und Einfachheit angepasst werden. Weil mich alles andere belastete und erdrückte. Das Gefühl, dass etwas fehlte, war plötzlich sonnenklar. Es war nicht das Gefühl von Leere sondern im Gegenteil von zu viel! Von Ballast. Wahrscheinlich fühlt sich das im ersten Moment ähnlich an, jedenfalls war es mir danach klar. Nur wenn ich eine Leere bzw. ein genau-richtig erschaffe, habe ich Platz für etwas Neues - und damit meine ich sicher nicht wieder irgendwelche Dinge, die ich mir ins Haus stellen wollte. Sondern Neues im Sinne von neuem Sinn, von erfüllenden Dingen, von meinem WARUM.

Dazu war es nun genau richtig, dass der Juni kam. Mein Monat der inneren "Reinigung" - Detox für die Seele sozusagen ;)

Was dich nicht glücklich macht, kann weg

Innen

Auch hierfür gab es natürlich einige Überlegungen im Vorfeld, die ich mir sorgfältig auflistete. Was wollte ich alles "anschauen"?

  • Verpflichtungen
  • Freunde
  • Ziele / Träume
  • Beziehungen
  • Glaubenssätze
  • Umfeld
  • usw.

Ich nahm mir für jeden Tag ein anderes Thema vor. Begonnen habe ich mit Abschiedsbriefen an meine Eltern, an meinen Ex-Partner und an mein "altes Ich". Die Briefe wurden natürlich niemals abgeschickt (meine Eltern sind beide tot) - aber um das ging es nie. Es ging einfach darum, mir alles von der Seele zu schreiben - gutes wie schlechtes! Meinen Frieden zu machen, zu verzeihen, zu lernen aus der Vergangenheit. Zu erkennen, dass niemand je böswillig gehandelt hat, dass mich die Eltern nach bestem Wissen und Gewissen erzogen haben - schließlich lernt man das ja nirgends richtig. Man kann nur aus seinem Erfahrungsschatz weitergeben, kennt nur diese Wahrheit.

Gerade das Verzeihen ist so eine kraftvolle Übung, die man v.a. für sich selbst machen kann. Andere wissen oft gar nichts davon, was man in seinem Inneren für einen Groll oder für negative Gefühle dem anderen gegenüber hegt, so dass man sich hauptsächlich selbst damit belastet. Ist das nicht paradox? Ich bin sauer auf jemanden, habe komische Gefühle, negative Gedanken, verhalte mich seltsam und der andere merkt nicht einmal was davon? Was für ein Quatsch!

Nach diesem Verzeihen - auch mir gegenüber - war ich bereit, mich der Gegenwart und der Zukunft zu stellen. Der Brief an mich selbst und mein milder Blick auf mein Leben taten gut - ich erkannte für mich, dass mich meine Vergangenheit genau zu der Person gemacht haben, die ich heute bin. Und damit bin ich eigentlich sehr zufrieden. Weshalb also grämen und ärgern? Bringt ja doch nix! Ich habe in dieser Zeit erkannt, dass mich v.a. die Dinge ärgern, die ich NICHT getan habe. Die ich mich nicht traute, weil sie zu groß schienen, weil sie außerhalb meiner sehr bequemen "Komfortzone" lagen, weil mir die Meinung von außen wichtiger erschien... Das habe ich mittlerweile auch ausgemistet - was andere Menschen von mir denken ist mir inzwischen (fast) egal ;) Nun galt es also, meine Verpflichtungen und Termine zu betrachten. Was tat ich und warum? Und hatte ich (noch) Spaß daran? Was frisst den Großteil meiner Zeit? Viele Dinge wurden in dieser Zeit überflüssig - z.B. bügeln. Für mich schon immer ein Graus. Ab dann beschlossen, dass es eine sinnvolle Kunst ist, Wäsche sehr gut und ordentlich aufzuhängen, denn das machte bügeln für mich komplett überflüssig. Was für eine Erleichterung.

Nach dem Motto:

Bügelst du noch, oder lebst du schon?

"Zufällig" wurde in dieser Zeit mein Handy kaputt. Über einige Tage kündigte es sich an, dass es wohl bald den Geist aufgeben würde, aber erst als ich beschloss, sicherheitshalber alle Kontakte zu sichern, war es endgültig hinüber. Bevor ich alle Kontakte sichern konnte. Plötzlich hatte ich tatsächlich keinen einzigen Kontakt mehr. KEINEN. Alles war darauf gespeichert. Termine, Bilder (die ich zum Glück vorher gesichert habe), Adressen usw. Und nun war alles weg? Puh, das war tatsächlich ausmisten vom Feinsten. So hart wäre ich nicht einmal ich gewesen. Aber gut, ich sagte mir: Für irgendwas wird es schon gut sein. Mal abwarten, wer sich nun alles meldet. Und weißt du was? Einige Menschen davon haben sich bis heute nicht (mehr) gemeldet - und ich vermisse niemanden. Dafür kamen unzählige neue Freunde und Bekannte dazu, die vorher nicht in meinem Leben waren. Die "alten" wurden quasi durch höhere Gewalt aus meinem Leben gelöscht.

Als nächstes überlegte ich mir, wo ich in 1 Jahr stehen will. Wie will ich da leben, arbeiten, wohnen...? Das war eine spannende gedankliche Reise, meine Visionen entstanden - dazu kreierte ich mir ein Visionboard, an dem ich alles festklebte, malte und schrieb! Welche Ziele habe ich, welche Reisen möchte ich unternehmen, wie soll mein Haus aussehen. Sehr spannend und auf jeden Fall zu empfehlen. Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich schon einige Jahre mit Persönlichkeitsentwicklung, positiver Psychologie, NLP, positivem Mindset, der Kraft der Gedanken uvm. Dieses Board hängt in meinem Arbeitszimmer und immer wenn ich dort bin, fällt mein Blick drauf - eine ungeheure Anziehungskraft geht davon aus, genau dorthin zu kommen. Eine weitere Übung in meinem Ablauf war es, Dankbarkeit zu zelebrieren. Wofür bin ich alles dankbar? Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie viele Seiten mit Punkten ich aufgeschrieben habe. Aber wie toll war diese Übung bitte? Ab da nahm ich mir vor, jeden Abend meine ganzen "Wunder" aufzuschreiben, die sich tagsüber ereigneten und für die ich dankbar war. Das tue ich übrigens bis heute. Man steht schon mit einem anderen Gefühl auf - weil man sich auf alle Momente ganz anders einlässt, weil ich sie merken möchte, damit ich sie abends in mein Dankbarkeitsbüchlein schreiben kann. Weil man sich plötzlich viel mehr auf die positiven Dinge im Alltag konzentriert.

Das, auf was du dich fokussierst, verstärkt sich

Nach diesen zwei lebensverändernden Monaten ist eine Idee in mir gereift. Die Idee zur "Aufräumerei". Ich habe an mir selbst erkannt und gespürt, wie wohltuend und erleichternd so ein Ausmisten des Lebens ist. So viele Menschen in meinem Umfeld schienen zu dieser Zeit genau die gleichen Themen in ihren Leben zu haben.

  • Kann das alles sein?
  • Was will ich noch machen?
  • Irgendwie ist mir alles zu viel...
  • Ich habe das Gefühl, dass ich keine Luft zum Atmen habe vor lauter Verpflichtungen...
  • Was tut mir gut?

Ich wollte anderen Menschen eine Inspiration sein, wollte mit ihnen meine Erfahrungen teilen, wie gut aufräumen der Seele tut, wie leicht und locker man sich im Alltag plötzlich fühlt. Dass nur der erste Schritt vermeintlich schwer fällt - der mit unterstützender Hilfe viel leichter wird. Und diese Hilfe wollte ich für andere sein, wenn sie sich auch nicht so leicht tun! Andere motivieren, damit sie sich für ihr Leben entscheiden, einmal durch die "Hölle des Ausmistens" zu gehen, damit man danach ein für allemal Ruhe davon hat. Und wie befreiend es sich anfühlt, selbstbewusst Entscheidungen zu treffen über die Dinge, die im Leben bleiben sollen / dürfen.

Wie gesagt - es ist nie nur ausmisten. Es verändert dein Leben - wenn du es zulässt - und dadurch verändert sich alles. Wie herrlich!

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra


So startest du ganz entspannt in deinen Mindful Zero-Waste-Alltag

Mein bester Freund musste letztens nach einem Krankenhausaufenthalt noch eine Woche zu Hause bleiben. Es ging ihm schon wieder soweit gut, dass er in der Wohnung aktiv sein konnte und nicht mehr das Bett hüten musste. Aber so richtig Bäume ausreißen ging eben auch noch nicht. Auf einmal hatte er also Zeit für Müßiggang und einfach mal Nichtstun. Etwas, dass wir uns in unserem stressigem Alltag doch immer wünschen… natürlich nicht in Verbindung mit einer Krankheit oder einem Aufenthalt im Krankenhaus. Aber so einen Moment, in dem die Gedanken einfach mal bei uns bleiben können und nicht darauf ausgerichtet sind, welche To-Dos noch abgearbeitet werden müssen, welcher Einkauf noch zu erledigen ist, welche Termine noch abzusprechen sind.

Das Schönste, was in solchen Momenten des Nichtstuns passiert … du nimmst auf einmal Details um dich herum wahr, die dir vorher nicht aufgefallen sind. Im Fall meines besten Freundes war es auf einmal sein Badezimmer. Ein Raum, der normalerweise vollgestopft war mit allem möglichen Shampoos, Cremes, Parfüm. Es ist ein kleines Bad, wie viele von uns es auch haben. Trotzdem stand gefühlt auf jeder freien Stelle ein Artikel aus der Drogerie oder Apotheke. Liebenswert chaotisch würde ich sagen.

Als ich aber letzte Woche zu einem Krankenbesuch vorbeikam, waren all die Flaschen, Tiegel und Krimskrams verschwunden. Minimalismus war stattdessen eingezogen! Was war passiert? Er erzählte mir, dass er mal wieder in Ruhe auf meinem Blog über Mindful Zero Waste (https://martha-s.de/) gelesen hätte und als er sich so in seinem Badezimmer umgeschaut hat, seien ihm die ganzen Dinge auf einmal bewusst geworden. Einige der Kosmetikprodukte waren schon seit Jahren abgelaufen. Er hat kurzen Prozess gemacht und radikal alles aussortiert was er ohnehin nicht benutzt. Übrig geblieben waren eine Handvoll Flaschen. Es fühlt sich super befreiend an. Nicht nur, dass das Bad insgesamt aufgeräumter und großzügiger wirkt, sondern auf einmal ist ein Raum entstanden, in dem er sich wohlfühlt und loslassen kann.

Loslassen, weniger Besitz und weniger Krimskram um uns herum bringen also Gelassenheit, Entspannung, Klarheit. Anders ausgedrückt - sie tun uns verdammt gut. Aber warum schaffen wir es dann nicht diesen Zustand beizubehalten?

Ganz bestimmt hast du schon solche Aufräum- und Ausmist-Aktionen hinter dir! Wie viele Male hast du dir dann vorgenommen, dass ab jetzt die Oberflächen und Schubladen leer bleiben? Hat es funktioniert?

Dein Zero Waste Alltag beginnt mit Mindful Living

Fakt ist, dass wir in einer Zeit leben, in der alles im Überfluss vorhanden ist. Ständig werden wir animiert, etwas zu kaufen. Und auch wenn wir nichts kaufen, kommt jemand und drückt uns etwas in die Hand. Eine Gratisprobe, einen Flyer, Kassenzettel, Gummibärchen…. Endlos, die Liste alleine der Dinge, die völlig ungebeten in unsere Wohnung kommen.

Die Notwendigkeit des Wegwerfens entsteht jedoch, weil wir unaufmerksam sind. Die Tatsache, dass wir umgeben sind von Produkten, die wir konsumieren sollen, kannst du erstmal nicht ändern. Unsere Welt ist, wie sie ist und ändert sich nur langsam. Was du aber sofort ändern kannst, ist deine Sichtweise und Aufmerksamkeit
(https://martha-s.de/gluecklichsein-nachhaltigleben/) .

Wie oft hast du zum Beispiel schon an der Kasse gestanden und dein Handy rausgeholt? Oder ist dir mal aufgefallen, wie wenig Leute mittlerweile einfach nur auf den Bus warten? Wenn eine Verabredung zu spät kommt, werden wir ungeduldig und denken, dass unsere Zeit verschwendet wird. Die meisten von uns müssen sich irgendwie beschäftigen, um die Zeit dann sinnvoll zu nutzen. Dabei ist genau diese Zeit das schönste Geschenk. Genau in diesen Minuten kannst du deine Aufmerksamkeit schulen. Du kannst einfach mal nur warten. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger. Schaue dich um und nimm deine Umgebung und dich in diesem Augenblick ganz bewusst wahr.

Bleibe achtsam und genau in dem Moment werden dir viele Dinge auffallen

Durch diesen einfachen Schritt erreichst du mehr Bewusstsein für die Situation und Gelassenheit. Dein Stress und das Gefühl gehetzt zu sein wird abnehmen. Auf einmal wirst du dann bemerken, wie viele unnötige Dinge jeden Tag den Weg in dein Zuhause schaffen. Ähnlich wie wir von einer Welle von Informationen jeden Tag überschwemmt werden, werden wir auch von ganz vielen unnötigen Dingen belästigt. Im schlimmsten Fall erlauben wir diesen eigentlich unnötigen Dingen dann mit uns nach Hause zu kommen, um als Müll wieder entsorgt zu werden.

Ein Beispiel gefällig?  Stell dir noch mal vor, wie du in der Warteschlange an der Kasse stehst. Voo…oooll langweilig und verschwendete Zeit. Also holst du dein Handy heraus, um die Zeit „sinnvoll“ zu nutzen und schaust mal eben schnell bei Instagram vorbei. Ehe du dich versiehst, bist du bei der Kassiererin angekommen, hast völlig automatisch deine Sachen auf die Theke gelegt, bezahlt und stehst mit einer Tüte, Kassenzettel, Flyern über den aktuellen Sale und einem noch nett in Papier verpackten Einkauf draußen vor der Tür. Dabei hätte dein Einkauf eigentlich auch gut in deine Handtasche gepasst. Eiskalt erwischt? 

Auf der tiefsten Ebene geht es bei der Achtsamkeit um Freiheit: von reflexartigen Mustern, von automatischen Reaktionen und „ungewollten Handlungen“.

Bleib achtsam und dir werden ganz viele Gelegenheiten auffallen, um Unnötiges abzulehnen 

Durch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Bei-der-Sache-bleiben kannst du jeden Tag ganz leicht Müll vermeiden. 

  • Kassenzettel
  • unnötige Verpackungen und Tüten beim Einkaufen
  • die kleine Milchpackung zum Kaffee oder Zucker, den du eigentlich nicht nutzt
  • die Flyer, die dir in der Fußgängerzone in die Hand gedrückt werden
  • Gratisproben, die du am Ende nicht benutzt
  • Kugelschreiber, von denen du schon eine ganze Kiste voll besitzt
  • Werbung im Briefkasten, weil du schon lange das Schild „Bitte keine Werbung“ anbringen wolltest
  • der Luftballon für dein Kind, weil irgendeine Partei Wahlkampf macht
  • die Kundenzeitschrift im Supermarkt

Die Sachen abzulehnen, die du nicht unbedingt brauchst, ist der erste Schritt für mehr Zero Waste (https://martha-s.de/nachhaltigleben-zero-waste/) in deinem Alltag. Manchmal erfordert es auch Mut, um eine Alternative zu bitten und du musst lernen Nein zu sagen, aber dafür wirst du mehrfach belohnt.

Dein Mindful Zero Waste Alltag verhilft dir zu mehr Energie und Gelassenheit

Du wirst den Mut aufbringen müssen, vielleicht auf Instagram mal etwas zu verpassen. Vielleicht kostet es dich auch Überwindung, die Kellnerin noch mal loszuschicken, um dir ein Kännchen Milch zu bringen, statt der abgepackten Plastikdose. Aber wenn du regelmäßig dran bleibst und deine Aufmerksamkeit schulst, dann wirst du das gute Gefühl haben, jeden Tag etwas für die Umwelt zu tun. Andere Menschen erhalten durch deine freundliche Ablehnung ebenfalls die Chance, grundsätzlich etwas zu ändern und sich über ihr Handeln bewusst zu werden.

Das Ablehnen und bewusste Vermeiden von unnötigen Dingen wird dir aber auch Zeit sparen. Alles was nicht in deine Wohnung gelangt, musst du nicht aufräumen, entstauben, sortieren und entsorgen. Ich erinnere mich noch mit Schrecken an all die Stapel und Schubladen voller Krimskrams, von denen ich nie wusste, was sie beinhalten oder wohin ich sie räumen sollte. Sie bevölkerten bevorzugt meine Küche und haben mir vorwurfsvoll eingeredet, dass ich unordentlich wäre. Ich nenne diesen Krimskrams gerne Energiemonster, denn sie beschäftigen dich und rauben dir Energie, aber du hast keinen wirklichen Nutzen dadurch. 

Der einzige Weg, die Energiemonster loszuwerden ist, sie erst gar nicht in dein Zuhause zu lassen. Alles, was du dafür machen musst, ist aufmerksam zu sein. Frage dich einfach, bevor du etwas annimmst und in deine Tasche steckst, ob du es wirklich brauchst. Und damit meine ich Wirklich, Wirklich! Nicht in dem Sinne, oooh das Rezept klingt lecker, ich nehme den Flyer mal mit und probiere es irgendwann mal aus. Sobald dir so ein Gedanke in den Kopf kommt, kannst du den Rezept-Flyer schon wieder weglegen. Denn irgendwann kommt selten und bis dahin hast du den Flyer schon mehrfach hin und her geräumt.

Frag dich in dem Moment, in dem dir etwas angeboten wird, ganz bewusst, warum und ob du es annehmen möchtest. Frage dich, ob es dir genug Freude oder Nutzen bringt, sodass es deine Aufmerksamkeit und die wertvollen Ressourcen unserer Natur wert sind. Nur wenn du wirklich überzeugt bist, nimmst du etwas mit nach Hause. Alles andere kannst du getrost links liegen lassen oder ablehnen. Durch dein bewusstes und achtsames Handeln, signalisierst du auch, dass es nicht okay ist und du umweltschonende Lösungen bevorzugst. Denn wenn es keine Nachfrage gibt, gibt es auch kein Angebot. Probiere es aus ab jetzt aufmerksamer zu sein und du wirst feststellen, wie viel gelassener du auf die Flut der Dinge reagieren kannst. 

In Wahrheit können wir sehr gut ohne all die gratis Geschenke, Werbeartikel, Kugelschreiber, Verpackungen & Co. leben. Stimmst du mir zu?


Über die Gastautorin:
Ende 2017 hat Jana über ein Coaching den Weg zu ihrem Herzensthema Natur & Nachhaltigkeit gefunden. Statt immer mehr Geld und Zeit für einen Lebensstil auszugeben, der Statussymbole anhäuft, Erfolg über unseren Besitz definiert und ziemlich ungesund für uns und die Umwelt ist, ist sie über Plastik- und Konsumfasten zu Mindful Zero Waste gelangt. Dabei geht es um eine Lebenseinstellung, die die Umwelt schont und gleichzeitig eine neue Art von Wohlstand bringt, ohne kompliziert und perfektionistisch zu sein. Auf ihrem Blog teilt sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen, um anderen Frauen zu zeigen, welche Wege es gibt, um nachhaltig und im Einklang mit der Natur und sich selbst zu leben.


Mein persönliches ABC des Minimalismus

Vor einiger Zeit bin ich durch "Zufall" auf den Blog von Barbara Hodel, eine Minimalismus-Blogger-Kollegin aus der Schweiz gestoßen, die ihr Minimalismus-ABC veröffentlichte (das kannst du hier lesen). Sie wurde wiederum durch Christof Herrmann inspiriert, ein bekannter Autor und Minimalismus-Blogger-Kollege aus Nürnberg (hier findest du sein ABC).

Da kam mir spontan die Idee, ob wir nicht eine kleine Challenge daraus machen könnten. D.h. jede/r Interessierte veröffentlicht einfach sein ganz persönliches "ABC des Minimalismus" unter dem Hashtag: #MinimalismusABC und wir lassen uns alle durch die verschiedenen Tipps der Buchstaben inspirieren!

Jemand Lust mitzumachen?

Wie definierst du Minimalismus für dich?

Genau diese Frage finde ich extrem spannend und genau deshalb habe ich vor einiger Zeit auch einen Minimalismus-Stammtisch in Nürnberg gegründet (nach dem Vorbild von Michael Klumb, dem Gründer der Minimalismus-Stammtische, das Interview auf meinem Blog mit ihm kannst du hier nachlesen). Hier werden Erfahrungen, Geschichten, Tipps & Tricks zu einem nachhaltigen und einfachen Leben ausgetauscht und nebenbei knüpft man tolle Kontakte zu wundervollen Menschen. Vielleicht werde ich bald einmal einen Blogartikel über den Stammtisch schreiben ;)

Nun möchte ich aber zum eigentlichen ABC kommen, das ich mit dir teilen möchte!

Mein persönliches ABC des Minimalismus

A - Ausmisten
Das A und O meines persönlichen minimalistischen Lebens. Damit hat alles begonnen, das schaffte Klarheit, freie Flächen und Möglichkeiten, entspannte den Kopf (und den Geldbeutel, ich habe so viele Dinge verkauft, dass ich mir einen Urlaub leisten konnte!). Welche Fragen und Entscheidungen mir hierbei halfen, erfährst du im restlichen BC ;)

B - Bestandsaufnahme
Vor dem Ausmisten kam die Bestandsaufnahme jedes einzelnen Bereiches meines Lebens. Ich bin ein großer Fan von Listen und habe mir für jeden Raum eine Liste erstellt. Die auszumistenden Bereiche darauf waren sehr kleinteilig aufgelistet, weil ich finde, dass man auch mit sehr kleinen Schritten zum Ziel kommt. Und freut sich dann über jeden geschafften Punkt! So bin ich Schublade für Schublade durchgegangen, Bereich für Bereich, Kategorie für Kategorie. Alles wurde einmal in die Hand genommen und befühlt, gespürt, ob es noch in mein Leben passt. Wenn es sich nicht (mehr) gut anfühlte, musste es gehen. Das war im Außen! Anschließend kam das Innere. Hier standen Kontakte, Verpflichtungen, Glaubenssätze und Pläne auf dem Plan, ich habe rigoros ausgemistet und neu sortiert.

C - Chaos war gestern
Heute ist es ordentlich, denn Chaos im Außen bringt Chaos im Innen - und ich habe beide Bereiche gerne sauber. Deshalb vermeide ich Chaos - durch Ausmisten und den Rest des ABCs.

D - Dankbarkeit
Eines meiner liebsten Gefühle - kostet nichts außer genau hinsehen und -fühlen, bringt aber so unendlich viel. Und gute Gedanken und der Blick auf das, was ich habe, macht mich wirklich glücklich. Außerdem ziehen gute Gefühle wiederum gute Dinge an - also ein wunderbarer Kreislauf.

E - Einfach machen!
Ich habe Dinge gerne so einfach wie möglich. Frisches Brot mit Butter und Tomaten, einfache Suppen mit wenigen Zutaten, zusammen kochen statt Restaurant, Spazieren gehen im Wald, Laufen statt Fitnessstudio, radeln statt Auto fahren, Bücher/Zeitschriften/DVDs ausleihen statt kaufen, Spieleabend statt Kino ... Also unzählige - meist kostengünstige bzw. kostenlose Dinge, ich habe mir mal einen Spaß gemacht und habe diese auf einer langen Liste gesammelt. Was für eine Wohltat für die Seele, wenn nicht alles Geld kostet und leicht umzusetzen ist. Was nicht heißt, dass ich nichts tue, was etwas kostet. Ich liebe natürlich auch Essen oder ins Kino gehen, kaufe mir auch mal ein Buch. Aber ich habe festgestellt, dass meine Favoriten mich oft mehr mit Menschen verbinden, dass es geselliger ist, zusammen zu kochen und die Speisen selbst zuzubereiten, dass ein Spaziergang inspirierender ist als ins Kino zu gehen, dass uns ein Spieleabend mehr bringt als ein Fernsehabend. Ich mag es eben meistens gerne einfach - und manchmal auch anders ;) Und genau das ist ja das schöne, dass ich das frei entscheiden kann.

F - Freiheit
Ich liebe meine Freiheit, nur die Dinge zu besitzen, die ich mag. So muss ich z.B. bestimmte Gegenstände nicht mehr besitzen, ich leihe sie mir einfach bei Bedarf. Durch weniger Pflichten und Verpflichtungen (weil ich diese ebenfalls ausgemistet habe) fühle ich mich freier in meiner Zeiteinteilung, tue vielmehr das, worauf ich Lust habe, bin draußen in der Natur, was meinem Freiheitsdrang ebenfalls sehr entgegenkommt.

G - Geld sparen durch weniger konsumieren
Durch das Ausmisten meiner ganzen Dinge stellte ich fest, dass ich mit viel weniger Sachen in meinem Leben klar komme und gar nicht so viel brauche, um glücklich zu sein. Dieses Umgebensein mit weniger Dingen befreit mich unheimlich. Ich muss weniger Aufwand betreiben um es ordentlich zu haben, weniger pflegen. Das Reisen mit leichtem Gepäck habe ich quasi auf mein Leben übertragen!

H - Hast du mehrere Dinge von der gleichen Sorte?
Ich hebe nur die auf, die mir wirklich gut tun und mit denen ich mich wohlfühle - der Rest kann weg!

I - Inspiration
Ich lasse mich durch unglaublich viele Dinge inspirieren, bin sozusagen leicht "entflammbar". Das kann alles sein: schöne Haustüren in einer fremden (oder auch bekannten) Stadt, wunderbar bepflanzte Blumenkübel, mein Sohn, der spielende Kater, Menschen überhaupt, die Natur und ihr Wandel, Zeitschriften, Bücher, Lieder, Melodien, Zitate (habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Sprüche und Zitate über alles liebe?). Ich glaube, mich kann fast alles inspirieren - auch Negatives, weil auch daraus die Idee entstehen kann, etwas besser zu machen und die Welt zu einem schöneren Ort zu machen und Menschen zusammen zu bringen.

J - Jedes Teil hat seinen festen Platz
Alle Gegenstände haben einen fest definierten Platz, so dass ich nichts suchen muss. Ich mag es einfach (hab ich das schon einmal erwähnt, hihi) und klar, möchte nicht meine Zeit mit suchen vergeuden müssen. So hängen die Schlüssel immer am Schlüsselbrett hinter der Haustür; wenn ich heimkomme, hänge ich sie dorthin zurück. Wenn ich rausgehe, nehme ich sie von dort mit. Die Schere liegt immer in der Schublade in der Küche, der Locher und der Tacker stehen im Büro in der 3. Schublade... Was sich ziemlich nerdig liest, erleichtert mir das Leben sehr. Weil ich eben nie - wirklich nie - meinen Schlüssel oder die Sonnenbrille oder die Schere oder oder oder suchen muss. Weil mein Sohn weiß, wo die Schere liegt und sie dorthin zurück legt, weil er seinen Schlüssel ebenfalls an das Schlüsselbrett hängt usw. (Siehe auch unter "N")

K - Klarheit
Ich habe eine klare Vision davon, wie ich leben möchte. Wofür ich Zeit verwenden möchte, was ich tun möchte. Es gibt also deutlich wichtigere Dinge für mich als aufräumen. Deshalb möchte ich hier so einfach und klar wie möglich leben. Das ist eine Entscheidung, nach der sich alles Weitere richtet, z.B. was brauche ich ansonsten wirklich, darf eine neue Sache überhaupt in mein Haus, weshalb hier diese eine gefällte Entscheidung, klar zu leben, eine Kaskade an Entscheidungen nach sich zieht. Und es einfach macht, Dinge gar nicht anzuschaffen bzw. darauf zu verzichten.

L - Leichtigkeit
Das ist genau das Lebensgefühl, das ich mit dem Minimalismus verbinde. Die Freiheit, wenig aber dafür tolle Gegenstände zu besitzen, die mich nicht belasten sondern mich glücklich machen. Das fühlt sich leicht und frei an. Durch mein Haus zu wandeln und umgeben zu sein von Lieblingsteilen, die hier sind, weil ich es so entschieden habe. Weil ich an diesen Gegenständen hänge, ich eine Geschichte damit verbinde, sie mich lächeln lassen - und v.a. kein schlechtes Gefühl in mir auslösen bzw. mir ein schlechtes Gewissen machen.

M - Macht es mich glücklich? Wenn nicht, dann kann es weg. Punkt. Wenn es nicht gerade das Schneidemesser oder der Hammer ist (die machen mich auch nicht unbedingt glücklich, sind aber nötig. Aber auch nicht in vielfacher Ausfertigung).

N - Nie mehr aufräumen müssen!
Das war mein großes Ziel, als ich den Minimalismus für mich entdeckt habe. Durch weniger Dinge weniger räumen, weniger Stehrumchen auf Oberflächen, keine Inseln mit Gegenständen ohne Heimat, die ständig von A nach B geräumt werden müssen, weil man nicht genau weiß, wohin damit.

Seitdem ich "Magic Cleaning" von Marie Kondo gelesen habe, habe ich das dann auch komplett umsetzen können. Ihre Theorie, dass jeder Gegenstand einen festen Platz hat, an den Dinge nach dem Gebrauch wieder zurückgeräumt werden, hat mich vollkommen überzeugt. Also ist beides wichtig:

  1. Ausmisten und weniger Dinge haben
  2. Jedes Ding hat seinen festen Platz

Ein Zuviel an Sachen könnte nämlich gar keinen festen Platz für alles garantieren, das ist oft die Hauptursache für Unordnung und Chaos. Deshalb hat sich dieses Vorgehen in der Reihenfolge auch bei Aufräumcoachings bewährt: erst ausmisten, dann einen Platz für die behaltenen Gegenstände finden! Und diese dann gleich wieder an den einmal definierten Platz räumen. Somit weiß jedes Familienmitglied immer, wo sich der Gegenstand befindet. Somit muss man nicht mehr aufräumen im großen Stil sondern immer nur kleine Dinge sofort wegräumen.

O - Ob ich es wirklich brauche?
Das ist die Frage bei Neuanschaffungen bzw. Dingen, die in mein Haus wandern. Ist es nötig, dass es zu meinem Hausstand dazu kommt oder habe ich vielleicht schon so etwas ähnliches (oder gar gleiches)? Mehrere Versionen sind meist gar nicht nötig sondern belasten nur, deshalb habe ich mir mit dieser Frage schon sehr viele unnötige Zweit- oder Drittversionen erspart (die später wieder gepflegt und gehegt werden müssten und alle Stauräume nur belastet hätten).

P - Pareto-Prinzip
Ich bin ein großer Verfechter des Pareto-Prinzips, das besagt, das man mit 20 % Aufwand 80 % des Ergebnisses erzielt und aber 80 % Mehraufwand für die "restlichen" 20 % bräuchte. Also eine wahnsinnige Energie für eine geringe Verbesserung des Ergebnisses. Da ich es gerne einfach und unkompliziert mag, genügen diese Aufwendungen oft. Nicht immer, na klar. Aber Perfektionismus schadet oft nur, so wären manchen Kunstwerke sicher nie fertiggestellt worden, wundervolle Bücher hätten nie veröffentlicht werden können usw. - bis jemand sie für perfekt und 100 % fertig gehalten hätte. So wenig Aufwand wie möglich und ein so tolles Ergebnis wie dafür möglich ist deshalb meine Devise! Wenn es sich lohnt, gerne auch mehr, aber wenn man ehrlich ist, lohnt es sich meist nicht ;)

Q - Qualität statt Quantität
Nicht die Anzahl der Menschen ist entscheidend, es sind die Menschen, mit denen ich auf Herzensebene verbunden bin. Nicht die Masse von Kleidungsstücken im Kleiderschrank entscheidet darüber, ob jemand gut angezogen ist - es ist der Geschmack und der Stil. Nicht das üppigste Essen mit 8 Gängen ist das Beste, die zusammen selbst gekochte Bolognaise mit den Liebsten schmeckt oft viel besser. Nicht der dreiwöchige Urlaub erholt mich sondern Kurztripps über's Wochenende, aus denen ich inspiriert und voller Kraft wieder zurück in den Alltag komme. Genauso bei den Gegenständen. Lieber in etwas qualitativ hochwertiges (dann vielleicht auch teureres) Teil investieren, als mehrere günstige Sachen kaufen. Da gibt man oft sogar mehr Geld aus, weil man doppelt kaufen muss.

R - Raum für Neues
Raum erhalte ich dadurch, dass ich immer wieder ausmiste. Belastende Dinge dürfen gehen und Platz für Neues schaffen. Dazu zählen auch alte Gewohnheiten und Verpflichtungen, was gestern noch gut war, kann heute schon nicht mehr gut und passend sein. Schließlich verändern wir uns ja auch ständig, das ist doch völlig normal. Wunderschöne Blüten dürfen auch den Früchten weichen. Deshalb überdenke ich ständig neu, erfinde mich immer wieder neu, Interessen ändern sich, Geschmäcker werden intensiviert, neue Gerichte und andere Wege werden getestet. Und immer lerne ich dazu.

S - Sport darf Spaß machen und draußen stattfinden
Ich liebe die Natur, merke immer mehr, wie viel Zeit ich draußen verbringe, im Sommer wohne ich quasi auf der Terrasse. Sport im Studio ist für mich der Horror! Ich will frische Luft atmen können, will die Vögel zwitschern hören, will den Wandel der Jahreszeiten miterleben, deshalb sind spazieren, laufen und radfahren tatsächlich meine liebsten Freizeitbeschäftigungen. Neu habe ich für mich das Telefonieren beim Spazieren (sozusagen "teletogo") entdeckt. Beim Spazieren habe ich mit allen ohnehin die besten Gespräche, das klappt auch beim Telefonieren super, so habe ich mich gleich noch bewegt - perfekt! Auch spazieren und dabei Hörbücher oder Podcasts hören finde ich extrem bereichernd, gerne laufe ich z.B. in die Arbeit, wenn die Zeit nicht drängt.

T - Tu' es!
Mein Motto seit Jahren: Mach's einfach! Leider war das M schon durch die wichtige Frage besetzt ;) Wenn es nötig und wichtig ist, dann mach' es einfach. Danach geht es dir gut, schieb es nicht vor dir her. TU.ES.JETZT. Weil du danach endlich wieder Zeit hast, dich um die wichtigen Dinge zu kümmern (bzw. nichts tun zu müssen). Weil deine Gedanken nicht ständig um diese eine Sache kreisen. Und meist macht man sich ja nur Gedanken vor einer Sache, nicht währenddessen.

U - Unkompliziert
Ich mag unkomplizierte Dinge. Ich liebe einfache und schnelle Gerichte mit wenigen Zutaten (die ich aussprechen kann und auch daheim habe), will meine Zeit nicht stundenlang in der Küche verbringen sondern lieber mit der Familie und den Gästen am Tisch sitzen und lachen, während das Essen im Ofen vor sich hinbrutzelt oder jeder eine Kleinigkeit mitbringt, ich mag einfache Mahlzeiten wie Tomaten und Butterbrot mit Schnittlauch oder deftige Suppen, die stundenlang alleine vor sich hinköcheln. Ich mag Stühle, die überall dazu passen - auch auf der Terrasse.

Ich liebe tolle Weingläser, aber die müssen unbedingt spülmaschinentauglich sein, damit sie Platz in meinem Schrank nehmen dürfen, ich mag meine Capsule Wardrobe, weil ich nicht lange nachdenken muss und alles super kombinierbar ist (die passte leider auch nicht mehr zum "C", ich seh schon, ich könnte gut und gerne ein zweites und drittes ABC füllen!).

V - Verursacht ein Gegenstand schlechte Gedanken?
Dann befreie ich mich davon, miste z.B. Gegenstände aus, die mich an negative Situationen oder Menschen denken lassen, die mir nicht gut tun. Manche Dinge verursachen außerdem noch ein schlechtes Gewissen, weil ich sie für viel Geld gekauft habe und dachte, dass ich sie unbedingt brauche - also die ständige Erinnerung daran! Unliebsame Geschenke, die zwar gut gemeint sind, aber nicht in mein Leben passen müssen ebenfalls gehen. Das kommt aber zum Glück nicht mehr vor - jeder, der mich kennt, weiß, dass ich keine materiellen Dinge mehr geschenkt möchte. Ich lasse mir gerne Zeit schenken - am liebsten von und mit der Person, so dass wir gemeinsam Erinnerungen schaffen.

W - Was ist wirklich wichtig?
Bei mir sind das seit einigen Jahren die Menschen in meinem Leben. Mit ihnen möchte ich wertvolle Zeit verbringen, ich möchte Erlebnisse und Erinnerungen schaffen, die ich im Moment genießen kann und später laut darüber lachen kann. Ich will nichts bereuen, v.a. nichts bereuen, was ich NICHT getan habe. Liebe, lebe, lache und lasse die Menschen in deinem Umfeld daran teilhaben. Sei du die Veränderung für die Welt, die du dir wünschst! Zeit gehört ebenfalls dazu, das findest du unter "Z". Und die Freiheit, genau das tun zu können, was ich liebe und mit den Menschen, die ich liebe.

X - X-trem viele Zeit- und Energiefresser loslassenDazu gehörten negative Menschen, die ständig ihren Frust bei mir abluden; Verpflichtungen, die mir nicht gut taten und wertvolle Zeit stahlen; Stress, weil ich mir immer wieder die gleichen Gedanken um die gleichen Dinge machte! Lösung: Problem ein für allemal lösen und sei frei! Was hindert dich? Meist stehen wir uns selbst im Weg, unser Perfektionismus, den eh keiner erfüllen kann ist so ein Energiefresser, den ich in die Wüste geschickt habe. Mein Motto ist hier: Pareto!

Y - You go first
Erst wenn ich zufrieden und glücklich bin, kann ich anderen Menschen Gutes tun und ihnen gut begegnen. So ähnlich wie im Flugzeug, wenn sich Mütter bei drohendem Absturz zuerst mit Sauerstoff versorgen sollen, bevor sie ihren Kindern helfen können.

D.h.: ich nehme mir regelmäßige Auszeiten, plane Zeiten für mich ein, ich brauche Zeiten, in denen ich irgendwo einen Kaffee trinke, ein Buch oder mein Notzizbuch dabei habe und mir Gedanken notiere, ich gehe gerne spazieren/laufen/radeln. Und ich treffe mich unheimlich gerne mit Menschen, die mir gut tun, denen ich gut tue. Was brauchst du zum Glücklichsein? Was tut dir gut?

Z - Zeit ist Gold
Überlege genau, wofür du deine Zeit nutzt oder verschwendest. Sie ist unwiderbringlich, sollte also mit den Momenten und Erlebnissen gefüllt werden, die dich später gerne daran denken lassen. Natürlich musst du auch arbeiten (aber auch die darf und soll Spaß machen) und Pflichten erfüllen (aber die können reduziert werden und v.a. nach Prioritäten sortiert werden). Nach dem Motto: Der Abwasch kann warten, das Leben nicht!


Jetzt ist es doch mehr Text geworden, als ich eigentlich wollte. Aber einige Buchstaben wollte ich einfach noch näher beschreiben.
Ich bin nun sehr gespannt, was du dazu sagst bzw. schreibst und was uns das für ein wundervolles Alphabet bringen wird!

Aufgeräumte Grüße,
Deine Petra

Hier findest du bald die Links der anderen ABCs ;)


Heute im Interview: Sven Hanuschik - mehr als ein Reiseblogger!

Vor einiger Zeit habe ich Sven Hanuschik über Instagram wieder "gefunden". Wir kennen uns schon einige Jahre, haben in einem früheren Leben (zumindest kommt es mir so lange vor) einmal zusammen gearbeitet. Aufmerksam wurde ich über diese Bilder hier, außerdem postet er aussagekräftige und witzige Texte, sein Name auf Instagram ist @traveldichkrass - das sagt ja wohl schon alles, oder? Hier postet er wirklich krasse Fotos von seinen Reisen an ungewöhnliche Orte.

Kurzerhand habe ich ihn kontaktiert und um ein Interview gebeten. Was für ein Treffen, ich sag's euch! Für mich quasi lebensverändernd, da dieser Mann genau das Leben lebt, das er möchte. Seine Tipps haben mich inspiriert und motiviert, aber lest einfach selbst!

Wie alles begann

Nach seiner Bundeswehrzeit hat Sven seinen technischen Fachwirt gemacht, wobei ihn das kaufmännische daran schon immer mehr angesprochen hat, deshalb hat er auch noch den Betriebswirt draufgesetzt. Nach dem Studium hat er sich gleich im Marketing und der Unternehmensberatung selbstständig gemacht. Außerdem hat er T-Shirts über Facebook-Marketing verkauft, diese Strategie überzeugt ihn auch heute noch. Das Geschäft lief langfristig nicht so gut (zu viele Anfängerfehler in der Selbstständigkeit). Er liebt Start-ups, ist vernetzt, Social Media ist genau sein Ding und v.a. das Marketing darüber. 2016 fing er an, als Personaldisponent bei einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten, die v.a. für die Gastro im gewerblichen und kaufmännischen Bereich Personal suchte. Die Branche ist verrückt und sprunghaft, so wechselte er 2017 zu "akut", die sich auf medizinische Personallogistik spezialisiert hat und in diesem Bereich der Marktführer ist. Hier kümmert sich Sven v.a. um den heilpädagogischen Bereich und wirbt neue Mitarbeiter hauptsächlich über Marketing in entsprechenden Facebook-Gruppen. Diese Mitarbeitergewinnung ist genau sein Ding. Der Erfolg gibt ihm recht, so dass er dadurch mittlerweile zuständig für alle Zweigstellen in Deutschland ist.

Was macht ihn nun zu etwas Besonderem?

Bücher

Seit der Selbstständigkeit hat er begonnen, jede Woche 1 Buch zu lesen! 1 Buch pro Woche? Wie schafft er das? Er hat schon immer viel gelesen, dann mit der Selbstständigkeit jedoch gemerkt, dass es genau darauf ankommt: Wissen aus Sach- und Fachbüchern zu genau den Themen zu lesen, die ihn interessieren bringt ihn weiter, als es das Studium je getan hat.

Das Elternhaus und seine Ausbildung haben seiner Meinung nach oft falsche Ansätze vermittelt - ohne Vorwurf kommt ihm das über die Lippen. Nach bestem Wissen und Gewissen wurde er erzogen und ausgebildet, aber sein eigentliches Wissen hat er sich ausschließlich über Bücher angeeignet. Selbst und ständig. Das Studium zum Betriebswirt hat längst nicht das vermittelt, was er erhofft hatte, er hat sich oft hinterfragt, ob es an ihm liegt, ob er zu limitiert in seinen Fähigkeiten und Glaubenssätzen ist. Aber er hat durch diese Aneignung von Wissen jegliche Grenzen gesprengt, hat festgestellt, dass ein Studium Menschen zu perfekten Arbeitnehmern ausbildet.

Durch seine breit gestreuten Interessen hat er sich z.B. mit dem Thema Börse und Aktien so intensiv beschäftigt, dass er dadurch sehr erfolgreich in Facebook-, amazon- und Aktien im technologischen Bereich investiert hat. Für ihn sind diese Geschäftsmodelle logisch, er hat sich intensiv mit den Unternehmen auseinandergesetzt, weiß, wie sie aufgebaut sind und die Unternehmensstrategien funktionieren. Er investiert ausschließlich in Unternehmen, die er "versteht". Auch mit dem Thema Immobilien hat er sich intensiv beschäftigt, was machbar ist und wäre. Im Jahr 2017 hat er deshalb einen sehr erfolgreichen Immobilienflip hingelegt.

Seine Bücher kauft er meist gebraucht, er beschäftigt sich mit sehr vielen unterschiedlichen Themen, wie z.B.

  • Ernährung
  • Wirtschaft
  • Biohacking
  • Atmung
  • Biographien
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Auschwitz
  • Klimawandel
  • Reisen
  • Nahtoderfahrungen
  • usw.

Durch die Erkenntnis aus der gelesenen Literatur hat er seinen Tagesrhythmus drastisch umgestellt, er steht um 5 Uhr auf und liest, das ist für ihn der perfekte Start in den Tag, weil er das, was er schaffen möchte (sein Wissen kontinuierlich zu erweitern) bereits in der Früh erledigt hat - egal, was der Tag bringen mag. Anschließend geht er kalt duschen (siehe auch Biohacking), weil ihn das erfrischt und fitter macht als jeder Kaffee am Morgen. Aufgrund von Gewissenskonflikten und eigenem Wohlbefinden hat er dann beschlossen, vegetarisch/vegan zu leben. Das Buch "How not to die" von Michael Greger und Gene Stone stellte sein Ernährungswissen schließlich so auf den Kopf, dass er heute größtenteils vegan lebt -> der Gamechanger für seinen Körper! Durch die Umstellung hat er sein Gewicht reduziert, ist fitter und leistungsfähiger denn je, hat bessere Haut und fühlt sich so wohl wie noch nie zuvor.

Gestalte dein eigenes Leben - jetzt! Es gibt keine Generalprobe!

Das Lesen hat ihn verändert, er hat in den letzten 2 Jahren mehr gelernt als die letzten 30 Jahre davor in seinem Leben!

Natürlich wollte ich als Bibliothekarin einige gute und lebensverändernde Buchtipps von Sven, die ich hier gerne mit euch teile:

Buchtipps

Als Top-Bücher sind zu nennen:

Reisen

Viel Geld steck Sven in seine Reisen, was mit die beste Investition überhaupt für ihn ist! Das ist das Ziel seines Lebens: tolle Reisen in alle möglichen (am besten alle) Länder dieser Erde zu machen, um fremde Kulturen und Traditionen, Einheimische und ihr Leben kennen zu lernen, er ist offen für Neues, will Länder erkunden und sie erfahren. So war er z.B. in Portugal, wo Arbeiten mit Nachhaltigkeit und Sinn ohne Profit verknüpft waren, wie er es in Deutschland nie zuvor erlebt hat. Überhaupt sei Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern hier oft zu begrenzt, die Offenheit für Neues fehlt. Er hat schon unzählige Reisen in Länder unternommen, will bewusst gegen den Massentourismus-Strom schwimmen, weil er Land und Leute kennenlernen möchte, nicht nur Touristenattraktionen für's Fotoalbum abklappern möchte.

So ging es beispielsweise nach:

  • Grönland
  • Portugal
  • Färöer (Inseln)
  • Tschernobyl
  • Island
  • uvm.

Alle Reisen haben sein Reiseverständnis von Grund auf verändert - er hat erfahren, wie die Menschen leben, was sie beschäftigt, was dies mit seinem Leben macht.

Was war deine beste Reise bisher und warum?

Definitiv Grönland: Das ganze Eis mit seinen eigenen Augen zu sehen ist unbeschreiblich!

Eine Besteigung des Kilimandscharo ist geplant, hierfür hat er sich extrem mit der Atmung und mit Kälte beschäftigt, eindrucksvoll in dem Buch von Wim Hof beschrieben. Hier steht u.a., dass die Mundatmung, die die meisten Menschen automatisch anwenden, schädlich für den Kiefer ist. So hat er sich selbst zu dieser Methode des Nasenatmens "erzogen", indem er sich nachts den Mund zugeklebt hat.

Über all seine Reisen möchte er irgendwann einen Reiseblog anfertigen, zudem eine eigene Marke kreieren. Es gibt noch so viele Ideen hierzu. Über Instagram hat er nun schon die Möglichkeit, alles zu dokumentieren (Begleiter all seiner Reisen ist die GroPro-Kamera) und sich einen Namen aufzubauen - und er kommt gut an! (Schaut unbedingt mal auf sein Instagram-Profil!).

 

Fragen

Sven arbeitet viel mit Fragen, die er sich im Alltag stellt:

  • was machen andere, was ich nicht schaffe?
  • wie schaffe ich es, 100000 € zu verdienen?
  • was muss ich tun?
  • warum verfalle ich oft in alte Glaubens- und Verhaltensmuster zurück?

Durch diese Fragen, die er sich stellt, geht er im Alltag offen und bereit durch das Leben, achtet auf Hinweise und Zeichen, die ihn zu einer Lösung führen, ihm Tipps geben, auf er selbst so vielleicht nicht gekommen wäre.

Minimalismus

Minimalismus ist seit Anfang 2019 ein großes Thema in seinem Leben. Was braucht er wirklich? Womit kann er gut leben, was belastet ihn nicht?
Ein Zimmer in einer Wohnung ist genug, er besitzt nur wenige Dinge, will immer frei sein und sich nicht mit materiellen Dingen belasten.
Dazu passt das Reisen mit leichtem Gepäck. Die Arbeit ist Mittel zum Zweck, mit der er sich ein gutes, aber einfaches Leben leisten kann. Er strebt die finanzielle Freiheit an, weil er dadurch jederzeit die Möglichkeit hätte, seinen Job zu kündigen und sich auf Weltreise zu begeben. Geld bedeutet also Freiheit.

Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich.

Außerdem ist ihm ein guter Freundeskreis wichtig, mit dem er sich über diese einfachen Dinge im Leben austauschen kann, das ist es, was seiner Meinung nach zählt. Für Nörgler hat er keine Zeit mehr, die Zeit ist ihm wahrlich zu schade.

Sven hat seinen Tagesablauf so angepasst, dass er entspannt und bewusst leben kann, d.h. kein Fernsehen, Netflix, keine Nachrichten mehr - er konsumiert ausschließlich gute Nachrichten, will sich nicht (mehr) mit Negativem umgeben, soweit das eben geht.

Auf welches materielle "Ding" könntest du nie verzichten?

Aktuell würde ich sagen: mein Ipod und meine GoPro ;)

Zum Abschluss habe ich Sven dann noch einige Fragen gestellt:

Welche Podcasts hörst du gerne?

Hast du ein Lebensmotto?

Nichts bereuen, weil Du es nicht gemacht hast.

Was liest du gerade?

Kapitalismus vs. Klima von Naomi Klein.

Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen?

  • Vertraue darauf, dass alles gut wird
  • Vertraue auf dich selbst, du hast alles Wissen und alle Fähigkeiten in dir
  • Geduld!

Sprüche & Zitate

Wie sich herausgestellt hat, ist Sven ebenso fasziniert von Sprüchen und Zitaten wie ich, deshalb haben wir hier einmal die besten gesammelt:

  • Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.
  • If you're the smartest person in the room, you're in the wrong room.
  • Überschätze nicht, was du in einem Monat erreichen kannst, aber unterschätze nicht, was du in einem Jahr erreichen wirst.
  • Wenn du eine Entscheidung treffen musst und du triffst sie nicht, ist das auch eine Entscheidung -> aber die schlechtere!

Wann wusstest du, dass du dein Leben verändern willst?

Als mir klar wurde, dass man sich alle paar Jahre neu ausrichten sollte.

Wie geht es weiter? Was sind deine Pläne & Ziele?

Definitiv weiter Reisen: Lofoten März 2020, Alaska August 2020. Vielleicht irgendwann auswandern….Der Rest kommt von ganz alleine!

Und zum Schluss wollte ich noch sagen...

High Five!

Ich danke Sven Hanuschik für dieses tolle Interview, das mich sehr inspiriert hat. Dazu, seinen Träumen zu folgen, sich täglich auf den Weg zu machen, sich auf die eine Sache zu konzentrieren und alles dafür zu geben! Was für eine Inspiration!

Über Kommentare zu diesem Interview würde ich mich sehr freuen - wie hat es euch gefallen, was ist euer The one thing?

Aufgeräumte Grüße,
EurePetra

*enthält affiliate-Links: Wenn Du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich einen kleinen Teil vom Verkaufserlös, ohne dass für dich dabei weitere Kosten entstehen. Danke, dass Du damit meine Arbeit bei Die Aufräumerei aktiv unterstützt!


Stressfrei-in-den-Urlaub-Challenge

Zum Abschluss der Stressfrei-in-den-Urlaub-Challenge möchte ich hier noch einmal alle einzelnen Punkte aufführen, die ich bei Instagram und bei Facebook hierzu gepostet habe.

Wir Ordnungscoaches hatten eine Blogparade, an der ich auch teilnehmen durfte. Die liebe Sunray von The organized Cardigan hat diese ins Leben gerufen, alle Beiträge findest du hier zum Nachlesen.

Mein Beitrag: Was du vor dem Urlaub noch entsorgen kannst - Tipps für ein entspanntes Nachhause-Kommen war der Startschuss für die Challenge, bei der es darum ging, dir täglich nur 15 Minuten Zeit für ein bestimmtes Projekt zu nehmen, um so Schritt für Schritt zu einem aufgeräumten Zuhause zu kommen, in das du nach dem Urlaub gerne wieder zurück kommst.

Falls du nicht teilnehmen konntest bzw. zu spät darauf aufmerksam wurdest, kannst du jederzeit für dich einsteigen und die Challenge durchführen.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

  • Nimm dir immer den aktuellen Punkt vor
  • Stelle deinen Timer auf 15 Minuten
  • Räume alle Sachen dieser Kategorie raus (auch von anderen Orten, z.B. Nagellacke, Schuhe, Strümpfe usw., falls du diese an verschiedenen Orten aufbewahren solltest)
  • Geh jedes einzelne Teil durch und frage dich, ob es dich glücklich macht
  • Falls es dich nicht (mehr) glücklich macht, frage dich, ob es noch gut erhalten/brauchbar ist, ob du es verschenken, spenden, verkaufen könntest
  • Wische den Bereich bzw. mache ihn sauber
  • Räume die Sachen, die du behalten möchtest, ordentlich wieder ein
  • Genieße die Ordnung und sei stolz darauf, was du in dieser kurzen Zeit geschafft hast

Hier findest du noch einmal alle Punkte in der Übersicht

  • Zeitschriften, Zeitungen, Notizen
  • Stifte & Notizblöcke
  • Putzmittel und -utensilien
  • Kosmetiksachen
  • Unterwäsche
  • Handtücher
  • Lebensmittel
  • Bücher
  • Medikamente
  • Socken
  • Altglas & Krimskrams
  • Bettwäsche
  • Schuhe
  • Gebrauchsanweisungen
  • Kabel & Geräte
  • Auto
  • E-Mail-Postfach
  • Schrank unter der Spüle
  • Garderobe
  • Vorratsdosen
  • Einkaufstaschen, Körbe, Netze
  • Kühlschrank
  • Schmuck & Nagellack
  • Gewürze & Kräuter
  • Geschirr
  • Ablage
  • Handtasche & Geldbeutel
  • Dekosachen

Ich freue mich jedenfalls, dass Ihr mich so zahlreich unterstützt habt, ich habe nämlich die Challenge hauptsächlich gemacht, damit ich stressfrei in den Urlaub bzw. aus dem Urlaub kommen kann ;)

Außerdem hat das tägliche Dranbleiben für 15 Minuten auch meinen Disziplinmuskel wieder gestärkt!

Wer weiß, vielleicht machen wir im Frühjahr wieder einmal eine Challenge, lasst mich doch einfach einmal wissen, wie es Euch damit ergangen ist!


Aufgeräumte Grüße,
Petra