Frau im Sessel

Einfach leben - wie geht das?

Frau im Sessel

Die Frage nach einem einfachen Leben beschäftigt mich schon sehr lange. Wie geht das? Einfach leben? Klingt so einfach, ist es das wirklich? Ich habe diese Frage vielen Menschen gestellt, die mir wichtig sind und deren Meinung mich interessiert. Ich habe so viele unterschiedliche Antworten erhalten, dass ich gar nicht alle hier veröffentlichen kann. Und meine Antwort auf die Frage möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. Doch lest selbst...

Darum soll es heute gehen:

  1. Was ist ein einfaches Leben? Wie wird es definiert?
  2. Wie funktioniert dieses einfache Leben?

1 Was ist ein einfaches Leben?

Wikipedia schreibt folgende Worte darüber:

"Einfaches Leben (von englisch simple living) oder freiwillige Einfachheit (von engl. voluntary simplicity; auch LOVOS von engl. lifestyle of voluntary simplicity) bezeichnet einen Lebensstil, für den das Prinzip der Einfachheit zentral ist. Ein solches Leben kann sich beispielsweise durch die freiwillige Reduzierung des Besitzes – bekannt als Minimalismus – oder den Versuch der Selbstversorgung auszeichnen..."

Es geht um Konsumverweigerung, durch die ein selbstbestimmteres und freieres Leben möglich ist. Wohlgemerkt selbst bestimmt, nicht durch äußere Umstände verursacht. Durch diese Einfachheit soll die Lebensqualität gesteigert werden und durch diese freiwillige Einfachheit außerdem auch der zunehmenden Reizüberflutung und Entfremdung des Menschen in der modernen Welt etwas entgegengesetzt werden. Die individuellen Beweggründe und deren Gewichtung sind aber nicht einheitlich und unterscheiden sich von Person zu Person teilweise stark...

Gerade die hier fettgedruckten Stellen sind mir wichtig. Diese freiwillige Einfachheit hat scheinbar viel mit Minimalismus zu tun, mit weniger Dingen, weniger Verpflichtungen, weniger Reizen. Ist ein Einfaches Leben also das Synonym zu Minimalismus? Oder die Folge daraus? Oder der Beginn von allem? Fragen über Fragen...

Fest steht jedenfalls, dass jede und jeder für sich es anders definiert. Aber das ist ja bei Vielem so. Frag einmal 5 Menschen nach Glück/Liebe/Reichtum/Sinn usw. Jede/r wird etwas anderes antworten, und das ist auch gut so. Vielleicht darf es auch jeder für sich selbst definieren. Und muss es sogar, um die Umstände immer wieder anzupassen. Das, was gestern noch gut und einfach war, ist es heute vielleicht nicht mehr. Weil wir uns verändern, weil das Leben und die Umstände passieren.

Was eine Radtour mit meinem einfachen Leben zu tun hat

Für mich ist ein einfaches Leben ein glückliches Leben. Eines, das sich frei und selbstbestimmt anfühlt. Das ich immer wieder auf den Prüfstand stelle, so ähnlich wie bei einer Fahrradtour. Das Ziel ist klar und der Weg dorthin darf immer wieder angepasst werden. Passt der gerade Weg noch, ist es da vorne die nächste Abzweigung oder die übernächste? Oder muss man gar umdrehen, kehrtmachen, stoppen oder ganz neu starten? Falls das für dich jetzt ganz schön kompliziert klingen sollte: das ist es manchmal auch. Aber meist läuft es einfach von selbst. Es ist wie eine entspannte Fahrt mit dem Rad bergab. Geradeaus kann man freihändig fahren und die Landschaft genießen, an den Kurven und Abbiegungen sollte man die Hände ans Lenkrad legen, nachjustieren, evlt. nochmal in die Pedale treten, weil es ein kleines Stück bergauf geht.

2 Wie funktioniert dieses einfache Leben?

Ich glaube, dass man nie aufhören darf bzw. erst einmal anfangen muss, sich Fragen zu stellen. Fragen danach, wie wir leben möchten. Was wir tun möchten, wie das Leben aussehen soll, das wir hier führen. Was es dafür braucht und was es nicht braucht. Übrigens: je unangenehmer die Fragen erscheinen, desto wichtiger sind die Antworten, die wir uns geben sollen.

Kleines Beispiel gefällig? "Will ich wirklich wöchentlich 50 Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber arbeiten, der mich und meine Arbeit nicht allzu sehr wertschätzt? Aber dafür erhalte ich doch gutes Geld, mit dem ich mir allerlei Luxusartikel und eine große Wohnung und tolle Urlaube leisten kann. Ja, aber dennoch habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass ich meine wertvolle Lebenszeit vergeude. Dass ich mehr machen könnte, mehr zu einer besseren Welt beitragen könnte. Aber dafür habe ich abends und am Wochenende einfach keine Zeit und Energie mehr, weil ich mich erholen muss..."

Ok, du siehst schon, worauf ich hinaus will. Sich Fragen zu stellen, die die wirklichen Antworten auf das Leben erfordern, tun oft weh. Sie erfordern, dass wir uns über unsere Bedürfnisse klar werden. Was wir wollen, was unser Ziel im Leben ist, wohin es gehen soll, wie wir die Zeit auf der Erde verbringen wollen. Denn keiner weiß, wie lange wir wirklich leben. Glaube mir, aus Erfahrung weiß ich nur zu gut, dass das Leben kürzer sein kann, als wir denken. Dass wir nicht unbegrenzt Zeit haben, in der wir etwas tun können. Dass wir nichts verschieben sollten auf später oder irgendwann...

Diese Fragen und die Antworten sind für mich DIE Basis überhaupt, wie das Leben aussehen kann, das wir leben wollen. Und das kann erst einmal ein vages Ziel oder ein Gefühl sein, wie wir z.B. in 5 Jahren leben wollen. Weil es bis dahin noch einiger Schritte bedarf. Quasi eine Route für eine Reise, die eben heute noch nicht angetreten werden kann. Weil die Kinder zu klein sind, die Eltern pflegebedürftig, die Altersteilzeit noch ein paar Jahre dauert usw. So einen Plan habe ich übrigens für mich gestellt, weil der Sohn zu "klein" ist und weil Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht. In der Natur hat alles seine Kreisläufe, seine Zeiten. Sich diesen anzupassen hat mir schon so manches Mal wirklich alles gerettet. Weil es eben nicht mit dem Fuß aufstampfen getan ist und ich "will aber jetzt" nicht mehr passt, wenn man älter als 5 Jahre ist.

Aus diesem Zielgefühl ergeben sich dann einige Schritte. Ähnlich einer Reiseplanung: Hier ein kleines Beispiel, an dem ich die verschiedenen Schritte verdeutlichen möchte:

Du möchtest im Jahr 2027 mit deinem selbstumgebauten Wohnmobil ein Jahr lang durch Europa touren und ein einfaches Leben leben, frei und selbstbestimmt. Daraus kannst du nun ableiten, welche Schritte nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen und um dieses Gefühl zu erleben.

Bei dem o.a. Beispiel wären das folgende Schritte:

  • Urlaub ansparen / Sabbatical beantragen
  • Geld für die Reisekasse sparen
  • Wohnmobil kaufen und umbauen (evtl. vorher erst einmal testen, ob diese Art des Reisens etwas für dich ist)
  • überlegen, was du mit deiner Wohnung / deinem Haus machst in der Zeit der Reise (unter-vermieten? verkaufen?)
  • deinen Besitz reduzieren, der auf jeden Fall nicht mit ins Wohnmobil muss
  • usw.

Und nun? Heißt es ins Tun kommen. Die Schritte zu gehen, sicher kommen auf dem Weg dorthin noch einige hinzu, die du jetzt noch gar nicht auf dem Schirm hast (z.B. was passiert mit deinen Katzen in der Zeit, hast du alle nötigen Impfungen, brauchst du einen anderen Führerschein, möchtest du eine neue Sprache lernen, willst du von unterwegs einen Blog starten, magst du dich vernetzen, am Ende von unterwegs aus arbeiten usw.). Und natürlich variieren die einzelnen Schritte auch und können noch viel kleinteiliger (und damit machbarer) gestaltet werden. Vielleicht planst du ja auszuwandern oder dich selbstständig zu machen, viel früher in Rente zu gehen, eine Stiftung zu gründen oder was auch immer.

Lass uns kurz noch einmal alles zusammenfassen, was nötig ist:

  1. Sich Fragen stellen und die Antworten darauf geben, wie du leben willst
  2. Eine für dich passende Reiseroute zum (ungefähren) Ziel überlegen
  3. Die nötigen Schritte definieren, um an dieses Ziel zu kommen
  4. Diese nötigen Schritte gehen

Beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass sich ein einfaches Leben erst einmal gar nicht so einfach anfühlen kann. Aber ich denke, dass es nicht einfach so passiert. Sondern dass man sich sehr wohl Gedanken darum machen muss, was am Ende dabei rauskommen soll. Überrascht werden wir ohnehin auf dem Weg. Aber die Richtung sollte meines Erachtens definiert sein von uns selbst. Weil es dieses selbstbestimmte Gefühl ist, von dem oben die Rede ist. Du selbst entscheidest, wie du es haben willst. Du selbst entscheidest, was gut für dich ist (ob es Menschen, der Job, die Gegenstände, deine Wohnräume sind) und was du nicht mehr brauchst. Wie viel genug ist, wie viel zu wenig ist, auf was du verzichten magst, ohne dass es sich wie Verzicht anfühlt. Sondern selbst gewählt und frei entschieden. Einfach ist für mich leicht und gut und machbar. Und führt zu einem glücklichen Leben, das gefüllt ist mit dem, was mir gut tut, mich voller Freude aus dem Bett hüpfen lässt, das mich lächeln lässt, von dem ich nicht genug bekomme, von dem ich keinen Urlaub brauche, weil es mich anstrengt oder belastet. Einfach heißt auch ohne Schwierigkeiten, mühelos, reibungslos, entspannt. Und ja, oft bedarf es bis zu diesem Zustand vorher eines Aufwandes. Ähnlich wie beim Fahrradfahren: erst kommt die Anstrengung den Berg hinauf, damit wir freihändig und mit Wind in den Haaren bergab sausen können.

Stimmen zu einem "einfachen Leben"

Ich habe einige Bloggerkolleg:innen befragt, wie sie ein einfaches Leben für sich definieren und bin so dankbar für ihre tollen Gedanken, die sie hier mit uns teilen. Lest selbst! Und staunt und lasst euch inspirieren. Und antwortet gerne in den Kommentaren, was für euch ein Einfaches Leben ist und wie es für dich funktioniert!

Mia vom Kochkarussell

Für mich bedeutet einfaches Leben, dass ich mich auf die Dinge besinne, die mir wirklich wichtig sind und die mir gut tun. Das bedeutet: Viel Quality Time mit meinen Liebsten, eine Arbeit, die mich wirklich erfüllt und mir Spaß macht und Fokus auf die guten Dinge. Denn auch, wenn nicht immer alles einfach ist, kann unser Leben einfach gut sein.

Einfach leben bedeutet für mich auch, mir die Dinge so einfach wie möglich zu machen. Das ist bei meinem Persönlichkeitstyp oft gar nicht so einfach, weil ich das Rad seeehr gerne neu erfinde. Aber im letzten Jahr habe ich gelernt, wie hilfreich und entspannend kleine Upgrades sind. Zum Beispiel gleich 2 oder 3 Packungen von etwas zu kaufen, damit ich nicht direkt wieder los muss. Oder endlich den geteilten Kalender mit meinem Mann einzurichten, damit die Terminplanung einfacher wird. Außerdem: Um Hilfe bitten. Auch gar nicht so einfach, aber so so so hilfreich im Alltag.

Daniela Otto von Digital Detox

Warum ist das Einfache manchmal so schwer? Wie einfach nur dasitzen. Einfach nur sein. Ohne Ablenkung. Ohne scrollen. Ohne klicken, liken, swipen. Ohne mailen, posten, twittern. Wir digitalen Wesen, wir virtuell gestresste und überforderte Seelen, haben das verlernt – leider. Für mich bedeutet „einfach leben“ nämlich genau das: präsent sein. Im Moment sein. Hier und jetzt ganz bei dem sein, was ich mache. Verweilen im Augenblick. Mich macht das glücklich.

Einfach leben“ hingegen ist heute, da Konsum omnipräsent ist und uns medial als Lebenssinn verkauft wird, ebenso schwer oder präziser gesagt: Es ist schwer, damit zufrieden zu sein. Auf Social Media sehen wir Champagner, kunstvoll drapierte Teller mit zum jeweiligen Lifestyle passenden Lebensmitteln, Designerkleidung, Villen, teure Autos. Es geht immer höher, schneller, weiter – und das einfache Käsebrot wirkt schnell unattraktiv im Vergleich zur knackigen Veggie-Bowl. Die kleine Stadtwohnung langweilig im Vergleich mit dem Penthouse auf Pinterest. Auf Social Media ist es wie mit Yachten: Eine 30-Meter-Yacht ist so lange schön bis eine 50-Meter-Yacht daneben parkt. Egal, was du postest, irgendjemand übertrumpft dich immer, hat mehr Follower, mehr Likes.

Und was lernt man daraus? Es gibt Wettbewerbe, in die man besser gar nicht erst einsteigt. Fürs Aussteigen aber ist es nie zu spät. Wer einfach mal glücklich und zufrieden sein will, der kann einfach abschalten und sich all dem toxischen Einfluss entziehen. Denn weniger online ist garantiert mehr Leben.

Tastatur und Blume

 

Tessa Randau

Führe ich ein einfaches Leben? Ich habe ein sehr schönes Zuhause, in dem man alles findet, was Mensch zum Leben braucht. Ausreichend Platz und technische Geräte, die mir viel Arbeit ersparen (Spülmaschine, Waschmaschine) etc. Ich habe einen großen Esstisch, an den alle passen, die ich gern habe, verschiedene Messer in der Küche, die wirklich gut schneiden und ein Wasserrudergerät, das mich fit hält. Ist das ein einfaches Leben? Verglichen mit einem Großteil der Weltbevölkerung sicherlich nicht.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich meine Wäsche nicht an einem kalten Fluss mit der Hand waschen muss und es macht mich glücklich, dass es so schön bei mir zuhause ist. Denn ich liebe ästhetische, schöne Dinge. Was ich nicht brauche, sind teure Statussymbole und Prestige-Objekte. Ich besitze kaum etwas, das offiziell von Wert ist. Stattdessen umgebe ich mich gerne mit Dingen, die mir persönlich etwas bedeuten. Kleine Erinnerungsstücke von Reisen, meist bunte Bilderrahmen, aus denen mir meine Kinder entgegenlachen, Gemaltes und Gebasteltes meiner Kinder, Geschenke von lieben Menschen. Für mich kleine Schätze mit wahrem Wert.

Trotzdem habe ich oft das Gefühl, zu viel zu haben. Und verspüre nicht selten eine große Sehnsucht nach weniger. Ich selbst besitze gar nicht so viel, aber meine lieben MitbewohnerInnen dafür umso mehr. An manchen Tagen bin ich richtig genervt von dem vielen zu viel und träume von einem kleineren Reich mit nur dem Allernötigsten darin. Denn alles, was wir besitzen, besitzt auch uns. So vieles um mich herum ruft immer wieder: Gieß mich, staub mich ab, putz mich, pfleg mich. Statt mich um diese Dinge zu kümmern, würde ich die Zeit lieber für mich selbst und für die Menschen, die ich mag, nutzen.

Meinen Alltag habe ich bereits vor ein paar Jahren entrümpelt und so für mich zurechtgeschneidert, dass er sich überwiegend gut anfühlt. Gemütlich und bequem, wie eine elastische Hose, mit der man sich hinsetzen kann, ohne dass sie am Bauch kneift. Also doch ein einfaches Leben? Ich glaube, darauf gibt es keine einfache Antwort.

Anna von Nordbewusst

Einfach leben bedeutet für mich, die kleinen Alltagsfreuden bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen. Dazu gehört z.B. das Glücksgefühl bei Sonnenschein oder die Dankbarkeit für die tägliche Tasse Kaffee am Morgen. Mir gelingt das am besten, wenn ich weniger Ablenkung in Form von materiellen Dingen in meiner Umgebung habe.

Verena Schürmann von minimalistic.verena

Einfach Leben bedeutet für mich zum einen die materielle Seite, dass man sich nicht mit unnützen Dingen belastet, die die Schränke und den Kopf verstopfen. Meistens sind die einfachen Dinge unkomplizierter, funktionieren besser und schneller.

Abgesehen von dem ganzen Kram der uns in den eigenen vier Wänden regelrecht erdrückt, machen wir es uns heute selber schwer, mit vermeintlichen Dingen, die das Leben vereinfachen sollen.

Ein schöner Spruch der mir dazu einfällt, gibt es gut wieder: „Warum 5 Minuten telefonieren, wenn man das auch in 8 Stunden WhatsApp klären kann?“

Unser Leben ist kompliziert geworden und die neueste Technik soll unser Leben vereinfachen. Wie wäre es, wenn wir mal einfach einen Gang zurückzuschalten? Weniger Dinge, weniger Verpflichtungen, weniger Ablenkungen und dadurch weniger Stress. Mehr Selbermachen, langsamer und bewusster durch den Tag gehen. Ein einfaches Leben befreit nicht nur dein Zuhause von unnützem Ballast, sondern macht auch deinen Kopf frei. Denn weniger Stress bedeutet mehr Zeit und Zufriedenheit!

live simply

Nadine Schubert von Besser leben ohne Plastik

Ich kann wirklich nicht behaupten, dass meine Familie und ich ein recht einfaches Leben führen. Wir haben alles, was wir wollen und sind privilegiert. Wir können es uns zumindest aussuchen, mit wie viel oder wie wenig wir leben möchten. Und es stimmt, in einigen Bereichen bevorzuge ich es einfach. Weniger Dinge zu besitzen, nicht zu viel Schnickschnack bei technischen Geräten, Hausmittel statt angepriesener Putzmittel. Ein bisschen so wie früher, als es noch nicht so viele Produkte und weniger Reizüberflutung gab. Und dennoch leben wir natürlich mit sämtlichen Annehmlichkeiten der heutigen Zeit. Es geht ja kaum anders.

Einfach leben beinhaltet für mich aber auch, dass man das Leben genießen sollte. Ähnlich wie bei der Aufforderung „Einfach machen!“. Wir lassen uns oft von unseren Bedenken und Ängsten ausbremsen. Ich versuche, freier und weniger blockiert zu sein. Ich traue mir mehr zu, mir ist egal, was andere denken und ich fahre ans Meer, wenn mir danach ist. Das klingt nicht nach einem einfachen Leben. Aber in dem Moment lebe ich einfach.

Johanna Stüttgen von Johanna-Stuettgen.de

Ein einfaches Leben ist für mich, die Schönheit in Weniger zu finden und Qualität über Quantität zu stellen. Die Dinge wertzuschätzen, die mich glücklich und zufrieden machen, anstatt mich von der Konsumkultur, Statussymbolen oder gesellschaftlichen Erwartungen vereinnahmen zu lassen.
Einfachheit bedeutet für mich, mich auf das zu besinnen, was ich in meinem Leben für Wesentlich halte. Es geht mir nicht um Entbehrungen, sondern darum, ein inneres und äußeres Gleichgewicht mit mir und meiner Umwelt zu finden. Es ist auch Selbstfürsorge und die Rückverbindung mit der Natur und dem Leben an sich. Einfaches Leben fördert für mich ein tieferes Bewusstsein für die spirituelle Dimension meines Seins.

Einfach Leben, ist zu genießen und dankbar dafür zu sein, was viele als selbstverständlich ansehen. Ein Zuhause, Menschen die wir lieben, die Natur, warme Mahlzeiten, ein kuscheliges Bett.
Wenn wir unser Leben vereinfachen, wird sich das positiv auf unsere Umwelt und Gesellschaft auswirken. Auch hier geht es nicht um strikten Verzicht, sondern mit den sozialen und ökologischen Veränderungen, die man in seinem Leben vornimmt, zufrieden und im Einklang mit allem zu sein. Einfachheit zu leben, bedeutet für mich auch, dass ich mir Zeit nehme, um mich selbst wirklich kennenzulernen: Was sind meine wahren Bedürfnisse? Worauf kann bzw. will ich verzichten und worauf eben nicht.

Sventja Franzen von Richbitchproject

Einfach leben bedeutet für mich, möglichst frei von Sorgen und dadurch ganz im Hier und Jetzt sein zu können. Dazu gehört, sich wenig mit dem Ballast und der Pflege von Dingen sowie mit Geldproblemen herumschlagen zu müssen.

Was „einfach leben“ meiner Erfahrung nach direkt entgegenwirkt, ist die Fear of Missing Out (FOMO). Immer das Gefühl zu haben, sich selbst verbessern und überall dabei sein zu müssen oder auch alle (vermeintlichen) gesellschaftlichen Erwartungen erfüllen zu wollen – das erstickt jede Leichtigkeit im Keim.

Johanna Katzera von einfachachtsam.de

Einfach leben bedeutet für mich, mich mit wenig Reizen zu umgeben: Materiell und digital, aber auch terminlich und gedanklich. Dabei helfen mir die folgenden Fragen: Was brauche ich wirklich? Was ist wirklich wichtig? Was tut mir gut?

Es geht darum, den Fokus immer wieder neu auf das für mich persönlich Wesentliche auszurichten und auch zu erkennen, was mich davon ablenkt. Es sind meistens die kleinen Dinge, die uns glücklich machen. Dafür brauchen wir gar nicht so viel. Wir sollten also einfach leben.

Chrissie L. von tellyventure 

Jede*r von uns hat eine Liste von Dingen, die wir schon so lange ausprobieren oder uns endlich mal trauen wollen. Dinge, die wir an anderen bewundern oder die wir immer wieder mit einem „irgendwann vielleicht…“ abtun.
So etwas wie: Alleine reisen. Schlussstriche ziehen. DIY Projekte. Sich bei jemandem entschuldigen. Gewohnheiten ändern. Die Kündigung einreichen. Karussell fahren in 66 Metern Höhe. Date Nights mit sich selbst organisieren. Bauchfrei tragen. Haare rosa färben. Einen Bauernhof kaufen und umgestalten. Sich für 'ne Pole Dance Probestunde anmelden. Jemanden auf der Straße ansprechen. Im Bergsee baden. Seine Meinung ändern. Um Hilfe bitten. Bei 'nem Poetry Slam auftreten. Sich neu verlieben. Loslassen. Einen Neuanfang wagen.

Nichts ist zu groß, um ausprobiert zu werden. Und nichts ist zu klein, um von Bedeutung zu sein.

Und genau deshalb frag ich mich in letzter Zeit immer öfter: Wenn eh schon alles um uns herum chaotisch und ungewiss ist, warum dann nicht mitten reinstürzen und unsere anfänglichen Pläne in geile Erinnerungen verwandeln, die unsere Herzen zum Hüpfen bringen? Jede*r von uns definiert „einfach leben“ anders, deshalb ist alles erlaubt und alle Ideen sind willkommen. Wie schön wäre es, wenn wir uns öfter wieder lebendiger fühlen und schöne, mutige, aufregende, ungewöhnliche Dinge tun würden!

Eugen Bespflug von einfachtäglich.de

Für mich ist ein einfaches Leben gar nicht so leicht. Es ist eine lange Lebensreise. Jeder Mensch sollte nach einem einfachen und erfüllten Leben streben. Denn nichts ist für immer und alles auf dieser Welt ist nur geliehen für eine ungewisse Lebenszeit. Deshalb beschwere dein Leben nicht unnötig. Lebe leicht. Lebe einfach. Ein einfaches Leben hat man nicht einfach. Jeder Mensch erschafft bewusst oder unbewusst ein hartes oder eben ein einfaches Leben. Eine gute Gesundheit. Gute Beziehungen mit viel Liebe und Freundschaften gehören zu einem einfachen und guten Leben. Ein einfaches Leben will mit viel Liebe und Freude einfachtäglich erschaffen werden.

Mia von Minimalistin Mia

"Einfach leben" geht für mich mit zwei Bedeutungen einher. So impliziert es für mich, dass ich mich auf Einfachheit besinne, auf das was mir im Leben wirklich wichtig ist - sowohl materiell als auch immateriell. Es bedeutet für mich aber auch, dass ich einfach drauflos Leben möchte. Am Ende des Lebens bereuen wir doch vor allem die Dinge, die wir nicht getan haben. Also möchte ich dieses eine Leben so bewusst und intensiv leben wie nur möglich.


Du siehst schon, ich könnte den ganzen Tag weiterschreiben, wie ein einfaches Leben für mich aussieht. Wie ich es leben möchte, was alles nicht mehr dazu gehört (z.B. zu viele Dinge, zu viele Verpflichtungen, oberflächliche Gespräche, Gejammer, Menschen, die über andere Menschen schimpfen, Egoisten, die keinen Zentimeter weiter als über sich selbst denken und somit die Welt ein Stückchen anstrengender für alle machen, Nicht-mit-Denker und so Vieles mehr).

Aber hej: Focus on the Good! Ich konzentriere mich lieber auf all das, was ich zu meinem glücklichen Leben selbst beitragen möchte. Weil ich denke, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, jeden Tag ein Stückchen mehr dazu beizutragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dass jeder, wenn er seine Fähigkeiten und Talente lebt, wichtig dafür ist, dass wir ein gut und glücklich funktionierendes System sein können. Und auf all die Menschen, die mein Leben heller leuchten lassen, für dich ich lebe und liebe. Die ich gerne um mich habe, die ich leuchten lasse und inspirieren möchte, über sich selbst hinauszuwachsen. Damit wir uns gegenseitig beflügeln und einfach leben können.

Also: Was denkt du? Was ist der Schlüssel zu DEINEM einfachen Leben?
Viele Grüße von Herzen,
deine Petra

Frau mit Piercing

Heute im Interview: Sventja Franzen von Rich Bitch Project

Frau mit Piercing

Sventja Franzen kenne ich noch nicht allzu lange - "zufällig" habe ich sie über den Minimalismus-Blogroll gefunden und war sofort angetan von ihrer Art zu schreiben. Sie ist Frugalismus-Bloggerin und berichtet über ihren Weg zur finanziellen Freiheit - das interessiert mich. Die Geschichte dahinter ebenfalls. Sie schreibt selbst über sich, dass sie eben keinen BWL-Background hat, nicht Erbin eines Imperiums ist und eine ganz "normale" Frau ist, die arbeitet, sehr gerne reist und nebenbei viel Geld spart und investiert. Ich mag genau diese ehrlichen Berichte, in denen man sich wiederfindet, womit man sich identifizieren kann, aus denen man selbst etwas lernen kann. Und Sventja ist eine spannende Frau, die sich hohe Ziele steckt und auch erreicht - darüber schreibt sie sehr offen und interessant. Ich habe gleich in den ersten Tagen, als ich sie entdeckt habe, alle ihre Blogartikel verschlungen, schaut auf jeden Fall mal auf ihrem Blog vorbei.

Als ich sie um ein Interview gebeten habe, hat sie spontan zugesagt, was mich sehr gefreut hat! Und nun zum Interview!

Wer bist du?

Mein Name ist Sventja, ich lebe im Norden von München und habe mich vor ein paar Jahren auf den Weg in die finanzielle Freiheit gemacht.

Frau am Meer

Stelle bitte kurz deine "Mission" / dein Herzensprojekt vor und wie es dazu kam!

Seit 2018 kann man mich auf meinem Blog richbitchproject.com dabei begleiten, wie ich mir ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ selbst schaffe, wie sich meine Investments und Einkommensströme entwickeln und wie ich versuche, ein erfülltes frugales Leben zu führen. Mein Herzensprojekt begann, als ich nach der Lektüre einiger Blogs und Bücher verstand: Ob ich in die Altersarmut schlittere oder ob ich stattdessen sogar finanziell unabhängig werde, das habe ich selbst in der Hand! Und so arbeitete ich mich immer tiefer in die FIRE-Bewegung ein. Irgendwann, als ich gerade wieder in eine größere Position Dividendenaktien investiert hatte, fragte mein Freund mich: „Dann willst Du jetzt also eine Rich Bitch werden?“ Meine Antwort lautete: „Ja.“ Und so wurde das Rich Bitch Project geboren.

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um sie (die Mission) zu verwirklichen?

Das wusste ich in dem Moment, als ich in Sri Lanka unter Palmen lag und davon las, dass man sich auch als „normaler Mensch“ ein Vermögen, eine Alterssicherung und sogar finanzielle Unabhängigkeit erschaffen kann – kurz: ein selbstbestimmteres Leben. Da in meinem Umfeld fast niemand wusste, was es mit dem Investieren und frugalem Lifestyle auf sich hat, wollte ich so viele Menschen wie möglich von meinen Fehlern und Erfahrungen profitieren lassen. Also startete ich meinen Blog und wurde zu einer der wenigen weiblichen Finanzblogger in Deutschland, die transparent ihre Investments und ihren Vermögensaufbau teilen.

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Ausschlaggebend war für mich die Erkenntnis, dass unheimlich viele Menschen sehenden Auges in die Altersarmut laufen und gleichzeitig keine Geldprobleme zu haben nicht nur den „oberen 10 Prozent“ vorbehalten ist.

Frau die hüpft

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Ja, die gab es durchaus. Offen über Geld und das eigene Vermögen zu sprechen ist erstmal nicht ganz einfach in einer Neidkultur wie Deutschland. Viele Menschen fühlen sich direkt angegriffen, wenn sie sehen, dass jemand andere Geldentscheidungen trifft als sie selbst und damit auch noch gut fährt. Beispielsweise habe ich mal ein halbes Jahr lang keine Dinge gekauft – klar auch aus finanziellen Gründen, aber vor allem, weil ich meinen eigenen Konsum hinterfragen wollte. Bei solchen Aktionen ist Gegenwind einfach vorprogrammiert. Am Ende musste ich für mich entscheiden, mit wem die Diskussion produktiv war und mit wem toxisch. Und meine Konsequenzen daraus ziehen.

Wie empfindest du Hindernisse/"Probleme" generell, hast du Strategien/Muster?

Wenn jemand zu mir sagt: „Das geht nicht!“, dann bin ich viel zu neugierig, als dass ich es dabei belassen könnte. Meiner Überzeugung nach kann man in unserer Luxusgesellschaft die meisten Probleme entweder mit Kreativität, Fleiß, Mut und/oder Komfortverzicht lösen. Nur gefällt uns manchmal eben die naheliegende Antwort nicht :) In den letzten 2 Jahren habe ich deshalb aktiv daran gearbeitet, Dinge weniger zu zerdenken, mutiger zu sein und früher ins Machen zu kommen.

Was unterscheidet dich von anderen Bloggerinnen / Autorinnen zum Thema Investieren/Sparen/Frugalismus?

Vermutlich gar nicht so viel. Was ich häufiger höre: dass meine Inhalte völlig bodenständig sind. Da ist nichts auf Hochglanz poliert oder gestellt. Es berichtet einfach ein normaler Mensch, wie er frugal lebt und sich ein Vermögen aufbaut. Und das mit einfachsten Mechanismen, die jeder problemlos für sich adaptieren kann.

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die mit dem Investieren beginnen wollen?

1. Informiere Dich so, dass Du wirklich verstehst, in was Du investierst und mit welchen Risiken das verbunden ist – und verabschiede Dich vom Gedanken, über Nacht reich werden zu wollen.

2. Fang mit risikoärmeren, leicht verständlichen Investments an und probiere aus, wie es Dir damit geht. Alles gut? Dann kannst Du Dir Investments mit höheren Renditen ansehen.

3. Mach Dir keinen Stress. Gerade am Anfang bringt es viel mehr, an der Erhöhung des Einkommens und damit der Investmentsumme zu arbeiten, statt mit hohem Aufwand ein paar Cent mehr Rendite erwirtschaften zu wollen.

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Meine „Pläne“ sind eigentlich alles Dinge, die nichts mit Investments zu tun haben. Reichtum hat viele Seiten: eine finanzielle natürlich, aber ein reiches Leben will in erster Linie  erfüllend und wertvoll sein. Inzwischen mache ich mir viel mehr Gedanken darum, wie ich ein reich(haltig)es Leben führen kann und was das für mich bedeutet. Wenn man einmal das Prinzip hinter dem Investieren verstanden hat, laufen die meisten Mechanismen automatisch und man hat viel mehr Zeit für den ganzen wundervollen Rest.

Frau, die läuftWo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Auf meinem Blog: www.richbitchproject.com und auf Instagram: www.instagram.com/richbitchproject/

Gibt es bei all den Büchern, die du gelesen hast, das EINE Buch, das dein Leben verändert hat?

„Die 4-Stunden-Woche“ von Tim Ferris hat vielleicht nicht mein Leben verändert, aber einen wichtigen Impuls gegeben, durch den ICH wiederum mein Leben verändert habe.

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Nein.

Hast du ein Lebensmotto?

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Immer öfter. Ich liebe es, fantastische Erlebnisse zu schaffen (Reisen, Bergtouren, durch die Natur streifen) und schöpfe Kraft selbst aus kleinen Details oder kurzen Augenblicken. Ein wichtiger Faktor ist für mich dabei Dankbarkeit – sich klar zu machen, dass es nicht selbstverständlich ist, gesund zu sein und ein recht sorgloses Leben mit  vielen wundervollen Momenten führen zu dürfen.

Frau mit ausgestreckten Armen

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Think positive und trau Dich! :)


Vielen Dank liebe Sventja für deine Antworten, klingt sehr spannend und authentisch. Das macht Mut, das Finanzthema selbst anzugehen - der Frugalismus ist für mich ebenfalls ein sehr spannender Bereich - der super zum Minimalismus passt.


Was sagt Ihr? Das Interview macht doch echt Lust, tiefer in die Themen Finanzen, Investieren und Sparen einzusteigen, oder? Schaut gerne auch einmal bei den anderen Interviewgästen vorbei, die ebenfalls sehr inspirierend sind.

Viele Grüße,
Petra ❤


Kuchen mit Erdbeere

Sahnestück#3

Kuchen mit Erdbeere

Heute gibt es eine neue Folge von kalorienarmen Sahnestücken, also meinen ganz persönlichen Tipps und Empfehlungen für euch! Aus den verschiedensten Kategorien habe ich etwas mitgebracht, mal sehen, wie euch das "schmeckt". Macht es euch gemütlich und stöbert genüsslich durch die Beiträge und Tipps, lasst euch inspirieren…

Lasst uns also gleich loslegen!

BLOGEMPFEHLUNG

  • ur best self: Auf diese Seite bin ich über Instagram gestoßen - die Website und der Newsletter sind aber noch viel, viel interessanter - finde ich. Schaut euch einfach mal in Ruhe dort um, sehr inspirierende Blogartikel zu den verschiedensten Persönlichkeitsbildungs-Kategorien. Tolle Listen zu Podcasts, Filmen, Büchern...

BLOGARTIKEL

  • Johanna Katzera von einfachachtsam.de kenne ich schon eine ganze Weile, ich durfte sie außerdem schon einmal interviewen und dabei etwas näher kennenlernen. Eine sehr inspirierende, in sich ruhende und wirklich achtsame Frau, die schon einige Bücher geschrieben hat. In diesem Blogartikel von ihr findest du eine schöne Geschichte über Holzfäller und Johannas persönliche Kraftquellen. Schau mal dort vorbei - und zwar ganz in Ruhe und lass dich begeistern.
  • Madame Moneypenny (also Natascha Wegelin)kennt Ihr als meine Blogleserinnen selbstverständlich schon sehr lange. Dieser Blogartikel hat mich vor Kurzem sehr inspiriert, so dass ich ihn mit euch teilen mag: Wie du deine Ziele wirklich erreichst

REZEPTE

BUCHEMPFEHLUNGEN

SCHÖNES

  • https://www.instagram.com/_foodstories_/ Schaut euch bitte diese wundervollen Fotos an, mehr brauche ich wohl gar nicht darüber zu schreiben! Tolle Bilder, bei denen man sich am liebsten mit an den gedeckten Tisch setzen möchte,  oder?

Was mich gerade beschäftigt...

  • Immer noch und noch viel mehr: mein neues Nachbarschaftshilfe-Projekt SAHNE, davon berichte ich bei Gelegenheit WIRKLICH einmal ausführlicher - weil es mein Herz erfreut! Und bald kann ich von einigen verwirklichten Dingen davon berichten, die jetzt gerade in der Planung und Umsetzung sind.

 


So, ich hoffe nun sehr, dass euch meine Sahnestücke gefallen und Ihr ein paar gute Tipps für euch mitnehmen konntet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr in den Kommentaren schreibt, was euch gut gefallen hat. Und natürlich auch, was ich unbedingt wissen und kennen sollte, damit ich es evtl. in einem der nächsten Sahnestücke aufnehmen kann, damit alle etwas darüber erfahren.

 

Viele sahnige/sonnige Grüße,
Petra

 


* = Affiliate-Link: Für jeden Kauf oder jede Anmeldung über einen Affiliate-Link erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen dabei KEINE zusätzlichen Kosten! Als Bibliothekarin kann ich dir außerdem empfehlen, das Buch deiner Wahl in einer der zahlreichen öffentlichen Bibliotheken auszuleihen – das ist nachhaltig und schont alle Ressourcen – außerdem hast du hinterher kein Platzproblem und brauchst somit keinen Aufräumcoach 😉 Auch Buchhandlungen am Ort freuen sich sehr über deinen Besuch!  


Frau mit Handy

Heute im Interview: Caro von saltypeanut.blog

Frau mit Handy

Dass mich das Thema Minimalismus interessiert, dürfte hier keine große Neuigkeit sein. Alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, sind gefühlt eine große Familie. Viele folgen sich gegenseitig bei Instagram und / oder auf den Blogs, man holt sich gegenseitig Tipps und Inspirationen, Konkurrenz gibt es nicht. Wieso auch? Schließlich will ja jeder sein bestes Leben leben, da sind motivierende Beiträge von anderen Seiten immer willkommen.

Caro von saltypeanut.blog folge ich schon seit langer Zeit auf Instagram, dort nimmt sie uns mit durch ihren Alltag mit Mann, Kind und Hund und zeigt immer wieder, wie gut das Leben mit einer minimalistischen Lebenseinstellung bzw. - weise funktioniert. Als ich sie um ein Interview bat, hat sie gleich zugesagt! Wie schön, denn so lernt Ihr sie auch einmal kennen - falls sie bisher "spurlos" an euch vorüber gegangen sein sollte. Unbedingt auch die Videos ihres YouTube-Kanals anschauen!

Hier geht es zu den Fragen und Caro's Antworten:

Wer bist du?

Ich heiße Caro und wohne zusammen mit meinem Mann, unserer kleinen Tochter und unserem Jack Russel Terrier Monti in Magdeburg in einer kleinen Altbauwohnung.

Stelle bitte kurz deine "Mission" vor und wie es dazu kam!

Meine Mission ist es, so vielen Menschen wie möglich den Minimalismus nahezubringen. Vor einigen Jahren waren meine Familie und ich sehr unglücklich. Wir haben viel gearbeitet und hatten sehr wenig Zeit füreinander. Doch unser ganzes Zuhause war mit Dingen vollgestellt, um die wir uns kümmern mussten. Der Minimalismus hat uns dabei geholfen, dass wir uns von allen belastenden Dingen befreit haben und uns freier und leichter fühlen, wieder viel mehr Zeit füreinander und miteinander haben und dass wir wieder glücklich sind. Auf meinem Youtube Kanal stelle ich deswegen viele Videos hoch und zeige darin, wie man ganz leicht und ohne viel Aufwand den Minimalismus kennenlernen und auch in seinen Alltag integrieren kann.

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um deine Mission zu verwirklichen?

Mein Mann und ich haben gemerkt, dass wir so einfach nicht mehr weitermachen konnten. Wir arbeiteten viel, um unser verdientes Geld wieder für irgendwelche unüberlegten Dinge auszugeben. Außerdem haben wir uns in unserer Freizeit auch viel zu viele Aufgaben auferlegt, die wir nicht mehr stemmen konnten. Wir waren total am Ende und haben uns lange unterhalten, was wir an unserer Situation ändern können. Dann kamen wir auf das Thema Slow Living und so auch auf das Thema Minimalismus, das uns total begeistert hat.

Frau mit KetteWas war der ausschlaggebende Faktor?

Ausschlaggebend war eigentlich die Geburt unserer Tochter. Seit sie da ist, hat sich unser ganzes Leben und auch unser Denken verändert. Vorher haben wir unsere Zeit eigentlich sinnlos verschwendet. Doch seitdem sie auf der Welt ist, wollten wir so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen. Und das haben wir durch einen minimalistischen Lebensstil zum Glück geschafft!

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Auf jeden Fall! Als wir den Minimalismus für uns entdeckt hatten, haben wir uns sehr viel darüber informiert, Filme gesehen, Bücher gelesen usw. Und mein Mann war so euphorisch, alles sofort in die Tat umzusetzen, dass er gleich mit dem Ausmisten angefangen hat. Für mich ging das zu schnell und ich war anfangs erstmal überfordert. Ich wollte mich noch nicht gleich radikal von meinen Dingen trennen, sondern mich langsam von ihnen verabschieden. Wir haben viel miteinander geredet und jeder hat dann für sich seine eigenen Dinge in seinem eigenen Tempo aussortiert und ausgemistet. So bin ich dann Schritt für Schritt reingekommen und das Loslassen fiel mir immer leichter.

Wie empfindest du Hindernisse/"Probleme" generell, hast du Strategien/Muster?

Hindernisse sind da, um überwunden zu werden. Natürlich kann es mal schwierig werden. Aber wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es auch. Man muss es ja nicht immer alleine schaffen. Es gibt Freunde und Familie, die immer von Herzen gerne helfen. Oder auch online kann man sich Gleichgesinnte suchen, die sich z.B. mit den selben Problemen gerade auseinandersetzen und zusammen nach Lösungen suchen. Auf meiner Minimalismus-Reise haben mir Blogs und vor allem auch Instagram und YouTube sehr weitergeholfen.

 

Was unterscheidet dich von anderen Bloggerinnen?

Ich erzähle regelmäßig einfach von meinen Erfahrungen mit dem Minimalismus und was mir alles dabei geholfen hat und möchte so auch interessierten Menschen dabei helfen, dass sie sich anfangs nicht mit dem Ausmisten überfordern und ihren Traum schnell wieder aufgeben. Ansonsten möchte ich mich auch nicht mit anderen vergleichen, denn jeder, der Content verbreitet, macht das auf seine eigene Weise. Jeder Mensch ist anders, und das ist auch das Tolle daran!

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die minimalistischer/ordentlicher/einfacher leben wollen?

Der 1. Tipp ist dir bewusst zu werden, ob du es auch wirklich machen willst. Willst du wirklich minimalistisch leben? Warum willst du minimalistisch leben? Was erhoffst du dir davon?

Der 2. Tipp ist, dass du nicht alleine anfangen brauchst. Rede mit deinen Liebsten, ob sie nicht auch mitmachen möchten. Zusammen geht alles viel einfacher.

Und der 3. Tipp ist, dass du so klein wie möglich anfangen solltest. Nehme dir nicht gleich den vollen Keller oder den Dachboden vor. Sortiere erstmal deine Jackentaschen, deine Handtasche, eine Schublade etc. Aus und gebe dir dabei so viel Zeit wie möglich. Minimalismus ist kein Wettbewerb.

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Wir möchten unsere Tochter so leicht es geht durch die Schulzeit begleiten und an den Wochenenden und den Ferien so oft wie möglich reisen. So erlebt man viele Abenteuer, die unvergesslich sind.

Wo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Meine Videos gibt es auf YouTube auf meinem Kanal „saltypeanut“, auf Instagram findet man mich unter @saltypeanut.blog und ich habe einen eigenen Blog www.saltypeanut.blog, auf dem man auch ein kostenloses eBook für den Start in den Minimalismus herunterladen kann. Aktuell arbeite ich gerade an einem Online-Kurs, der noch dieses Jahr erscheinen wird.

Gibt es bei all den Büchern, die du gelesen hast, das EINE Buch, das dein Leben  verändert hat?

Auf jeden Fall das Buch „Slow“ von Brooke McAlary. Das war das erste Buch, das wir zu dem Thema Slow Living bzw. Minimalismus gelesen haben und es hat mich so gefesselt und motiviert, dass ich es mehrmals durchgelesen habe und auch immer wieder empfehle.

Frau mit Dutt

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Ich nehme mir täglich Zeit für mich selbst. In dieser Zeit lese ich oder male oder mache einfach das, auf was ich gerade Lust habe.

Hast du ein Lebensmotto?

Das Leben ist zum Leben da. Nicht zum Arbeiten, nicht zum Ärgern oder zum Ängstlich sein. Das Leben bietet so viel wundervolles!

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Zur Zeit auf jeden Fall! Ich achte darauf, dass ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie verbringe. Und ich arbeite jeden Tag an mir selbst. Zukünftig möchte ich mich noch viel weniger mit anderen vergleichen oder perfektionistisch sein. Das hilft schon sehr viel dabei, zufriedener zu sein.

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Nichts muss perfekt sein. Perfektionismus kann so viel kaputt machen. Es ist OK, wenn etwas mal nur OK ist.


 

Was für ein tolles Interview! Lieben Dank Caro für deine Antworten und Einblicke in deinen Weg - der durch den Minimalismus wirklich viel leichter erscheint.

Was sagt Ihr dazu? Ist die minimalistische Lebenseinstellung auch für euch denkbar? Schaut gerne auch einmal bei den anderen Interviewgästen vorbei, die ebenfalls sehr inspirierend sind.

Viele Grüße,

Eure Petra ❤


Fragezeichen

5 Fragen an ...

Fragezeichen

Heute möchte ich euch einen Blogartikel präsentieren, um die "Menschen dahinter" kennenzulernen (dahinter heißt in diesem Fall: die Leserinnen hinter meinem Blog). Dafür habe ich mir 5 Fragen überlegt, deren Antworten sehr viel über die Menschen aussagen und deren Geschichte etwas besser verstehen lassen. Abgeguckt habe ich mir das Format von den NDR Kultur Video-Interviews, wo Schauspieler, Autoren und Musiker nach Literatur, Musik und auch nach ihren Stimmungen befragt werden. Sehr sehenswert.

Die erste Antwort kam direkt von einer liebe Leserin, die mir schon länger folgt, ihr Name ist Sandra (auf eigenen Wunsch möchte sie anonym bleiben). Das respektiere ich absolut, der Name ist hier nicht entscheidend, sondern die mutige Person dahinter, die sich meinen Fragen so offen gestellt hat. Übrigens arbeite ich in meinen Coachings sehr gerne mit Fragen, weil man sie sich selbst oft nicht beantwortet, einer neutralen, außen stehenden Person aber schon. So hatte ich z.B. in eigenen Coachings schon die besten Erkenntnisse und Learnings. Aber keine Angst, meine Rubrik "5 Fragen an..." ist kein öffentliches Coaching sondern reines Interesse an den Personen, die ich oft nur per Mailadresse kenne ;)

Diese Fragen habe ich vor Kurzem per Newsletter an alle Abonnentinnen geschickt:

  1. Wer bist du, was beschäftigt dich gerade? (Das kann alles sein: Gutes und Negatives)
  2. Wovor "drückst" du dich immer wieder (erfolgreich)? Welcher Punkt auf deiner To Do - Liste wandert immer wieder unerledigt zur nächsten Liste?
  3. Wenn dir eine gute Fee (in dem Fall ich) einen Wunsch erfüllen könnte, was würdest du gerne davon erledigt haben wollen? Und warum?
  4. Woran liegt es, dass du diesen Punkt / diese Punkte immer wieder verschiebst und nicht angehst?
  5. Was bräuchtest du, damit du diesen Punkt / diese Punkte endlich ein für allemal abhaken könntest (außer der guten Fee!)?

Und nun zu Sandras Antworten

Seid gespannt, ich denke, dass Sie einigen von euch aus der Seele spricht!

"Eins vorweg - ich habe mit 49 das E-Bike fahren für mich kennengelernt und auch ich dachte - "dafür bist du zu jung!" und auch ich finde dass es soviel Spaß macht und so glücklich macht die Welt damit zu erkunden - ich liebe es! Und ich mag es auch so gerne die Geschichten von anderen zu lesen - von daher lese ich ganz viel in den Interviews, welche du zur Verfügungen gestellt hast - es finde es sehr inspirierend den Weg anderer Menschen kennenzulernen - gerade auch über das Thema - wie war der Weg von viel zu wenig, wie wurden die Hürden überwunden - oftmals fände ich es schön dies noch viel detaillierter hören zu können, ich finde dies dann oft als sehr hilfreich sich selbst zu entwickeln" (Anm.: Sehr interessant, danke für das Feedback, wird für zukünftige Interviews berücksichtigt! Ich finde diesen Punkt ebenfalls sehr wichtig, weil ich finde, dass man nicht alle "Fehler" selbst machen muss, sondern gut aus den Erfahrungen der anderen lernen kann)

1 Wer bist du, was beschäftigt dich gerade? (Das kann alles sein: Gutes und Negatives)

Ich bin Sandra, bin dieses Jahr fünfzig geworden, Mama von 2 Mädchen - mittlerweile schon zwanzig und fünfzehn und (Ehe) Partnerin. Wir leben in einem total schönen - sehr aufwendigen selbstgeplantem Haus, mit viel Glas, offenen Lebensbereichen und zwei großen Hunden, mit Garten und integriertem Büro im Keller. Irgendwie bin ich immer auf der Suche nach "Glück" - was macht mich glücklich. Eine Sehnsucht nach Berufstätigkeit war nie wirklich in mir vorhanden, obwohl ich meine Ausbildung als Erzieherin immer sehr gut ins Familienleben integrieren konnte und die Selbständigkeit meines Mannes auch immer Aufmerksamkeit verlangt. Mich immer und immer dem Thema Ordnung (innen und außen) zu widmen ist sehr aufwendig, da unsere Hunde auch sehr dazu beitragen, dass es im Grunde selten nichts zu tun gibt. In unseren Wohnräumen leben wir - aufgrund meines Wirkens - recht überschaubar. Alles hat seinen Platz (außer bei den Kindern) und das was wir in den Wohnräumen haben - fällt überwiegend unter die Ruprik (alles ist gut). Nur im Keller nicht ganz. Hier gibt es noch die Bereiche des "Aufhebens" und den letzten Umzuges. Mein Inneres hat dieses Verlangen, wenn mein Leben mal zu Ende ist - meine Kinder sollen nicht mit "Haus ausmisten" beschäftigt sein - ich möchte mal leicht gehen. Ich lebe viel nach dem Prinzip der "magischen Küchenspüle" - putze und räume nach Zonen auf und möchte gerne am Nachmittag im Haus nichts mehr tun müssen - von daher sollte alles einen Platz haben - was immer wieder von den Familienangehörigen ignoriert wird ... Das bin also ich.

Was beschäftigt mich:

  • immer und immer wieder - das immense Konsumverhalten der Menschen
  • die überlastete Welt, eine Welt die aus den Fugen gerät
  • wie kann man die Gewohnheit des Schenkens in festen Familienstrukturen
  • verändern (auch sich selbst in seinen eigenen Gewohnheiten), um minimalistischer und bewusster leben zu können
  • wieso spüren andere Familienmitglieder nicht diese Sehnsucht nach "wenig" oder die Negativität von Gerümpel?
  • Könnte ich meine Familie aufgeben, um in einem absolut minimalistisch aufgeräumten Zuhause leben zu dürfen?
  • Wie ertrage ich die Unordnung der anderen? Warum lernen die anderen nicht durch das Vorleben?
  • Wenn die Lebenserhaltungskosten (Lebensmittel, Benzin, Gas ...) immer mehr steigen, hat dies Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Menschen?
  • Gäbe es dabei eine Chance von unbewussten Konsum auf bewusstes Konsumverhalten umzusteigen? (in meiner Welt geht es nicht immer nur um mich, ich beschäftige mich auch viel mit dem Gesamtverhalten der Menschen).

2 Wovor "drückst" du dich immer wieder (erfolgreich)? Welcher Punkt auf deiner To Do - Liste wandert immer wieder unerledigt zur nächsten Liste?

  • mein Kellerzimmer aufzuräumen, weil ich mich davor drücke
  • Erinnerungsstücke wegzugeben oder zu verschenken (die Bibel meiner Eltern zu meiner Firmung, die Schutzengel der Kinder - weil es könnte ja dann tatsächlich was passieren wenn ich sie weggebe
  • das gemalte Bild meiner Tochter aus dem Kunstunterricht
  • Bilder aus dem alten Haus (weil mein Mann sie mir geschenkt hatte)
  • Weil ich manchmal an einem Gegenwert hänge (lieber doch noch verkaufen als sie ins Kaufhaus kostenlos zu bringen). Dann funktioniert aber nicht die Handyverbindung zum Computer und ich bräuchte erst jemand der hilft die Bilder auf den Computer zu ziehen - also bleibt es wieder stehen
  • Sachen zum Kinderschutzbund zu bringen - sie stehen schon in den Kisten und trotzdem ist immer das Gefühl - oh je - wenn ich es weggebe ist es weg
  • auch Sachen wegzuwerfen - ohne Gegenwert (den fünfzigsten Radiergummi der Kinder - die Füller aus der Schulzeit - den Bürostuhl der doppelt ist ...)

3 Wenn dir eine gute Fee (in dem Fall ich) einen Wunsch erfüllen könnte, was würdest du gerne davon erledigt haben wollen? Und warum?

Wenn ich eine gute Fee hätte, dann sollte sie all das was versorgt werden soll - entsorgen - verschenken - verkaufen - spenden, damit die Zimmer im Keller - außer mit ganz wenigem und dem noch wichtigen leer wären. Vielleicht sollte sie all das mitnehmen was nicht wichtig ist und von dem ich immer glaube es wäre wichtig zu behalten. Es solle sich alles frei anfühlen, damit viel leichte Zeit zurückbleibt um das Leben mit schönen Dingen füllen zu können. Und sie solle doch so ein kleines bisschen das Bewusstsein bei den anderen Familienangehörigen zaubern - dass wir all das viele nicht zu einem glücklichen Leben brauchen.

4 Woran liegt es, dass du diesen Punkt / diese Punkte immer wieder verschiebst und nicht angehst?

Es liegt wohl darin, dass es in mir etwas gibt, das ist so stark - wie so ein Klotz im Inneren, der die Dinge nicht gehen lassen kann - weil es Erinnerungen sind, weil ich es nicht neu kaufen möchte, wenn es dann doch fehlt, weil viele Sachen noch so gut sind  (obwohl ich mich nach unserem Umzug vor zwei Jahren wirklich von vielem getrennt habe. Und ich finde nicht, dass es so ist wie oft in den Büchern beschrieben - wenn etwas weg ist, dann vermisst man es selten- ich vermisse schon Dinge von denen ich mich getrennt habe. Auch wenn ich sie nicht unbedingt hier haben möchte, aber ich vermisse es sie manchmal anzulangen, sie zu sehen.

Oder es ist so, dass ich denke - "das könnten die Kinder doch noch für ihre Kinder gebrauchen" Oder die Kinder brauchen dies mal für ihre Erinnerungen.

Was ein ganz schwieriger Punkt ist - ist die Farbe von Gegenständen. Ganz schwer kann ich Sachen hergeben in den Farben rot, gelb und orange. Diese Farben strahlen so sehr für mich - drücken so eine Lebensfreude aus und da tue ich mir sehr schwer. Ob es die Wanduhr der Kinder in orange war - oder die bunte Halskette, welche ich nie getragen hatte, aber die Perlen so schön bunt waren - oder der kleine Küchenmixer in rot.

Oder sehr teure Gegenstände sind auch schwer wegzugeben. Obwohl ich sie dann auf dem Flohmarkt oft für wenig Geld hergeben, weil ich immer denke - "wir haben ja eigentlich genug und es ist besser sie finden einen neuen Besitzer" ,aber irgendwie tut es doch weh im Inneren.

Ich versuche meinen Kindern heute schon zu vermitteln, sich nur ganz wenig anzuschaffen, da eine Trennung später immer sehr aufwendig und schwierig sein kann (sie verstehen es heute nur noch nicht so richtig).

5 Was bräuchtest du, damit du diesen Punkt / diese Punkte endlich ein für allemal abhaken könntest (außer der guten Fee!)?

Was ich bräuchte wäre vielleicht mal jemand der mich an die Hand nimmt und mir hilft. Ich mache dies ja bei meiner Familie - helfe immer wieder den Kindern oder meinem Mann (hier sortiere ich die Kleidung regelmäßig aus und verkaufe sie über momox) - aber mir hilft ja niemand über diesen schwierigen Schritt des Loslassens. Wenn alles weg wäre würde ich eigentlich die Sachen gar nicht vermissen. Manchmal packe ich auch Kisten, verschließe sie und gebe sie ein Jahr später ungeöffnet weg und dann ist es gut. Oder eine Verknüpfung mit anderen Menschen die genauso denken. Bisher lebe ich viel von meinem Inneren selbst - es gibt kaum einen anderen Menschen in meinem Umfeld der dieses Interesse teilt.

Allerdings ist es nicht so, dass ich mich nicht bewege - ich arbeite mich schon Schritt für Schritt vor und lebe schon fast in einem Haushalt der dem nahe kommt, was in mir schlummert. Und es gibt dieses wundervolle Zitat: wenn du etwas loslässt fühlst du dich leicht - wenn du viel loslässt fühlst du dich noch leichter und wenn du ganz loslässt fühlst du dich frei. Und da geht es ja nicht nur um Gegenstände - dazu gehören ja auch Gewohnheiten, Menschen - Verpflichtungen, Ansichten."


Vielen lieben Dank Sandra für deine ehrlichen Antworten. Es ist mir eine große Freude, dich kennenzulernen!

Vielleicht hast du als Leserin ja ebenfalls Lust, mir die 5 Fragen einmal zu beantworten, unter den zahlreichen Zuschriften wähle ich zukünftig immer wieder welche aus, die ich hier auf dem Blog veröffentliche. Falls du meinen Newsletter noch nicht abonniert hast, kannst du das hier gerne noch tun: Zum Newsletterabo.

Aufgeräumte Grüße,
deine Petra ❤


Knieende Frau

Heute im Interview: Stylecoach Julia Provenzano

Knieende Frau

Ich freue mich so sehr, dass ich euch heute Julia Provenzano vorstellen darf. Julia habe ich kennengelernt, da sie ein Coaching bei mir gebucht hat. Und was für eins! Aus einem 8-wöchigem Coaching wurde ein ganzes Jahr! In diesem Jahr habe ich so viel von dieser tollen Frau kennenlernen dürfen, sie beim über-sich-hinaus-wachsen unterstützen dürfen. Manchmal braucht es wohl den liebevollen Blick von außen, wenn man selbst noch nicht weiß, was in einem schlummert.

Aber wir haben das Schlummernde in Julia mehr als geweckt! In diesem Mindset-Coaching haben wir gemeinsam Julias Talent für das Styling entdeckt. Natürlich wusste sie immer, dass sie das hat - aber wie das eben oft so ist, ist das Selbstverständliche für uns gar nicht weiter nachdenkenswert. Kann man ja, macht man halt einfach intuitiv. Und genau da kam ich ins Spiel: weil es eben nicht selbstverständlich ist, dass jede Frau automatisch ein gutes Händchen fürs eigene Styling hat. Und weil Julia den speziellen Blick dafür hat. Aufgefallen ist mir das beim Blick in ihren Kleiderschrank. Wow, was für ein toller Geschmack. Und da entstand so langsam die Geschäftsidee - da könnte man bzw. frau doch etwas draus machen! Ein eigenes Business gründen! Wer, wenn nicht sie? Ab dann ist Julias Business Geschichte! Mit einer tollen Website, mit tollen Services, wie man mit ihr zusammen seinen eigenen Stil finden kann. Und das Geschäft nimmt immer weiter Fahrt auf und ich freue mich so, sie auf ihrer Reise weiterhin begleiten zu dürfen - inzwischen als Freundin!

Deshalb war es mir ein großes Anliegen, dass Ihr Julia selbst einmal kennenlernt. Et voila: Ihre Antworten auf meine Fragen!

Wer bist du?

Hallo, ich bin Julia Provenzano, 36 Jahre alt, Stylecoach, Mama, Ehefrau, Dolce Vita Lover, Inspiration Seeker.

Stelle bitte kurz dein Herzensprojekt vor und wie es dazu kam!

Wie es dazu kam, weißt du am allerbesten, liebe Petra, denn du warst ja nicht ganz unbeteiligt daran. :)
Ein Mentoring bei der lieben Petra hätte mich in eine neue Anstellung oder ein Herzensprojekt führen sollen. Dabei raus gepurzelt ist dann ein Herzensbusiness.

2 Frauen und KleiderstangeDie Idee, mich mit einer Stylingberatung selbstständig zu machen, hatte ich bereits als ich Anfang 20 war. Damals war ich allerdings nicht mutig genug dafür und habe mich zunächst dafür entschieden, etwas Anständiges zu studieren - BWL. Ich liebe die schönen Dinge des Lebens, habe einen Riecher für Ästhetik, Trends. Mode und vor allem die Menschen, die sie tragen, begeistern mich schon von klein auf. Ich liebe dieses selbstbewusste Gefühl, das mir ein tolles Outfit gibt und mich zum Strahlen bringt. Ich kenne es aber auch, dieses Gespür für meine Kleidung verloren zu haben. Nach der Geburt meiner Tochter, als ich Anfang 30 war, konnte ich mich nicht mehr mit meinem Kleiderschrank identifizieren. Manchmal passieren Dinge im Leben, die unsere Identität verändern und wenn unser Kleiderschrank diese Veränderung nicht mitgeht, fühlen wir uns nicht mehr wohl. Ich habe es geschafft für mich, meinen Kleidungsstil und mein Stylinggespür neu zu definieren und dabei entdeckt, dass ich auch anderen damit helfen kann.

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um es zu verwirklichen?

Bei dem Gedanken an mein Herzensprojekt - mein Herzensbusiness - hüpfte mein Herz. Ich habe einen hellen Verstand, der immer versucht eine Erklärung zu finden und ich bin „ihm“ sehr dankbar dafür. Gleichzeitig wusste ich auch, dass es JETZT an der Zeit war meine Intuition ans Steuer zu lassen, um neue Wege zu erkunden.

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Die Freude, Spaß und Erfüllung an dem, was ich tue und was ich dadurch bei meinen Kundinnen bewirke. In der Stylingberatung geht es viel um Äußerliches und das Zusammenstellen von Outfits. Was, aber im Kern dabei passiert ist, dass die Kundin einen richtigen Confidence-Boost erfährt, weil ihr Vertrauen in sich und in ihr Stylinggespür gestärkt. Das ist für mich Erfüllung pur!

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Es gab wenig Hindernisse. Tatsächlich war es für viele in meinem Umfeld sehr logisch, dass ich das jetzt tue. Wahrscheinlich hatten sie mich schon lange vor mir in dem gesehen, was ich nun beruflich tue. Und die wenigen - eigentlich nur eine Person -  die mir meine Kompetenz und Erfahrung zu Beginn abgesprochen hat, hat mich erst recht angespornt, es umzusetzen und für mich loszugehen. Meine Confidence hat einen richtigen Boost dadurch erfahren.

Stehende blonde Frau

Wie empfindest du Hindernisse/"Probleme" generell, hast du Strategien/Muster?

Ich habe nicht wirklich eine Strategie. Mein Bauchgefühl sagt mir schon vorher, ob ich etwas möchte und ob es der richtige Weg ist. Und wenn ich doch mal etwas tue, was dann nicht so klappt wie gedacht, dann war es ein gutes Learning.

Was unterscheidet dich von anderen Stylecoaches (oder wie möchtest du genannt werden?)

Schubladen gibt es bei mir nicht. In der Beratung bei mir kommt danach NICHT raus: DU BIST TYP XY und DAS sind deine Farben.
Wir stärken das Vertrauen in DICH, so dass du selbst erkennst, was dir steht und welches die Outfits sind, die dich in DEINER Superpower strahlen lassen.

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die sich schöner kleiden wollen?

  1. DU bist immer richtig, so wie du bist. Es ist die Kleidung, die falsch oder unpassend ist. NICHT DU.
  2. Höre auf deine Intuition.
  3. Dein Selbstvertrauen wächst von innen nach außen. Wenn du anfängst, diese Confidence in deinem Innen zu etablieren, kannst du anziehen, was du willst und wirst dabei gut aussehen.

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Einzelberatungen und Kurse, in denen Frauen ihr Selbstvertrauen und ihren ganz persönlichen, individuellen Stil entdecken. Ein Buch schreiben, eine eigene Modelinie produzieren, eine Netflixserie, in der ich Kleiderschränke neu sortiere und Frauen in ihre Confidence bringe. Think big kann ich gut. ;)

Wo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Bei Instagram hier: https://www.instagram.com/juliaprovenzano_com/ oder auf meiner Website: https://juliaprovenzano.com/
oder in real beim Personal Shopping mit Kundinnen in Nürnberg, Fürth oder auch in ganz Deutschland.

Gibt es bei all den Büchern, die du gelesen hast, das EINE Buch, das dein Leben  verändert hat?

The Secret von Rhonda Byrne

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Ich ziehe jeden Tag ein Outfit an, in dem ich mich so richtig gut fühle.

Hast du ein Lebensmotto?

Albernheit ist eine Erholung von der Umwelt.

Peter Bamm

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Ich bin wirklich sehr glücklich. Ich umgebe mich mit Menschen und Dingen, die mich glücklich machen. Dafür muss ich nicht wirklich viel tun.

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Es gibt ja bekanntlich keine Zufälle und ich danke dem NICHT-ZUFALL, dass wir uns getroffen haben.

 


Liebe Julia, 1000 Dank für deine Antworten, für dein Sein! Dass ich Teil deines Lebens sein darf!

Was sagt Ihr dazu? Ist sie nicht eine beeindruckende, inspirierende Frau? Wie schön, dass ich mit den wundervollsten Frauen arbeiten darf, die auch mich inspirieren, die mich strahlend und lächelnd aus Coaching-Sessions gehen lassen. Schaut gerne auch einmal bei den anderen Interviewgästen vorbei, die ebenfalls sehr inspirierend sind.

Aufgeregte Grüße,
Petra ❤


Ballast abwerfen

Projekt: Ballastfrei in den Urlaub

Ballast abwerfen

August, der Urlaub steht bevor. In diesem Jahr geht es für uns wieder nach Kroatien, genauer gesagt nach Istrien. Vorher gibt es im Hause Bäumler erfahrungsgemäß immer noch einiges zu tun, so auch in diesem Jahr. Durch meine neue Methode Focus on the Good habe ich das ganze Haus noch einmal Kopf gestellt, ausgeräumt wie eine Große. Alles wurde einmal in die Hand genommen, das Projekt: Ballastfrei in den Urlaub war geboren.

Was stand also alles auf dem Prüfstand?

Alle Bereiche, nicht mehr, nicht weniger ;)

Angefangen mit den Gegenständen im Haus (immer noch zu viele), weiter ging es mit Verpflichtungen und Terminen (definitiv ebenfalls zu viele), einige To Dos für die Aufräumerei (Blogartikel wollten geplant werden, damit ich nach dem Urlaub "vor der Welle surfen kann") und sonst noch einiges an Kleinkram.

Wie bin ich vorgegangen?

Für jeden Bereich habe ich mir überlegt, wie ich ihn (danach) gerne hätte. V.a. wie sich ballastfrei in jedem Bereich für mich anfühlen würde.

Bereich Haus

  • Ich will nur von Gegenständen umgeben sein, die mich glücklich machen und die ich gerne nutze.
  • Alles, was ich nicht mehr brauche und nicht mehr nutze, ist a) verschenkt, b) verkauft oder c) gespendet (oder im Müll, falls a bis c nicht passen).

Bereich Aufräumerei

  • Ich will mit allen Blogartikeln und Posts "vor der Welle sein".
  • Die Buchhaltung ist auf dem aktuellen Stand.
  • Alle Workshops sind abgehalten (Focus on the Good im August).

Bereich Petra

  • Ich bin gesund und voller positiver Energie

 

Nachdem ich mir nun alle "Ziele" gesteckt habe, ging es ans Eingemachte

  • Was ist in jedem Bereich zu tun?
  • Welche Maßnahmen / To Dos sind nötig, um das Ziel zu erreichen?
  • Wann will ich womit fertig sein?
  • Wie schaffe ich es, trotz all der Maßnahmen auch noch meine Freizeit und mein Leben zu genießen?

Das Ausmisten ging tatsächlich bis zum Freitag, den 05.08.2022. Jeden Tag stand etwas Anderes auf dem Plan (ich liebe es übrigens, mit einem Wochenplan zu arbeiten, weil man sofort sieht, was die ganze Woche ansteht). Und wenn man im Flow ist, schafft man gut und gerne auch mal ganz viele To Dos - man sollte sich da auf keinen Fall bremsen ;)

Durch meine Strukturierung konnte ich so Zimmer für Zimmer, Schrank für Schrank, Schublade für Schublade und Kategorie für Kategorie abarbeiten. Und "abarbeiten" klingt viel schlimmer, als es war. Da ich mich ja auf DAS konzentriert habe, was ich alles behalten möchte (Focus on the Good), war es ein Leichtes, alles auszumisten.

So bin ich vorgegangen beim Ausmisten:

  1. alles aus dem Bereich ausräumen
  2. Schrank/Fach/Schublade/Regalboden sauber rauswischen
  3. die herausgenommenen Gegenstände/Kleidungsstücke/Schuhe usw. betrachten und das, woran ich mich erfreue, zur Seite legen
  4. alle behaltenswerten, weil mich glücklichmachenden Teile, wieder einräumen und sinnvoll und übersichtlich ordnen
  5. alle anderen Teile, die ich nicht mehr behalten möchte, in den Keller geräumt (und nein, da liegen sie nicht noch heute ;) )
  6. die "Kellerleichen" sinnvoll geordnet nach
    1. zu verkaufen
    2. zu verschenken
    3. spenden
    4. Müll
  7. die "zu verkaufen-Gegenstände" fotografiert und dann auf verschiedenen Plattformen zum Verkauf eingestellt (gebündelt macht das für mich mehr Spaß, weil man einmal drüber ist und drüber bleibt)
  8. die "zu verschenken-Gegenstände" in Taschen gepackt und zum Tauschplatz gefahren, wo sich sofort ziemlich viele Menschen drüber gestürzt haben. Es ist immer wieder  eine Freude, dass die Dinge, an denen ich mich nicht mehr erfreue, jetzt andere Menschen glücklich machen (oder die Keller voll, aber das ist dann ihr Problem)
  9. die "spenden-Gegenstände" in Tüten zum Sozialkaufhaus gefahren, wo ich weiß, dass sich Bedürftige noch für wenig Geld daran erfreuen können
  10. "Müll" - naja, selbst erklärend.
  11. die Dinge aus 7 (zu verkaufen), die ich übrigens nach 14 Tagen (meine obligatorische Deadline) NICHT verkauft habe, werden dann auch verschenkt bzw. ins Sozialkaufhaus gebracht. Schließlich habe ich mich ja dazu entschieden, dass ich sie nicht mehr im Haus haben möchte. Ein möglicher Verkaufspreis war für mich noch nie ausschlaggebend dafür, ob ich Dinge behalte oder nicht - ich weiß aber sehr wohl, dass viele meiner Aufräumcoaching-Kundinnen genau dort ein Thema haben. Deshalb ist dieser Punkt für mich bei Focus on the Good auch einen eigenen Workshop-Call wert.

In den anderen Bereichen (Aufräumerei, Petra usw.) bin ich ganz ähnlich vorgegangen. Überlegt, wann ich etwas erledigt haben möchte, welche Maßnahmen dafür nötig sind und dann geplant, wann ich sie in meinen Alltag einbringen kann! Und darüber bin ich noch, schließlich steht der Urlaub ja noch bevor.

Vielleicht nehme ich euch wann anders mal noch etwas mehr mit in die anderen Bereiche (vor allem im Bereich der Aufräumerei, wo ich "vor der Welle" sein möchte).


Startet Ihr auch ballastfrei in den Urlaub?

Aufgeräumte Grüße,

Petra ❤


Handtücher und Lichterkette

Focus on the Good

Handtücher und Lichterkette

So, nun habe ich euch aber wirklich lange genug auf die Folter gespannt, oder? Heute möchte ich endlich das Geheimnis lüften und euch von meiner lebensverändernden, sagenumwobenen Methode Focus on the Good erzählen. Diese Methode MUSSTE einfach aus mir raus, weil sie alles vereint, was ich lebe und wofür ich stehe. Nämlich: sich auf das Gute zu konzentrieren im Leben, ob man nun an das Gesetz der Anziehung glaubt oder nicht. Denn Gutes zieht mehr Gutes nach sich, genauso ist es mit Negativem.

Tja, und wenn ich die Wahl habe, dann konzentriere ich mich persönlich viel lieber auf das, was alles gut laufen kann. Und du?

Diese Methode, die sich mir während meines eigenen Ausmist-Prozesses daheim offenbart hat, ist so einfach wie genial. Und wer sagt, dass es sich hier um eine hochkomplizierte mathematisch unlösbare Formel handeln muss? Eben! Niemand! Ich mag es gerne einfach, mache es mir gerne leicht (beim Sport manchmal auch zu leicht, denn wenn es anstrengend wird, höre ich lieber auf - aber das führt nun zu weit hier ;) ) - jedenfalls mag ich Dinge, die mir leicht von der Hand gehen.

Wie kam es zu "Focus on the Good" (FoG)?

Auch bei bekennenden Minimalistinnen und Aufräumcoaches (wie mir) gibt es in meinem Haus noch Dinge, die auszumisten sind. Aus eigener Erfahrung und lt. mir bekannten Minimalist:innen ist das ein Prozess, der wohl nie abgeschlossen ist. Wirkt im ersten Moment sehr frustrierend, ist aber auf den zweiten Blick völlig logisch. Schließlich verändern wir uns laufend, haben neue Erkenntnisse, entwickeln uns weiter, erfahren Neues und Lebensveränderndes.

Das alles führt dazu, dass wir Dinge, die wir vor einigen Monaten noch als sehr wichtig erachtet haben, heute schon nicht mehr ganz so wichtig für uns sind. Ich muss z.B. nicht mehr alle Bücher, die ich gelesen habe, besitzen. "Früher" war es mir sehr wichtig, einen guten und belesenen Eindruck zu machen, schließlich bin ich doch Bibliothekarin, da hat frau doch Bücher im Regal stehen zu haben. Außerdem wollte ich immer alle verleihen, wollte gute Tipps an Freundinnen geben zu diesem oder jenem Buch. Heute ist mir das Empfehlen von Büchern noch genauso wichtig, dazu muss ich sie allerdings nicht mehr selbst vorrätig haben. Schließlich bin ich großer Fan der öffentlichen Bibliotheken, die meist alle Bücher vor Ort haben bzw. innerhalb weniger Tage mittels Fernleihe ausleihbar machen können. Außerdem kann man Bücher auch sehr gut und sehr günstig gebraucht kaufen (ich selbst habe z.B. immer einige Titel auf einer elektronisch abgespeicherten Liste, die ich vor einem Flohmarktbesuch nochmal kurz durchlese - und oft sogar fündig werde).

Die Veränderungen, denen wir unterliegen, führen also dazu, dass wir nicht mehr an allem festhalten müssen - weil Dinge von gestern nicht mehr zu unserem Ich von heute passen. So wie Klamotten, aus denen wir rauswachsen. Ist in der Kinder- und Jugendzeit völlig normal, kein Jugendlicher würde Klamotten in der Größe 140 behalten, weil er sie da noch super gut fand. Außer vielleicht ein paar wenige Erinnerungsstücke, aber nicht alles.

Dinge von gestern passen oft nicht mehr zu unserem Ich von heute

Das Ausmisten ist für viele Menschen ein schwieriger, oft langwieriger Prozess, der viel Kraft und Energie kostet. Was wäre, wenn dieses Ausmisten nun plötzlich überhaupt nicht mehr so schwer wäre? Wenn es plötzlich, weil wir den Fokus verändern, ganz leicht gehen würde? Weil wir uns nicht mehr auf das Schwierige (in diesem Fall loslassen von ehemals lieb gewonnenen Gegenständen geht) konzentrieren, sondern auf das, was wir behalten wollen. Ein völlig neuer Blickwinkel entsteht!

Die Methode FoG am Beispiel Urlaub verdeutlicht

Stell dir vor, du fährst mit deinen Liebsten in den Urlaub. 14 Tage Kroatien, ein Strandurlaub steht bevor. Ihr seid in einem tollen GlampingZelt untergebracht, der Platz ist begrenzt, der Kofferraum für 4 Reisende ebenfalls. Außer Kleidung müssen auch etwas Küchenzubehör und ein paar Vorräte eingepackt werden. Soweit, so gut. D.h. jeder hat "nur" Platz für die nötigsten Dinge. Was denkst du? Wird das ein echt schlechter Urlaub, weil Ihr zu wenig Schuhe/Kleider/Badehosen dabei habt?

Ich sage NEIN. Weil wir genau solche Urlaube schon gemacht haben und der nächste bevorsteht. Und mit jedem Urlaub wurde das Gepäck weniger, weil mitgenommenes z.T. gar nicht ausgepackt wurde. Wir konzentrieren uns hier genau auf das, was uns wichtig ist. Auf die schönsten Kleider, die Schuhe, die überall dazu passen, pflegeleichte Stoffe, die man schnell mit der Hand im Waschbecken rauswaschen kann (und die in 1 Stunde ohnehin im Wind und bei Sonnenschein trocknen). Wir haben vielleicht 1 oder 2 Ketten dabei, Bikinis, ein Strandtuch, das man sowohl am Strand als auch zum Stadtbummel tragen kann. 1 lange Hose, die vermutlich ungetragen wieder mit nach Hause fährt. Aber für den "Notfall", klar.

Was will ich damit sagen? In dieser schönsten Zeit im Jahr brauchen wir so wenig, das wir vorher sorgfältig und wohlbedacht aus all unseren Sachen ausgewählt haben, damit es mit uns in den Urlaub fährt. Wir uns an den schönen Kleidern und fließenden, Körper umschmeichelnden Stoffen erfreuen. Die Kleidungsstücke, die meine Kundinnen gerne zuhauf behalten "für daheim" oder "für die Gartenarbeit" packt sicher keiner mit ein, stimmt's? Genau. Weil wir eben von Dingen umgeben sein möchten, die uns gefallen, mit den wir gerne aufs Urlaubsfoto hüpfen, die uns gut stehen und in denen wir uns wohlfühlen. Die kratzige Bluse, die wir mal von Tante XY geschenkt bekommen haben, packen wir NICHT ein, die Schuhe, die so teuer waren (aber leider irgendwie doch eine halbe Nummer zu klein sind) auch NICHT. Die kurze Hose, die uns am Bauch etwas einengt, bleibt auch daheim, weil wir sie im Urlaub NICHT tragen wollen.

Es gäbe noch ca. 100 andere Dinge, die wir alle NICHT mit in den Urlaub nehmen würden. Die wir daheim aber horten und NICHT loslassen können, weil der Fall eintreten könnte, dass wir sie doch noch irgendwann einmal brauchen und nutzen könnten (by the way: Irgendwann kommt bekanntlich nie).

Worauf will ich also hinaus?

Indem wir uns auf das konzentrieren, was gut für uns ist, ist augenblicklich klar, was NICHT gut für uns ist. Ist es kein eindeutiges YES, ist es ein NO. So einfach. Ok, manchmal gibt es auch noch ein MAYBE, aber dazu später mehr.

Was also, wenn wir den Fokus beim Ausmisten zukünftig nicht mehr auf das richten, was wir ausmisten wollen, sondern auf das, was wir unbedingt behalten wollen? Weil wir es lieben, weil es uns glücklich macht, uns gut tut, uns lächeln und strahlen lässt, wir es fast täglich nutzen und in Gebrauch haben. Ja, ich liebe auch nicht jedes Obstmesser, das gebe ich zu. Aber dennoch gibt es ein paar wenige davon, mit denen ich am liebsten schneide, weil sie gut in der Hand liegen. Die anderen nutze ich kaum bzw. nie.

Was also, wenn es nur wenige Dinge sind, die uns glücklich machen? Dann besitzen wir plötzlich nicht mehr so vieles, dafür aber genau das Richtige. Weil es doch auch noch nie auf die Masse ankam, eher auf die Klasse, oder? Qualität statt Quantität. Vorbei die Zeiten der billigen Fast-Fashion-Mode, die im nächsten Sommer eh wieder out war (oder total verwaschen und die Nähte verzogen). Brauchen wir viel, um glücklich zu sein? Oder genau das Richtige? Ich finde: genau die richtigen Dinge! Wie klingt das für dich? Klingt diese Methode für dich zu einfach? Zu banal? Mag sein, aber muss es denn anstrengend und stressig und schwierig sein?

Dürfen Dinge nicht einfach leicht sein?

Mit "Fokus aufs Gute" will ich das Ausmisten und Loslassen revolutionieren! Weil es einfach sein darf. Weil wir uns mit genau solchen Lieblingsteilen umgeben dürfen - nein, ich sag sogar MÜSSEN. Weil es unser Leben ist, weil wir nicht mehr nur ständig mit dem Ausmisten beschäftigt sein müssen. Wer hat nicht genug davon, Samstag Vormittage im Keller / der Garage / auf dem Dachboden oder wo auch immer zu stehen und die Einladung zum Bruchen abzulehnen, weil er mal wieder ausmisten muss. Oder endlich mal. Befrei dich von all dem, was dich belastet. Im wahrsten Sinne ist es nämlich Ballast, der auf uns und in unseren Gedanken lastet. Im Blogartikel "7 Dinge, die du über das Nicht-Ausmisten wissen solltest" habe ich darüber geschrieben, wieviel Geld, Energie, Platz, Gedanken und Momente uns das kostet.

Workshop "Focus on the Good" und Inhalte

Weil ich der Meinung bin, dass das Ausmisten somit spielend leicht wird, habe ich mir dazu einen 3-teiligen Workshop überlegt, in dem ich mit dir genau diese Methode auf dein Leben anwenden will. Auf all deine Räume, die du in wenigen Stunden (ja, du hast richtig gelesen!) ausgemistet haben wirst.

  1. Workshop-Teil: hier geht es genau um den Focus on the Good, den ich dir oben beschrieben habe. Plus die Präsentation des Workshops mit allen Infos für dich im Nachgang. In 90 Minuten gibt es knackigen Input dazu, wie du den Fokus auf das legst, was dir wichtig ist. Viel positives Mindset wird hier verbreitet und du bekommst Lust, sofort loszulegen. Versprochen!
  2. Workshop-Teil: hier gibt es "Hausaufgaben", die natürlich von dir erledigt werden müssen. Doch keine Angst, du bist nicht alleine. Wir werden in einer tollen Gruppe täglich im Austausch sein, dazu gibt es motivierenden Input durch mich und viele Bilder der ausmistwütigen Mitstreiterinnen, so dass du zu keiner Zeit in ein Motivationsloch fallen wirst. Denn gemeinsam geht so vieles wirklich leichter!
  3. Workshop-Teil: hier besprechen wir dann, wohin mit den ausgemisteten Dingen - in What to do with Clutter. Da ich genau weiß, dass genau dieser Punkt IMMER der Grund ist, weshalb sich viele dann noch NICHT von Dingen trennen können, widmen wir uns ganze 90 Minuten genau diesem Thema. Und auch ganz bewusst erst in diesem 3. Teil der Workshop-Reihe. WEIL genau das der Grund ist, weshalb viele Gegenstände, die schon gedanklich ausgemistet wurden, dann doch wieder zurück in den Schrank, die Schublade, das Regal usw. gestellt werden. Oder in zahlreichen "zu verkaufen" - Kisten landen (die dann für immer im Keller versauern, weil man sie endlich mal einstellen müsste).

Wie kannst du nun dabei sein?

Schreibe mir eine Mail mit

  • deinen Rechnungsdaten
  • deinem Facebook-Namen

an: info@aufraeumerei.de - dann sende ich dir die Rechnung in Höhe von 99 € plus die Zugangsdaten für den Zoom-Call und die Einladung für die geschlossene Facebook-Gruppe zu.

Und dann? Dann kannst du abfeiern! Weil es deiner Unordnung endgültig an den Kragen geht. Ich bin so aufgeregt und freu mich so, dass du mit dabei sein wirst! Lass uns das Thema endlich abhaken für dich, so dass du dich endlich wieder deinem Leben widmen kannst. Damit das Thema "Ordnung schaffen" endlich KEIN THEMA mehr für dich ist!

Wie klingt das für dich? Dachte ich mir ;) Das Warten hat sich doch mehr als gelohnt, oder?

An diesen beiden Abenden solltest du dir unbedingt freihalten und sie gleich mal fett im Kalender blockieren:

  • Montag, 15. August 2022 von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr und
  • Montag, 22. August 2022 von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr

Nach den Calls gibt es eine Aufzeichnung für alle Teilnehmenden, die in der Facebook-Gruppe sind. Dort kannst du sie dir in Ruhe noch anschauen, falls du vor lauter Euphorie etwas nicht genau mitbekommen haben solltest. Oder dir einfach immer wieder die nötige Portion Motivation und Inspiration abholen!

Wenn du an diesen Tagen nicht dabei sein kannst, tut es mir sehr leid für dich. Ich wiederhole den Workshop im Herbst (Termine gebe ich nach den Ferien bekannt) noch einmal, an deiner Stelle würde ich aber lieber JETZT so schnell wie möglich teilnehmen wollen! Denn dann hast du im Herbst schon deine Ruhe und kannst dich wichtigeren Projekten widmen (und davon gibt es doch sicher einige, oder? Endlich das neue Hobby starten, das Buch schreiben, das Nebenbusiness gründen usw).

 

Voller Vorfreude auf all die motivierten Teilnehmerinnen und DICH,

deine Petra ❤

 


Frau auf Schreibtisch

7 Dinge, die du über das Nicht-Ausmisten wissen solltest

Frau auf Schreibtisch

Ich als bekennende Minimalistin bin mal wieder am Ausmisten. Wie so oft. Und ja, auch Aufräumcoaches in Form von Minimalistinnen haben noch etwas zum Ausmisten. Bis gestern. Denn ich habe aus all meinen Erfahrungen und Erkenntnissen zahlreicher Aufräumcoachings vor Ort eine Methode entwickelt, die eigentlich so kommen musste. Weil sie all das beinhaltet, was ich seit Jahren lebe und praktiziere. Aus all dem Wissen habe ich meine Theorie gestrickt, die sich bestens in der Praxis bewährt hat. Und zwar in meinem eigenen Haus. Und wenn sie bei mir (schon ein sehr ausgemistetes Haus mit hauptsächlich Lieblingsteilen) funktioniert, wird sie das bei dir auch, glaube mir. Aber von Anfang an und was sich daraus für Beobachtungen ergeben haben, was NICHT AUSMISTEN mit uns macht.

Hier meine 7 Dinge, die du über das Nicht-Ausmisten wissen solltest

  1. Kostet dich unglaublich viel Energie
  2. Kostet dich (vielleicht wirklich viel) Geld
  3. Nimmt dir (viel) Platz
  4. Raubt dir unglaublich viel Zeit
  5. Untersagt dir tolle Momente mit Freunden und Familie
  6. Verschont dich vor Herzensprojekten
  7. Bringt dir immer mehr Gründe, weiter ausmisten zu müssen

 

1 Nicht-Ausmisten kostet dich unglaublich viel Energie

Was meine ich damit? Nicht ausmisten gibt dir ständig das Gefühl, ausmisten zu müssen. Du kannst jetzt nicht dieses oder jenes tun, obwohl du es gerne tun würdest, weil du musst ja schließlich noch ausmisten. Endlich für Ordnung daheim sorgen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Führt bisweilen dazu, dass sich Nicht-Ausmister daheim überhaupt nicht richtig entspannen können, weil sie ja erst etwas tun müssen. Ironischerweise macht das nicht unbedingt ein gutes Gefühl, das jetzt endlich mal anzugehen. Im Gegenteil: dieses Prokrastinieren davor bringt uns zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen, weil wir es wieder nicht geschafft haben, einfach das nötige zu tun. Nein, was sind wir für Versager. Diese Energie, die wir also aufwenden müssen, etwas nicht zu tun, ist genauso kräftezehrend wie das Aufgeschobene endlich anzupacken. Mit dem Vorteil, dass es danach abgehakt werden kann, wir ein gutes Gefühl haben, weil es erledigt ist. Da nimmt man doch Kraftanstrengungen gerne auf sich, oder? Und wenn wir ehrlich sind, ist es meist nur der Anfang, der schwierig ist. Danach wird es leichter, weil es sogar Spaß macht, weil wir einen Erfolg und Fortschritte sehen, weil es mit jedem Teil leichter wird.

 

2 Nicht-Ausmisten kostet dich (vielleicht wirklich viel) Geld

Geld,

  • das du durch einen möglichen Verkauf einnehmen würdest
  • das du vielleicht für eine zu große Wohnung/Garage bezahlst (weil weniger Dinge weniger Lagerfläche brauchen)
  • das evtl. für einen extra angemieteten Raum jeden Monat ausgegeben werden muss
  • das du durch deine Energie/Tatkraft nicht anderweitig verdienen könntest (im Hauptjob, berechne mal deinen Stundenlohn; im Nebenjob, den du machen könntest, wenn du mehr Zeit hättest)
  • welches dir durch das freie Fließen deiner Energie genau den richtigen Job bringen würde (weil du gut gelaunt durchs Leben gehst und plötzlich als Schauspielerin/Model o.ä. erkannt wirst 😀)

3 Nicht-Ausmisten nimmt dir (viel) Platz

Der Platz in deinen Wohnräumen ist begrenzt (zum Glück übrigens). Bei vielen Coachings vor Ort habe ich schon festgestellt, dass die Menschen mit dem meisten Platz die wenigste Not zum Ausmisten haben. Hat ja Platz im Keller, am Dachboden, in den Garagen, in den Abstellkammern, Gästezimmern usw. Aber irgendwann ist der Leidensdruck hoch genug, so dass auch dann ein Ausmisten unabdingbar ist. Das können verschiedene Gründe sein, z.B. ein Wasserschaden im Keller, ein nahender/drohender Umzug, eine Auswanderung usw. Irgendwann ist also klar, dass wieder mehr Platz sein darf. Dass die Dinge nicht weiter all den Platz (und die Energie) beanspruchen dürfen, dass sie weg müssen. Durch das Befreien von diesem Ballast holst du dir deinen Platz zurück. Nicht nur physischen übrigens, auch psychischen. Weil diese Dinge, auch wenn wir sie nicht ständig im Kopf haben, psychisch belasten. Weil das Gehirn immer mit dem Lösen von Problemen beschäftigt ist (und zu viele Dinge dir unbewusst ziemlich viele Probleme bereiten).

4 Nicht-Ausmisten raubt dir unglaublich viel Zeit

Das ständige Beschäftigt-Sein damit (und sei es nur gedanklich) kostet dich viel Lebenszeit. Wann miste ich aus, wohin kann ich all die Dinge bringen, bekomme ich noch genügend Geld dafür (wenn nicht, behalte ich es lieber), wer könnte mir dabei helfen, wie gehe ich logistisch am besten vor usw. rauben dir Zeit und Nerven. Das Ausmisten an sich kostet natürlich auch Zeit, aber hier ist es so ähnlich wie bei der Energie: sie relativiert sich schnell, wenn man Erfolgserlebnisse hat. Zeit, um all das Aufschieben zu planen und andere "wichtige" Dinge zu tun lässt am Ende des Tages nichts erledigt zurück. Unterschätze nie Erfolge, die du feiern kannst, weil du etwas geleistet hast. Zeit, die du - wenn es endlich getan ist, endlich (wieder) für andere tolle Erlebnisse verwenden könntest.

5 Nicht-Ausmisten untersagt dir tolle Momente mit Freunden und Familie

Das Nicht-Ballast-Abwerfen kostet dich neben Energie, Geld, Platz und Zeit außerdem wundervolle Momente mit deinen Freunden und deiner Familie. Weil du dir Freizeit untersagst, in der du für Erinnerungen sorgen könntest - stattdessen bist du mit Grübeln beschäftigt. "Ja wenn ich endlich all meine Unordnung beseitigt habe", "Wenn ich den Keller aufgeräumt habe", "Wenn ich all die zu verkaufenden Sachen verkauft habe", "Wenn ich die Unterlagen sortiert habe" usw. DANN... Was dann? Dann nimmst du dir die Zeit für deine Lieblingsmenschen? Hoffentlich lassen sie sich so lange vertrösten, hoffentlich sind die Kinder dann nicht zu groß für den Ausflug in den Tierpark, haben keine Lust auf eine Wanderung... Die liebsten Menschen dulden viele Ausreden, weil sie uns lieben. Aber unendlich ausschöpfen würde ich das an deiner Stelle nicht. Irgendwann fragen sie dich gar nicht mehr, weil sie eh schon wissen, dass du "noch X und Y und Z ausmisten musst" und deshalb keine Zeit hast.

6 Nicht-Ausmisten "verschont" dich vor Herzensprojekten

Die ewigen Keller-/Dachboden-/Abstellraum-Ausmist-Ausreden nerven dich doch selbst langsam, oder? (Versteh mich nicht falsch, wenn ich Ausreden schreibe! Es ist ja tatsächlich zu tun, aber die Ausreden, die du vorgibst, etwas anderes dadurch nicht tun zu müssen/können, sind tatsächlich AUSREDEN. Du redest dich raus, weil der Keller aufzuräumen wäre. Dann räume den Keller auf und dann ist es auch vom Tisch!) Und dann lebst du wieder! Und lebst vielleicht deinen Traum, dein Hobby usw., welche du ständig vor dir hergeschoben hast. Ich hatte schon einige Kundinnen, deren Ausreden wir entlarvt haben. Ab dann war es für sie sowas von klar, dass es tatsächlich nur aufgeschobene Gründe waren, um z.B.

  • nicht endlich das Nebenbusiness zu starten (davor hatten sie nämlich Angst)
  • ein Buch zu schreiben (was, wenn es kein Erfolg wurde, sie am Ende gar keinen Verlag finden würden?)
  • den Job zu wechseln, der seit langer Zeit keine Freude mehr machte
  • sich vom Partner zu trennen (denn das Einzige, was noch ausgemistet werden musste, war eine seit langer Zeit nicht-mehr-liebevolle Beziehung)
  • nicht in die andere Stadt/das andere Land zu ziehen, wo sie eigentlich schon längst hinziehen wollten (weil ja die Wohnung so nicht in Kisten passt)
  • ...

Durch die "Ausreden" mussten sie sich all dem nicht stellen. Der innere Schweinehund ist schon sehr gewieft, stimmt's? Er verhindert, dass wir die wirklich wichtigen Dinge angehen, er mag es gerne bequem, zur Not verhindert er dadurch auch unser großes Glück, aber Hauptsache er hat es weiterhin schön bequem.

7 Nicht-Ausmisten bringt dir immer mehr Gründe, weiter ausmisten zu müssen

Genau das in Punkt 6 Genannte bringt mich auch zum letzten Punkt. Durch all die vermeintlichen Hindernisse verpasst du die Chance, dein Leben zu verändern. Dich auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren. Nämlich auf dich! Wer das nicht angeht, wird immer wieder neue Gründe finden, weshalb er nicht ausmisten muss. Dann kommt zu dem vollen Keller tatsächlich

  • ein Wasserschaden (bei dem das Ausmisten dann plötzlich ziemlich leicht und schnell geht. Aber deswegen wollen wir bitte alle keinen Wasserschaden jetzt, oder!?)
  • ein Trauerfall, bei dem du schließlich auch noch das Elternhaus ausmisten musst (zu deinem ohnehin schon vollen Keller)
  • eine Krankheit, durch die du erst einmal ausgebremst wirst und WIRKLICH nicht mehr ausmisten kannst
  • usw.

Du siehst schon, das Nicht-Ausmisten ist tückisch. Es bindet so viel Energie, Zeit, Raum, Geld, Gedanken und verhindert, dass du stattdessen tolle Momente erlebst - mit deinen Lieblingsmenschen oder für dich.

Die Lösung?

Stelle dich dem Ausmisten. Schieb es nicht länger auf. Geh es an. Erledige es, hake es ab für dich. Nutze es nicht länger als Ausrede, um ins Handeln zu kommen - ach was sag ich: um endlich das Leben zu leben, für das du gerade keine Zeit, keinen Platz, kein Geld usw. hast.

Im nächsten Blogartikel nehme ich dich mit in meine für mich perfekte Lösung. Die alles revolutionieren wirst, was du jetzt gerade vom Ausmisten denkst. Die es leicht machen wird und die schnell geht (ja, tatsächlich!). Ich muss mich echt zurückhalten, dir die Methode nicht gleich jetzt und hier schon zu verraten. Weil ich sie der ganzen Welt verraten will, weil endlich niemand mehr NICHT-AUSMISTEN soll, weil (gefühlt 1000 Gründe) dagegen sprechen!


Stay tuned, ich freue mich, wenn du mir einen Kommentar da lässt, ob irgendeiner (oder mehrere oder gar alle) der o.a. Gründe auf DICH zutreffen.

Aufgeräumte und sehr aufgeregte Grüße,

Deine Petra ❤

 


Frau mit weißer Kleidung

Heute im Interview: Birgit Fazis von Zeit statt Zeug

Frau mit weißer Kleidung

Ich freue mich sehr, dass ich euch heute mal wieder ein Interview präsentieren darf - dieses Mal dabei: Birgit Fazis von Zeit statt Zeug. Birgit folge ich schon seit langer Zeit, wahrscheinlich schon seit dem Beginn meiner "Instagram-Karriere" vor fast vier Jahren. Diese Beschreibung ihres Accounts trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf: "Inspiration und Tools für mehr äußere & innere Ordnung und Zeit für die die richtigen und wichtigen Dinge des Lebens" #nomorewordsneeded - oder?

Als ich Birgit um dieses Interview bat, hat sie spontan zugesagt und ich war ganz bewegt von ihren tollen Antworten. So lernt man die Menschen doch immer noch ein bisschen besser kennen, wenn man in die Tiefe geht - genau das liebe ich so sehr an den Interviews (alle anderen Interviews findest du übrigens hier). Geschichten dahinter zu sammeln und zu erzählen, zu verstehen, warum die Menschen tun was sie tun und was sie dazu bewogen hat. Doch lest einfach selbst, was für eine interessante Geschichte sich euch heute offenbart!

Los geht's mit dem Zeit-statt-Zeug-Interview!

Wer bist du?

Mein Name ist Birgit, ich bin 46 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und unseren 3 Töchtern am bayerischen Ammersee.

Stelle bitte kurz deine "Mission" vor und wie es dazu kam

Ein Weihnachtsfest in einem kleinen, roten Haus in Schweden veränderte vor ein paar Jahren unser Leben. Weil wir mit dem Flugzeug gereist sind, mussten wir uns beim Gepäck beschränken, d.h. ich stand vor der Frage "Wie viel Weihnachten passt eigentlich in einen Koffer?". Also reisten wir mit leichtem Gepäck nach Schweden: wenige Geschenke und ein eine Box mit selbst gebasteltem Weihnachtsschmuck wanderte in den Koffer, alles andere musste zuhause bleiben. Und in Schweden angekommen hatten wir das allerschönste Weihnachtsfest und stellten fest, dass gerade diesese WENIGER und so viel MEHR von dem Richtigen und Wichtigen schenkte. Zeit füreinander, Ruhe und Gelassenheit und eine große Portion Freude im Herzen. Dieses besondere Weihnachtsfest wurde die Geburtsstunde von ZEIT STATT ZEUG, weil ich aus der Tiefe meines Herzens an eine Welt glaube in der WENIGER wieder MEHR ist.

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um sie verwirklichen?

Die Idee für ZEIT STATT ZEUG kam mir ziemlich genau ein Jahr nach unserem schwedischen Weihnachtsfest. Damals war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit den Geist dieser besonderen Weihnacht auch zuhause in Deutschland zu etablieren und so dachte ich mir einen achtsamen Adventskalender aus, beschloss diesen in Form von digitalen Türchen auf Instagram zu teilen und rief den Account @zeit_statt_zeug ins Leben.

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Weil ich selber erfahren hatte wie befreiend es sein kann nicht mehr nach MEHR sondern nach dem kostbaren WENIGER zu streben, hatte ich das tiefe Bedürfnis meine Erfahrungen und Ideen mit anderen Menschen zu teilen.

Lerne loszulassen - Zitat

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Hindernisse gab es keine, ganz im Gegenteil. Alles floss aus mir heraus und alles was ich zu dieser Zeit tat stammte zu 99 Prozent aus dem Bauch und nur zu 1 % aus dem Verstand. Und genau das ist vielleicht auch der Grund warum meine Idee in sehr kurzer Zeit sehr viele Anhänger fand.

Wie empfindest du Hindernisse/"Probleme" generell, hast du Strategien/Muster?

Prinzipiell sehe ich Hindernisse immer als Herausforderungen auf dem Weg die uns wachsen lassen. Und auch wenn das Leben mich auf die Probe stellt, versuche ich mich so schnell wie möglich wieder zu sammeln und die Herausforderung aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Mir hilft hier immer die Frage "Worin liegt hierbei das Geschenk?". Darauf finde ich immer eine Antwort. Manchmal braucht diese etwas Zeit, aber sie ist IMMER da.

Was unterscheidet dich von anderen Bloggerinnen / Autorinnen (bzw. wie nennst du dich selbst? Influenzerin?)?

Auch wenn mein Kanal mittlerweile über 55.000 Follower hat, sehe ich mich nicht als klassische Influenzerin. In meinen Anfängen 2010 habe ich mich als Bloggerin definiert. Damals bloggte ich ausschließlich auf www.emmabee.de über Food, Reisen und Geschichten aus unserem Leben. 2018 wurde mein erstes Kochbuch veröffentlicht, was mich zu einer Autorin macht. Mittlerweile habe ich über 10 Bücher veröffentlicht, befinde mich aber gerade in einem neuen Findungsprozess von der Autorin zur Unternehmerin.

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die ordentlicher/einfacher leben wollen?

1. Klein anfangen.

Ich glaube an die Macht der kleinen Schritte und empfehle aus diesem Grund immer klein anzufangen. Statt dem ganzen Raum oder Kleiderschrank erstmal nur eine Kategorie Kleidung aufzuräumen/auszumisten. Das macht es nicht nur einfacher zu beginnen sondern sorgt auch ganz schnell für erste Erfolgserlebnisse. Und diese motivieren dann zum Weitermachen.

2. Alles braucht einen Platz.

Jeder Gegenstand in Deinem Zuhause braucht einen festen Platz an dem es wohnt. Ist dies einmal der Fall gibt es keine heimatlos herumliegenden Dinge mehr bzw. diese können ganz schnell wieder an ihren Platz zurück geräumt werden.

3. Dranbleiben.

Akzeptieren, dass es beim Aufräumen keinen Endzustand gibt. Das Leben ist ein Fluss und es gilt hier mitzugehen. Dinge kommen, Dinge gehen. Wer sich nachhaltige Ordnung wünscht, sollte sich regelmäßig fragen "Was hat Platz in meinem Leben und was darf gehen?"

Frau mit T-Shirt und Rock

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Ich möchte ZEIT STATT ZEUG als Marke gerne ausbauen, träume von Online-Kursen, Retreats, weiteren Büchern, einem eigenen Podcast und vielem, vielem mehr.

Wo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Mich findet man vor allem im echten Leben, auf Instagram, meiner Website oder in meinen Büchern.

Gibt es bei all den Büchern, die du gelesen hast, das EINE Buch, das dein Leben  verändert hat?

Ich liebe, liebe, liebe Bücher, aber ein einziges, lebensveränderndes Buch gibt es für mich nicht. Aber einige, die ich nicht mehr missen möchte. Allen voran z.B. Das große Los von Meike Winnemuth* Big Magic von Liz Gilbert*oder Goodbye Stress von Beata Korioth*.

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Ich beginne jeden meiner Tage mit 10 Minuten Yoga. Das tut mir unendlich gut und war der größte Game-Changer in meiner Morgen-Routine.

Hast du ein Lebensmotto?

Kein wirkliches Motto, aber die tiefe Überzeugung dass das Leben ein Geschenk ist und am Ende immer alles gut wird.

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Ja, ich bin an den allermeisten meiner Tage glücklich. Zu meinen kleinen Geheimnissen für das große und kleine Glück gehören Dankbarkeit, Demut und ein offenes Herz. Damit kann nichts mehr schiefgehen.

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Das Leben ist zu kurz um nur danach zu streben höher, schneller oder weiter zu fliegen. Wer bewusst für mehr ZEIT statt ZEUG entscheidet hat wieder mehr Zeit für die richtigen und wichtigen Dinge des Lebens.

 


Liebe Birgit, was für ein tolles Interview, was für eine berührende Geschichte, die mich sehr inspiriert - und euch Leser hoffentlich auch! Schreibt mir doch gerne in den Kommentaren, wie Ihr das Interview fandet!

 

Herzliche Grüße,

eure Petra ❤


* = Affiliate-Link: Für jeden Kauf oder jede Anmeldung über einen Affiliate-Link erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen dabei KEINE zusätzlichen Kosten! Als Bibliothekarin kann ich dir außerdem empfehlen, das Buch deiner Wahl in einer der zahlreichen öffentlichen Bibliotheken auszuleihen – das ist nachhaltig und schont alle Ressourcen – außerdem hast du hinterher kein Platzproblem und brauchst somit keinen Aufräumcoach 😉 Auch Buchhandlungen am Ort freuen sich sehr über deinen Besuch!