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Nachhaltig leben im Februar und überhaupt ab sofort

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Nachhaltig leben im Februar und überhaupt ab sofort. Für das neue Jahr habe ich mir ja einige Challenges vorgenommen, die mich in ein leichtes Jahr führen sollen - auch wenn das irgendwie komisch und nicht schlüssig klingt, das weiß ich schon. Aber lass es mich kurz erklären. Der Februar steht im Zeichen der Nachhaltigkeit - und natürlich will ich nicht nur im Februar nachhaltig leben, sondern immer. Aber der Februar wird der Startschuss, durch den ich mich intensiver mit diesem Thema auseinandersetze.

Da es so viele Themen gibt, mit denen ich mich auseinandersetzen möchte (du kannst hier noch einmal nachlesen, welche das genau sind) und da man sich gleichzeitig nicht auf allzu viel fokussieren kann (zumindest nicht, wenn ein gutes Ergebnis dabei herauskommen soll), will ich mich also jedem Monat etwas Besonderem widmen.

Was bedeutet nachhaltig leben genau? Also was genau für mich, denn ich vermute, dass das jede von uns anders definiert. So wie fast alles im Leben äußerst individuell ist, oder? Genau das macht es ja irgendwie auch so spannend.

Nachhaltig leben heißt für mich

  • meine Konsumgewohnheiten in Bezug auf Nahrung und Gegenstände zu überdenken und zu verändern
  • Dinge des täglichen Gebrauchs selbst herzustellen (z.B. Reiniger, Kosmetikprodukte)
  • gute Alternativen zu herkömmlichen Produkten zu finden (v.a. in Bezug auf tierische Produkte)
  • unverpackt einkaufen / auf Plastik verzichten
  • leihen statt kaufen bzw. wenn dann Second Hand
  • Dinge in Frage stellen, die ich nutze
  • Minimalismus noch weiter praktizieren
  • vegetarische/vegane Tage einplanen bzw. immer mehr umzusteigen
  • Noch weitere Dokus zum Thema Nachhaltigkeit ansehen (meine Watchlist wächst ständig)
  • Reisen / tägliche Fahrten: immer mehr mit dem Rad, zu Fuß oder öffentlich
  • meine Zeit sinnvoll verbringen, Menschen Zeit schenken (das erläutere ich im Laufe der Challenge noch genauer)

 

UM WAS GEHT ES ALSO KONKRET IN DER NACHHALTIG-LEBEN-CHALLENGE?

Meine Gewohnheiten zu verändern. Menschen zu inspirieren, ihr Leben auch nachhaltiger zu leben. Ich habe so ein tolles Zitat dazu gefunden, das es so gut spiegelt:

Wir brauchen keine Handvoll Menschen, die Zero Waste perfekt machen. Wir brauchen Millionen Menschen, die Zero Waste unperfekt machen.

Anne-Marie Bonneau

Und es geht nicht nur um Zero Waste, in meinen Augen geht es um die Nachhaltigkeit im Allgemeinen. Um das Leben im Besonderen. Wie wollen wir leben? Welche Welt wollen wir unseren Kindern hinterlassen?

Die 5 R von Bea Johnson* kennst du sicher auch, oder?

  1. Refuse – Vermeide, was Du nicht brauchst
  2. Reduce – reduziere, was Du brauchst
  3. Reuse – wiederverwenden, was Du schon hast/was es schon gibt
  4. Recycle – richtig entsorgen, was nicht vermieden, reduziert oder wiederverwendet werden kann
  5. Rot – kompostiere

Genau DARUM soll es vermehrt gehen! Ich möchte vegetarische und vegane Rezepte testen, viel radeln, nehme dich mit, welche Bücher ich zu dem Thema lese, welche Accounts zur Inspiration ich empfehlen kann, will in unserem Unverpacktladen einkaufen, möchte immer mehr auf Plastik verzichten, auf Reiniger und Produkte, die der Umwelt schaden, ich will meine Konsumgewohnheiten noch mehr hinterfragen, will meine ausgemisteten Dinge auf einem Flohmarkt verkaufen und und und.

In der WhatsApp-Gruppe, welche die Challenge begleitet, gibt es natürlich noch ausführlichere Berichte - hier tauschen wir uns aus, inspirieren und motivieren uns gegenseitig, spornen uns an.

Kleidung und besondere Geschenke

Der Bereich Kleidung wird selbstverständlich auch ein Thema werden, dazu habe ich eine große Überraschung von meiner lieben Freundin Julia Provenzano, die ich hier schon einmal interviewt habe. Julia möchte einer der Teilnehmerinnen der Challenge einen kompletten Kleiderschrank-Check SCHENKEN! Weil das für sie gelebte Nachhaltigkeit bedeutet! Die Dinge aus dem Schrank zu kombinieren und neu zu stylen, die schon vorhanden sind. Die nicht erst produziert werden müssen (unter z.T. fragwürdigen und ressourcenverschwendenen Bedingungen) sondern wieder genutzt und geschätzt werden. Eine Teilnehmerin in der Challengegruppe, die aus dem Raum Nürnberg / Fürth / Erlangen kommt, hat also die Möglichkeit, dieses Paket von Julia im Gesamtwert von 1000 € zu gewinnen. Genauere Bedingungen zum Gewinnspiel gebe ich über Instagram noch bekannt.

Außerdem wird es über Instagram (oder den Newsletter, mal sehen), auch noch einige Buchverlosungen zu dem Thema geben, da ich zahlreiche Rezensionsexemplare von tollen Autor*innen und Verlagen erhalte, die ich verlosen darf.

Du siehst schon, die Challenge wird super! Ich freue mich nun auf den Februar, die aktuell laufende No Buy Challenge im Januar gibt dazu den perfekten Start. Hier habe ich noch einmal kräftig ausgemistet in vielen Bereichen und jetzt heißt es aufbrauchen, neu sortieren, überlegen, was ich zukünftig noch brauche. Mein Buchkaufstop läuft weiter bis ca. Juni (so viele Bücher habe ich noch daheim, die ich vor dem Kauf eines neuen Buches lesen möchte).

Vielleicht sehen wir uns ja in der Februar-Challenge, falls du Lust haben solltest, dabei zu sein, schreibe mir einfach eine Mail an info@aufraeumerei.de, dann sende ich dir die Details zu (kleiner Spoiler: die Teilnahme an der WhatsApp-Gruppe kostet 10 €).

Viele Grüße und voller Vorfreude,
deine Petra

 


* = Affiliate-Link: Für jeden Kauf oder jede Anmeldung über einen Affiliate-Link erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen dabei KEINE zusätzlichen Kosten! Als Bibliothekarin kann ich dir außerdem empfehlen, das Buch deiner Wahl in einer der zahlreichen öffentlichen Bibliotheken auszuleihen – das ist nachhaltig und schont alle Ressourcen – außerdem hast du hinterher kein Platzproblem und brauchst somit keinen Aufräumcoach 😉 Auch Buchhandlungen am Ort freuen sich sehr über deinen Besuch!  


Vogel

Vogel

Mein erstes Buch im Jahr 2023 war Unterleuten von Juli Zeh. Ich kannte die Autorin bisher nur vom Hörensagen, wusste, dass sie toll schreibt, auf den Punkt und anschaulich. Und ja, das tut sie.

Die Geschichte spielt in Unterleuten, einem fiktiven Ort in Brandenburg im Jahr 2010. Das Dorf mit seinen knapp 200 alteingesessenen Bürgerinnen und Bürgern erfährt Zuwachs durch zugezogene Städter aus Berlin. Die eigentliche Geschichte um alte Fehden, neuen Streit, Machtkämpfe und Tragödien erfährt man durch die einzelnen Charaktere. Alle wichtigen Menschen in Unterleuten erzählen aus ihrer Perspektive, was sie über die Geschehnisse und v.a. über die anderen Mitbürger:innen denken, was letztendlich ein interessantes Gesamtbild der Geschichte ergibt.

Das Dorf scheint sich zu entzweien, als ein geplanter Windpark die ehemals bestehende Idylle stören soll. Es geht um Macht, um Geld, um Investitionen und ganz viel Unwahrheiten.

Juli Zeh ist in meinen Augen eine tolle Schriftstellerin, der es gelingt über Umwege, so wie es im ersten Moment scheint, die Geschichte zu erzählen, die sich in jedem Dorf so abspielen könnte. Der Perspektivwechsel ist spannend und interessant beschrieben, sie schafft es, dass jeder Charakter verständlich und sympathisch wirkt und man Verständnis für die Entscheidungen der Darsteller hegt.

Fazit: Unterleuten* ist ein tolles Buch, das mein erster und sicher nicht mein letzter Roman von Juli Zeh ist.


Weitere Buchtipps findest du übrigens auf meinem Blog unter: Auserlesenes

* = Affiliate-Link: Für jeden Kauf oder jede Anmeldung über einen Affiliate-Link erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen dabei KEINE zusätzlichen Kosten! Als Bibliothekarin kann ich dir außerdem empfehlen, das Buch deiner Wahl in einer der zahlreichen öffentlichen Bibliotheken auszuleihen – das ist nachhaltig und schont alle Ressourcen – außerdem hast du hinterher kein Platzproblem und brauchst somit keinen Aufräumcoach 😉 Auch Buchhandlungen am Ort freuen sich sehr über deinen Besuch!  

Frau mit Cremetiegel

Heute im Interview: Oliva Padalewski von Impact Earthlings

Frau mit Cremetiegel

Ich freue mich sehr, dass ich euch das erste Interview in diesem neuen Jahr präsentieren darf. Olivia Padalewski von Impact Earthlings stellt sich heute meinen Fragen. Ich kenne sie über Instagram, dort hat sie ein tolles Profil, auf dem sie uns DIYs zu Naturkosmetik und natürlichen Reinigern vorstellt, außerdem zahlreiche Tipps und Tricks zu Natur im Alltag gibt und das spannende Thema Wildkräuter schmackhaft macht. Ich finde, dass das Interview super zu der Challenge im Februar #nachhaltigleben passt, eine Übersicht über alle Challenges findest du übrigens hier. Und nun lest selbst, wer Olivia ist und was es mit Impact Earthlings auf sich hat.

Wer bist du?

Hi, mein Name ist Olivia, ich bin 32 Jahre alt und lebe mit meinem langjährigen Freund in Wien. Ich bin diplomierte Kräuterpädagogin, Aromaberaterin und Waldbaden - Trainerin, Autorin und Bloggerin. 2019 habe ich impact earthlings gegründet.

Stelle bitte kurz deine Mission / deine Leidenschaft vor und wie es dazu kam!

Mit impact earthlings möchte ich so viele Menschen wie möglich für mehr Nachhaltigkeit, DIY und wilde Natur im Alltag begeistern. Ohne Perfektion, sondern mit einfachen,  bewährten Möglichkeiten und viel Freude! Dafür biete ich die unterschiedlichsten Workshops, Onlinekurse, Kräuterwanderungen und Erlebnisse für Privatpersonen und  Unternehmen an. Wie es dazu kam? Über viele „Umwege“, die ich aber letztendlich nicht missen möchte. Ich habe meinen Master in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen, meine Diplomarbeit zum Thema „Elektroschrott“ geschrieben und war dann im Innovations-Consulting tätig. Währenddessen habe ich mich privat immer intensiver für das große Thema „Nachhaltigkeit“ interessiert, mich weitergebildet, angefangen sehr viel DIYs auszuprobieren, meinen Müll zu reduzieren und dadurch kam ein riesiger Stein ins Rollen.

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um diese Leidenschaft zu verwirklichen?

Nach langjähriger Krankheit und dem Tod meines Papas, kündigte ich meinen Consulting - Job. Ich war daraufhin 14 Tage alleine auf dem Jakobsweg unterwegs und anschließend noch mehrere Monate mit meinem Freund auf Reisen. In dieser Zeit habe ich auch intensiv über meinen beruflichen Weg nachgedacht und dass ich so nicht weitermachen möchte. Zum Jahreswechsel 2018/19 habe ich mich dann dafür bereit gefühlt und meine Idee in meinen Kalender geschrieben: meine private Leidenschaft für mehr Nachhaltigkeit im Alltag auch zu meinem Beruf zu machen. Und so habe ich meinen beruflichen Weg 2019 auf den Kopf gestellt, einen Teilzeitjob begonnen und daneben impact earthlings gegründet.

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Ich wusste bereits vor unserer Reise, dass wir ein globales Müllproblem haben und die Auswirkungen davon enorm sind. Aber unterwegs war ich fast jeden Tag mit (Einweg-)
Plastik, Abfall und generell sehr viel „Nicht - Nachhaltigem“ konfrontiert. Ich wusste auch, dass ich nicht die Welt verändern kann, aber ich wollte lieber aktiv werden, als passiv bleiben. Und ich bin immer noch davon überzeugt, dass wir mit kleinen, großen Veränderungen im Alltag etwas bewirken können, wieder achtsamer werden und anfangen bewusster zu leben.

Tiegel und Flaschen mit Pflegeprodukten

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Hindernisse gehören für mich zum Leben dazu – wie Licht und Schatten. Ich glaube zu Beginn waren die größten Hindernisse in meinem Kopf: Was werden die anderen denken, dass ich „meine Karriere“ aufgegeben habe? Kann ich das überhaupt? Bin ich dafür gut genug und machen das andere nicht viel besser? Kann man „davon leben“? usw. Im Endeffekt recht typische Fragen, wenn man sich selbstständig macht. Das meiste davon konnte ich durch konstruktive, liebevolle und ehrliche Gespräche, Zeit und Übungen überwinden. Und auch Dank des vielen tollen Feedbacks, das ich nach meinen ersten Workshops erhalten habe.

Was unterscheidet dich von anderen Bloggerinnen/Autorinnen für ein nachhaltiges Leben?

Ich denke, uns alle gibt es nur einmal und das ist die persönliche „Superpower“. Ich versuche eine gute Balance zwischen Inspiration und unperfektem Alltag zu kommunizieren –denn einerseits ist das die Realität und andererseits sind 30% immer besser als 0%. Es geht mir nicht darum, dass irgendjemand perfekt nachhaltig leben soll/muss. Das tue weder ich, noch halte ich das in unserer aktuellen Gesellschaft für möglich. Aber wir können alle beginnen und etwas beitragen.

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die nachhaltiger/gesünder leben wollen?

  1. Fange dort an, wo es dir am leichtesten fällt, z.B. im Badezimmer. Probiere ein einfaches DIY - Rezept aus und erlebe, wie schön das Gefühl ist, etwas mit den eigenen Händen zu kreieren, das dir gut tut und funktioniert.
  2. Schritt für Schritt – Veränderung braucht Zeit und nur so kannst du sie wirklich in deinen Alltag einbauen.
  3. Verbringe öfter Zeit in der Natur. Vor allem der Wald lässt uns zur Ruhe kommen, reduziert spürbar Stress und tut unserem Immunsystem erwiesenermaßen gut. Und wenn du die Kräuter etwas kennenlernst, wirst du viel Freude beim Naschen, Sammeln und Verarbeiten haben.

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Mit 2023 mache ich mich Vollzeit selbstständig mit impact earthlings. Das ist ein wirklich großer Schritt und ich freue mich, diesen Weg jetzt gehen zu dürfen. Gleichzeitig möchte  ich viel Zeit in der Natur und mit meinen Herzensmenschen verbringen, immer wieder (auch länger) reisen oder hin und wieder meine ortsunabhängige Arbeit in andere Länder mitnehmen. Also eine schöne Mischung aus erfüllender Arbeit, Lieblingsmenschen und Reisen.

Wo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Du findest impact earthlings hier und ich freue mich sehr, wenn du vorbeischaust, dich inspirieren lässt und wohlfühlst:

Ansonsten findest du mich sehr oft im Wald, auf Spazier- oder Wanderwegen – und in meiner Küche, wenn ich an neuen Rezepten feile.

Gibt es bei all den Büchern, die du gelesen hast, das EINE Buch, das dein Leben verändert hat?

Es gibt 3 Bücher, die mich wirklich SEHR inspiriert haben:

  1. Auf dem Jakobsweg (Paulo Coelho)
  2. Die Mitternachtsbibliothek (Matt Haig)
  3. Das Café am Rande der Welt (John Strelecky).

Seit einigen Jahren lese ich sehr gerne, daher fällt es mir wirklich schwer, mich auf eins festzulegen.

Frau im Wald mit Rucksack

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Ich nehme mir jeden Tag Zeit für ein Frühstück. Ohne gehe ich weder außer Haus noch fange ich zu arbeiten an. Das gibt mir Kraft und ist meine Zeit zum Munter werden.

Hast du ein Lebensmotto?

Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren.

Albert Schweitzer

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Im Moment sehr! Ich bin dabei mir meinen Beruf so zu gestalten, wie ich es wirklich möchte. Das kostet zwar auch viel Arbeit, Kraft und Mut, aber es erfüllt mich jetzt schon sehr. Außerdem reflektiere ich viel und gerne, nehme mir Zeit für die Menschen und Dinge im Leben, die mir viel bedeuten und bin für all das von Herzen dankbar. Dankbarkeit & Wertschätzung zu üben und zu spüren ist in meinen Augen sehr, sehr wichtig. Und sich bewusst zu sein, dass auch Schattenseiten zum Leben dazugehören – nichts läuft immer nur nach Plan. Und das ist okay.

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Lasst uns alle wieder viel mehr Zeit in und mit der Natur verbringen. Auf der Wiese sitzen, in den Wald gehen, natürliche Zutaten zu einem Lippenbalsam verarbeiten, Hagebutten am Wegesrand naschen, etwas anpflanzen, oder mit frischen (Wild-)Kräutern zubereiten. Denn was wir kennen und wertschätzen, möchten wir auch beschützen und erhalten. Wir tun sowohl unserer Umwelt, als auch uns selbst etwas Gutes und werden achtsamer im Alltag - und das wiederum überträgt sich auf unser Umfeld & inspiriert unsere  Mitmenschen. Und es würde mich riesig freuen, wenn ich dich einmal bei einem meiner Workshops, Onlinekurse, Kräuterwanderungen oder anderen Erlebnisse kennenlernen darf!


Was für eine inspirierende Frau, oder? Danke liebe Olivia für dieses tolle Interview - und dass du uns Mut machst, einfach mit kleinen Dingen anzufangen, ohne den Anspruch auf Perfektionismus zu haben. Noch mehr inspirierende Menschen im Interview findest du übrigens hier.

Viele Grüße,
Eure Petra


Frau hält Feder in Hand

Ein Jahr voller Leichtigkeit

Frau hält Feder in Hand

Ein gutes neues Jahr 2023 wünsche ich euch! Auf dass es gesund, glücklich und genau so (oder noch viel besser) wird, wie wir uns das vorstellen. Bei mir heißt das: ein Jahr voller Leichtigkeit! Nach diesem für mich z.T. recht schweren 2022 braucht es nun wieder mehr Leichtigkeit. Federn sind für mich das Symbol für Leichtigkeit überhaupt, das Bild oben spiegelt sogar noch etwas mehr. Nämlich die Hand, die die Feder hält. Als ob wir es selbst in der Hand haben, leichter zu leben. Ich mag das Bild sehr gerne, macht es mich doch zu einer Frau, die selbst mitgestaltet. Und genau darum soll es in den nächsten Monaten gehen.

Für 2023 habe ich mir so einiges an Zielen überlegt, die für mich in den einzelnen Bereichen Leichtigkeit bedeuten. Da Veränderungen, v.a. Gewohnheiten, meist nicht von heute auf morgen funktionieren und es einiger Wiederholungen bedarf, damit diese etabliert werden, finde ich Challenges für ca. 30 Tage sehr sinnvoll. Da das Jahr nun mal 12 Monate hat, bin ich auf die Idee gekommen, 12 Monatschallenges zu absolvieren.

„Man wird niemals sein Leben verändern, wenn man nicht verändert was man täglich tut. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den täglichen Gewohnheiten.“ John C. Maxwel

Diese Themen stehen für mich 2023 auf dem Programm:

  1. Januar: #nobuy
  2. Februar: #nachhaltigleben
  3. März: #bewegdich
  4. April: #leckeressen
  5. Mai: #gutestun
  6. Juni: #draussensein
  7. Juli: #digitaldetox
  8. August: #finanziellfrei
  9. September: #rausausderkomfortzone
  10. Oktober: #glücklichsein
  11. November: #minimalistischleben
  12. Dezember: #achtsamleben

 

Weshalb mache ich das Ganze überhaupt?

Veränderungen von Gewohnheiten dauern im Schnitt ca 30 Tage, sie passieren also nicht sofort, sondern müssen etabliert werden. Indem wir täglich kleine Schritte gehen, verändern sich Strukturen im Gehirn. Es geht danach also nicht mehr um das OB, sondern nur noch um das WANN.

Da ich mich gut kenne und weiß, dass mein "innerer Schweinehund" nicht so gerne alleine Gassi geht, kann ich ihn gut überzeugen, wenn ich solche Veränderungen in einer Gruppe mache. Viele Gleichgesinnte zusammen strahlen eine unglaubliche Energie aus, ist dir das schon einmal aufgefallen? Und das mag ich sehr! Und da ich es mir ja gerne leichter machen möchte und genau diese Leichtigkeit im Vordergrund steht, kam ich auf die Idee, diese Challenges in einer Gruppe zu absolvieren. Damit es allen leichter fällt - überhaupt zu starten und v.a. dranzubleiben. Gemeinsam macht vieles einfach auch mehr Spaß, oder?

Falls Ihr nun also Lust haben solltet, an der einen oder anderen (oder gleich mehreren) Challenge teilzunehmen, habe ich ein tolles Angebot. Eine WhatsApp-Gruppe, die motiviert und inspiriert.

Was passiert in den 30 Tagen der Challenges?

Das Thema wird genau durchleuchtet, das WARUM dahinter spielt eine große Rolle. Weshalb wir Dinge verändern wollen entscheidet maßgeblich darüber, ob wir überhaupt beginnen und Spaß am Weitermachen haben. Das Warum wird also die zentrale Frage, nach der sich vieles richtet. Wir setzen uns intensiv damit auseinander. Hinterfragen unsere alten Gewohnheiten, überlegen neue, passendere, die zum Ziel führen.

Für die #nobuychallenge im Januar könnt Ihr euch auf folgenden Input freuen:

  • ausmisten
  • aufbrauchen
  • sinnvoll ordnen
  • Geld sparen
  • sich auf anderes als shoppen konzentrieren
  • weshalb funktionieren die Tricks der Verkaufspsychologen und wie können wir ihnen widerstehen
  • weniger ist mehr
  • Alternativen finden
  • neue Rezepte testen
  • uvm

Den Input für die nächsten Challenges gebe ich natürlich rechtzeitig vor dem jeweiligen Start bekannt.

Das erwartet euch in der Gruppe:

  • jeder Monat ist einem anderen Thema gewidmet, auf das wir unseren vollen Fokus richten
  • geschlossene WhatsApp-Gruppe, also nur die Teilnehmerinnen, die genau bei diesem Thema dabei sein möchten
  • Inputs, Bilder, Support, Sprachnachrichten, Austausch in der Gruppe
  • Tipps von anderen und ganz viel Motivation, um mit Spaß durchzustarten & dranzubleiben
  • meine Erfahrungen als Aufräumcoach & Schweinehundflüsterin

Wie könnt Ihr nun dabei sein?

Entscheidet euch für eine spezielle Challenge, die euch interessiert. Oder möchtet Ihr gleich an 3 oder 6 Challenges teilnehmen? (Die ganze Übersicht, wann welche Challenge stattfindet, findet Ihr weiter oben)

Wenn Ihr dabei sein möchtet, bucht Ihr entweder:

  • 1 Monat für 10 €
  • 3 Monate für 25 €
  • 6 Monate für 50 €

Schreibt mir einfach eine Mail an info@aufraeumerei.de plus die jeweiligen Monate und schon geht es los! Start ist immer am 1. des jeweiligen Monats.

Falls Ihr euch nun fragen solltet, weshalb die Gruppe Geld kostet (zugegebenermaßen nicht viel Geld, stimmt's?): Leider bedeutet kostenlos oft nicht genug Wert, als dass man es als wertvoll erachtet. Ich glaube, wir sind uns einig, dass es im Prinzip alles Wissen dieser Welt jetzt schon kostenlos und frei verfügbar (im Internet) gibt. Jederzeit, einfach immer! Dennoch nützt all dieses Wissen nichts, wenn wir es nicht umsetzen. Diese Gruppe wird umsetzen. Weil ich nicht nur Wissen vermitteln möchte, sondern TUN. Und um ins Tun zu kommen, müssen wir uns committen (sich committen: sich bekennen, verpflichten). Wenn wir uns nicht dazu verpflichten, können wir es auch gleich sein lassen. Deshalb ist ein Preis oft ein Comittment, durch das wir uns dem anderen und v.a. sich selbst gegenüber verpflichten.


Ich freue mich so sehr auf diese Challenges, die das Leben erleichtern und Schritt für Schritt zu positiven Veränderungen führen werden!

Aufgeräumte Grüße voller Vorfreude auf das neue Jahr,
eure Petra


Frau mit Hut

Heute im Interview: Candy von Candys Café

Frau mit Hut

Heute möchte ich euch die liebe Candy vorstellen, die eins meiner Lieblingscafés in Nürnberg betreibt. Candys Café liegt im Nürnberger Norden und ist sonntags sehr oft Ziel unserer Fahrradausflüge. Sei es auf eine kühle Limo oder aber auf einen Kaffee und selbstgemachten Kuchen - dazu gibt es on top immer Candys gute Laune dazu. Da kamen wir ruckzuck ins Gespräch und ich wollte diese sympathische junge Frau einfach interviewen. Weil ihre Geschichte motiviert, für seine Träume loszugehen. Für sich einzustehen, auf sein Bauchgefühl zu vertrauen - auch wenn alles dagegen sprechen sollte. Einer der ersten Sätze von Candy, an den ich mich erinnern kann, war: "Bei dem Vornamen MUSS man doch einfach ein Café aufmachen". Absolut! Zum Glück hat sie keinen anderen Vornamen ;) Was wäre uns für ein toller Ort der Begegnung entgangen!

Doch lest selbst, wer Candy ist und was sie bewegt.

Wer bist du?

Wer bin ich? Das ist eine sehr gute Frage. Heute sage ich ganz stolz und glücklich - ich bin die Candy! Ja, einfach nur Candy! Das war nicht immer so, und ich war jahrelang auf der Suche nach dem Ich, und dem, was mich indentifiziert. Mittlerweile indentifiziere ich mich mit mir selber und bin glücklich mit dem, was ich bin und vermutlich auch schon immer war! Außerdem bin ich stolze Tirolerin - das muss wohl auch noch gesagt werden ;)

Stelle bitte kurz deine "Mission" / dein Herzensprojekt vor und wie es dazu kam!

Nach meiner Lehre zur Drucktechnikerin war ich irgendwie rastlos und viel unterwegs. Im Winter war ich bei mir in der Heimat in Tirol Skilehrerin und im Sommer habe ich als Animateurin oder Kellnerin gearbeitet. Was, war mir ziemlich egal, Hauptsache weit weg. Immer auf der Suche nach mehr, auf der Suche nach mir und auf der Suche nach der einen Sache, die einen Stolz macht, wenn man darüber berichtet. Der Traum vom eigenen Café war schon immer irgendwo in mir. Jedoch nie greifbar. Alles davon war einfach zu fern. Die Location, das Know How, die Finanzierung und vermutlich auch das Selbstbewusstsein. Ich wollte schon immer einen Ort schaffen, an dem jeder sein kann und darf wie er ist. Ohne Vorurteil, frei von politischen oder ethnischen Hintergründen. Einfach sein, wie daheim. Denn genau diesen Ort hätte ich mir die ganzen Jahre auch gewünscht. Als das Café Kirsch geschlossen hat (ich kannte es nicht, war zu dem Zeitpunkt auch erst 3 Jahre in Nürnberg), haben mich verschiedene Freunde und Stammgäste darauf aufmerksam gemacht - "Das könnte doch was für dich sein oder???".

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um dein Herzensprojekt zu verwirklichen?

Aufgrund der Tipps besagter Stammgäste und Freunde habe ich mich also hingesetzt und all meinen Mut zusammengefasst, um eine Nachricht an die ehemalige Besitzerin zu schreiben. Daraufhin gab es einen Besichtigungstermin. Ich habe das Café betreten und sofort gemerkt - DAS IST ES! Im Kopf habe ich bereits renoviert und vor mir lief ein Film ab, indem ich endlich mache was ich will! Ich sah mich an der Kaffeemaschine stehen, buntes Treiben um mich herum, hörte klirrendes Geschirr und blendete erstmal alle Risiken und Nebenwirkungen aus. Somit war klar, JETZT ist meine Chance. Und die muss ich nutzen, komme was wolle.

Frau mit Hut und Speisekarte

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Den EINEN ausschlaggebendem Faktor gab es glaub ich gar nicht. Wie schon gesagt, ich wusste einfach, dass es das ist. Und dass ich, wenn ich das wirklich will, JETZT und auf der Stelle alles auf den Kopf stellen muss um zu bekommen was ich will! Somit kündigte ich innerhalb eines Monats meinen Vollzeitjob, setzte einen Businessplan auf und kalkulierte (ganz, ganz neue Welten für mich), meldete ein Gewerbe an, renovierte das Café - damit es meinem "Film" entsprach - und lag los!

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Hindernisse gab es definitiv. Von der ersten Instanz - dem Vermieter - der Angst hatte, da ich noch so jung war und noch nie selbstständig war, Covid, von dem keiner wusste, ob's nochmal "kracht" und das die Banken dazu verleitet hat, keinerlei Kredite an Neu-Gastronomen zu geben aufgrund des Risikos. Kalkulationen und Papierarbeiten, welche mich vorher noch nie interessiert haben, verschiedenste Ämter und Wege, auf welche meine Füße mich sonst wohl nie getragen hätten. Trotzdem, ich wusste ich WILL! Ich wusste, ich SCHAFFE DAS und mir war klar, dass das vielleicht meine einzige Chance ist. Also habe ich gemacht. Ja, wirklich einfach gemacht. Ich habe jeden Tag bis zur letzten Minute  genutzt, Blut und Wasser geschwitzt, Gedankenknoten konstruiert und mein ganzes Umfeld verrückt gemacht. Ständige Rückschläge (ständig klingt lustig, da es sich ja nur um einen Monat handelt - allerdings war dieser sehr intensiv) hingenommen, immer wieder auf den Boden geschmettert, andere Wege genommen, falsch abgebogen und wieder von vorne angefangen. Und genau so wirr, wie dieser Text, war gefühlt auch diese Zeit des Anfangs. Wenn ich mein Umfeld befragen würde, würden diese wohl sagen, dass ich das alles super gemacht habe und es ziemlich strukturiert gewirkt hat ... Meinem Gefühl nach allerdings hat es sich bei allen Schritten irgendwie um ein Stück geordnetes Chaos  gehandelt.

Wie empfindest du Hindernisse/"Probleme" generell, hast du Strategien/Muster?

Ich glaube, dass Hindernisse und Probleme das Leben erst so richtig spannend machen. Klar nervt es, und klar ist es in solchen Momenten, an denen man vor einem Hindernis steht, alles doof und anstrengend. Aber an sich glaube ich einfach, dass man an jedem Hindernis wächst. Ich für meinen Teil bin jedenfalls an allen Hindernissen und Umwegen meines Lebens gewachsen - zwar nur auf 1,74m - aber innerlich bin ich riesig ;) So, und was ist jetzt meine Strategie? Gute Frage. Die eine Strategie habe ich nicht. Ich weiß nur, dass ich ein "Macher" bin. Was nicht passt, wird passend gemacht. Hindernisse und Schwierigkeiten gehören meiner Meinung nach einfach mit dazu, schließlich formen uns diese Ereignisse und Erlebnisse auch irgendwo. Und wenn keiner geformt oder gezeichnet wäre, wäre das Miteinander glaube ich auch ziemlich trist und eintönig.

Was unterscheidet dich von anderen Barista/Cafébetreiberinnen (wie nennst du dich selbst?)

Ich glaube auch bei dieser Frage bin ich immer noch die Candy aus Tirol. Ja, ich bin Barista (mit Leidenschaft) und ja, ich habe ein Café. Trotzdem bin ich einfach ich.

Frau die Kaffee macht

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die auch mit dem Gedanken spielen, etwas Eigenes zu eröffnen bzw. sich selbstständig machen  wollen?

TRAUT EUCH! Glaubt an euch selber und an das, was ihr könnt und mit Leidenschaft betreibt. Wenn ihr das richtige Know How und Herzblut dafür habt, dann investiert dieses auch! Wenn ihr euch fragt, WANN..... JETZT! Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt. Es wird immer schwierige wirtschaftliche Lagen geben, Krankheiten, die das Weltgeschehen beeinflussen, Menschen die dagegenreden, den inneren Schweinehund, der sich sträubt oder die falsche Jahreszeit weil eben wegen....ALLES AUSREDEN! Ich habe mein Café im August 2020 eröffnet, als jeder meinte "die hat einen Schlag"... aber hey....Ich bin jetzt genau hier wo ich sein wollte! Bittet um HILFE! Macht nicht alles allein und geniert euch nicht andere mit einzubeziehen und nach Hilfe zu Fragen. Andere Menschen haben andere Ideen, andere Fähigkeiten und andere Möglichkeiten. Sammelt alles und sucht euch das Beste für euch raus.

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Pläne...Träume.... Davon hab ich ziemlich viele. Mein Kopf dreht sich ständig ums Café und die vielen neuen Ideen die ich habe. Das im Moment konkreteste Ziel wird allerdings das rösten meines eigenen Kaffees sein. Im Moment beziehen wir unseren Kaffee noch von einer kleinen Rösterei in Nürnberg, aber schon bald gibt's Candys Kaffee ;) Natürlich bringt das noch einiges an Planung und Arbeit mit sich, aber dafür könnt ihr dann bald auch Bohnen für zu Hause bei uns kaufen. Klingt doch super oder? Ich glaube nämlich auch, dass es kaum noch besser geht ;)

Wo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Auf Facebook und Instagram sind wir natürlich vertreten. Neben kleinen Teasern zu Kuchen, Torten und Getränken gibt's auch jeden Sonntag ein lustiges Video für euch! FACEBOOK: Candys Café; INSTAGRAM: _candyscafe_

Ich hab's nicht so mit Computern, daher ist meine Website noch in Bearbeitung - aber...sie kommt! Bald findet ihr uns auch unter www.candyscafe.de

Wenn ich gerade nicht im Café bin - was echt selten vorkommt ;) dann genieße ich die Ruhe daheim. Auf der Couch, zwei Katzen auf mir und ne Tasse Kaffee in der Hand (was auch sonst ;))

Gibt es das EINE Buch, das dein Leben verändert hat?

Tommy Jaud - Einen Scheiß muss ich!

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Ich versuche jeden Morgen ohne Stress aufzustehen. Lieber stelle ich mir den Wecker eine Stunde früher als es sein müsste, um dann in Ruhe in Jogginghose und dickem Pulli gemütlich meinen Kaffee zu schlürfen. Diese Routine brauche ich einfach um hochzufahren, um achtsam in den Tag zu starten und um nicht schon total gestresst anzufangen.

Hast du ein Lebensmotto?

Was nicht passt wird passend gemacht.

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Oh ja, das bin ich. Ich versuche einfach die kleinen Dinge im Leben zu genießen, zu schätzen und auszukosten.

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Vielen Dank für das Interview liebe Petra.


Vielen lieben Dank an DICH liebe Candy für deine offenen Antworten, die mich sehr beeindruckt haben.

Was sagt Ihr dazu? Falls Ihr noch nicht bei Candy im Café wart, holt das unbedingt nach. Selbstgemachte, sehr leckere Kuchen, tollster Kaffee, der mit Liebe und viel Lachen bereitet wird und immer eine gute Stimmung laden wirklich ein, seine Nachmittage dort zu verbringen.

Viele Grüße,

Petra ♥

P.S.: Weitere Interviewgäste findet Ihr übrigens hier.


Frau die sitzt und lacht

Heute im Interview: Anna von Nordbewusst

Frau die sitzt und lacht

Heute möchte ich euch Anna-Lena von nordbewusst vorstellen. Anna-Lena folge ich schon seit einiger Zeit bei Instagram, außerdem höre ich ihren Podcast und bin einfach rundum begeistert von dieser tollen, mutigen und "hyggeligen" Frau. Hygge ist ja DER Trend aus Skandinavien überhaupt, der für eine glückliche, gemütliche, zufriedene, einfache und entschleunigte Lebensweise steht.

Anna-Lena steht für mich genau DAFÜR. Für ein hyggeliges Lebensgefühl, das sie mir definitiv mit ihren Posts über ihre Auswanderung nach Dänemark, mit ihren Podcastfolgen und mit ihren Rezepten vermittelt. Und was passt jetzt im Herbst besser, als diese gemütliche Gefühl in die Wohnzimmer zu tragen? Herbst ist für mich eine der schönsten Jahreszeiten (neben dem Sommer, dem Frühling und dem Winter ;) - ich liebe tatsächlich jede Jahreszeit, weil jede ihre ganz besonderen Liebeswürdigkeit hat), die diese Behaglichkeit spiegelt. Daheim in eine kuschelige Decke hüllen, auf der warmen und weichen Couch, mit der Katze auf dem Schoß und einem guten Buch (Tipps hierfür findest du übrigens hier bei Auserlesenes) oder eben einem inspirierenden Blogartikel. Und falls es bei euch auch gerade regnen sollte, dann macht es euch gemütlich drinnen und seid gespannt auf dieses Interview mit Anna-Lena hier, die über ihre sehr persönliche Geschichte berichtet.

Und jetzt geht's  zum Interview!

Wer bist du?

Hej! Ich bin Anna-Lena, 26 Jahre alt und kürzlich nach Dänemark ausgewandert. Hier lebe ich nun, gemeinsam mit meinen Katern Henri und Edgar, auf einer Farm in der Nähe von Kopenhagen.

Stelle bitte kurz dein Herzensprojekt (deine Auswanderung / deinen Neuanfang nach Dänemark) vor und wie es dazu kam!

In meinem „Nordbewusst“ Podcast habe ich immer davon geschwärmt, wie groß meine Liebe zu Skandinavien ist, wie gerne ich eines Tages dort leben würde und wie sehr ich mich danach sehne, mehr Zeit im Norden zu verbringen. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass ich gerade meine wertvolle Lebenszeit damit verschwende, auf diese Zeit zu warten. Ich habe nur dieses eine Leben und verbringe ein Jahr nach dem Anderen damit, mich durch ein Studium zu quälen, dass mich überhaupt nicht interessiert und mir dieses mit einem Job zu finanzieren, der mich langweilt. Also brach ich alles ab, wandernde nach Dänemark aus und halte diesen Prozess auf YouTube, Instagram und in meinem Podcast fest.

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um es zu verwirklichen?

An Silvester 2021, als ich die Feuerwerkskörper am Himmel sah und dabei die tiefe Gewissheit spürte, dass ich im nächsten Jahr endlich meine Träume verwirklichen möchte und ich dem Universum vertrauen darf.

Frau mit Kaffee und Kuchen

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Ich habe mich zu dieser Zeit Rund um die Uhr mit Persönlichkeitsentwicklung befasst und mein komplettes Mindset von Grund auf verändert. Ich kaufte mir ein leeres Notizbuch und schrieb alle wichtigen Erkenntnisse auf. Ausschlaggebend war eine Rede von Bob Proctor, in der er darüber sprach, dass man sein Leben mit seinen Gedanken selbst erschaffen kann. Diese Rede schrieb ich wörtlich in mein Buch. Er hatte Recht :-)

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Die gibt es immer. Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht! Ich habe mein Vertrauen in mich gestärkt und die Hindernisse step-by-step angepackt. Wie empfindest du Hindernisse/"Probleme" generell, hast du Strategien/Muster? Mittlerweile weiß ich, dass es nicht darum geht, keine Probleme mehr zu haben. Es geht darum, sich diesen Hindernissen zu stellen und daran zu wachsen. ​

Was unterscheidet dich von anderen Bloggerinnen?

Ich würde sagen, dass jede:r in seiner Art einzigartig ist. Bei mir ist es vielleicht die überschwängliche Freude über ganz banale Dinge, wie zum Beispiel das Schreien einer Möwe (welches nun endlich zu meinem Alltag gehört) ;-)

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die auch auswandern wollen, um ihren Traum zu verwirklichen?

1. Stärke das Vertrauen in Dich selbst
2. Lasse dich nicht von der Meinung anderer abhalten
3. Vertraue darauf, dass alles gut wird

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Ich möchte meine 20er Jahre in Kopenhagen verbringen, meiner Community das skandinavische Lebensgefühl näherbringen und ihnen die Angst vorm Auswandern nehmen. Ansonsten bin ich gespannt, wohin die Reise führen wird.

Wo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Du findest mich auf meinem Blog, auf YouTube, Instagram und in deiner Podcast-App (überall unter Nordbewusst) oder in einem der niedlichen Cafés Kopenhagens.

Frau am Wasser

Gibt es bei all den Büchern, die du gelesen hast, das EINE Buch, das dein Leben verändert hat?

Ganz klares JA: „Du bist in einer Krise, Herzlichen Glückwunsch“ von Anastasia Umrik.

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Ich stehe morgens für ein paar Minuten am Fenster, atme die kühle Morgenluft ein und denke an all die Dinge, für die ich dankbar bin.

Hast du ein Lebensmotto?

Bringe dein Leuchten in die Welt und die Welt leuchtet zurück.​

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Danke der Nachfrage, ich bin tatsächlich sehr glücklich und erfreue mich an den alltäglichen Dingen in meinem Leben hier in Dänemark. Seien es die leckeren Zimtschnecken, die klare Luft oder der Klang der Sprache.

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Warte nicht auf den „richtigen“ Moment. Das Leben ist viel zu kurz und schön, um seine Träume immer weiter in die Zukunft zu schieben. Danke für das Interview, liebe Petra

 


Liebe Anna-Lena, ich danke dir von ganzem Herzen für dieses tolle Interview! Deine Geschichte hat mich sehr bewegt - wie du für dich erkannt hast, dass du deine Zeit aktuell verschwendest und eben nicht das lebst, was du eigentlich wolltest! Und wie mutig, diesen Schritt dann auch zu gehen! Wow! Das inspiriert mich wirklich sehr.


Wie geht es euch mit Anna-Lena's Geschichte? Inspiriert sie euch auch so?

Viele Grüße aus dem verregneten Nürnberg,
Petra

 


Kleiderstange

Gastbeitrag | Capsule Wardrobe - Must Have oder No Go?

Kleiderstange

Heute gibt es einen Gastartikel von meiner Freundin Julia Provenzano, die als Personal Stylist & Confidence Mentor arbeitet. Ein Interview mit ihr über ihr Herzensprojekt kannst du hier noch einmal nachlesen. Und hier kannst du dich in Ruhe auf ihrer Website bzw. ihrem Instagram-Profil umsehen.

Seit einigen Jahren, seit ich den Minimalismus praktiziere, ist das Thema Capsule Wardrobe immer wieder ein Thema für mich und meine Kleiderstange. Falls du dich fragst, was es damit auf sich hat, dann lies unbedingt weiter! Und auch wenn du dich ohnehin mit dieser Thematik beschäftigst, könntest du heute noch inspirierende Gedanken für dich mitnehmen!

Und nun zu Julia's Artikel!

Capsule Wardrobe - Must Have or No Go?

Wusstest du, dass statistisch gesehen Frauen und auch Männer jeweils an die 100 Kleidungsstücke im Kleiderschrank hängen haben, von denen nur rund 20 % wirklich regelmäßig getragen werden? Vielleicht kennst du auch dieses Gefühl, dass du vor deinem vollen Kleiderschrank stehst und nichts anzuziehen hast? Oftmals liegt das Problem darin, dass wir Einzelteile kaufen, die uns gut gefallen, ohne zu bedenken, wie sie sich in den Rest unseres Kleiderschranks einfügen.

Eine Capsule Wardrobe ist eine Sammlung von Kleidungsstücken, die aus ausgewählten Artikeln besteht, um die Anzahl der Outfits zu maximieren, die getragen werden können. Ziel ist es, für jeden Anlass ein passendes Outfit zu haben, ohne überflüssige Kleidungsstücke zu besitzen.

Wenn wir mal ehrlich sind, sind nämlich genau diese überflüssigen Kleidungsstücke, die, die uns die Übersicht und auch Inspiration für neue Looks nehmen. Ich nenne diese Teile auch gerne Energiefresser.

Weniger Teile, mehr Outfits

Weniger Teile, mehr Outfits = ein tolles Konzept, oder? Und trotzdem hat mich der Ansatz einer Capsule Wardrobe sehr lange getriggert. Warum das so war, habe ich tatsächlich erst vor Kurzem entdeckt. Die Bezeichnung Capsule Wardrobe wurde 1970 erstmals von der Londoner Boutique-Besitzerin Susie Faux verwendet. Sie definierte dieses Prinzip der minimalistischen Garderobe. Faux limitierte die Capsule damals auf ca. 12 Artikel, die zwei bis drei Mal im Jahr ausgetauscht werden. Richtig populär wurde das Prinzip jedoch erst durch Donna Karans Seven-Easy-Pieces-Kollektion im Jahr 1985 - sie bestand aus nur sieben Kleidungsstücken.

In den sozialen Medien florieren heute Accounts rund um das Thema und bieten Inspiration, wie man eine Kapselgarderobe mit 10, 20 oder 30 Teilen entwirft. Und genau hier war mein Triggerpunkt: nur 10 Kleidungsstücke sind für mich undenkbar! Ich habe definitiv mehr als 10 Kleidungsstücke, liebe alle meine Teile und trage auch alle in einem ausgewogenen Verhältnis.

Also habe ich für mich in Frage gestellt, wie ich Minimalismus definiere und bemerkt, dass ich sehr mit Ablehnung reagiere, wenn mich etwas - in diesem Fall das Konzept - in meiner Freiheit beschränkt und ich mir selbst eine künstliche Verknappung schaffe. Ich fragte mich immer, warum ich mich auf nur 10, 20 oder 30 Kleidungsstücke beschränken sollte. Ich fand heraus, was Minimalismus im Kleiderschrank für mich bedeutet: Es ist für mich genau die Anzahl an Kleidungsstücken zu haben, die mich glücklich machen. Dabei mache ich keine Unterschiede zwischen einer teuren Designerhandtasche und einem günstigen Strandkleid - beides sind Teile, die ich gerne trage und die für mich gleich viel wert sind.

Das Konzept der Capsule Wardrobe entstand aus dem Minimalismus-Gedanken und ist sehr sinnvoll in Bezug auf den Konsum von Kleidung und einem wichtigen weiteren Punkt: dem Stressfaktor, den viele verspüren, wenn sie vor einem vollen Kleiderschrank stehen und nichts zum Anziehen haben. Die Umsetzung der Kapselgarderobe ist allerdings so individuell, wie jeder einzelne von uns und seitdem ich das Thema Capsule Wardorbe so betrachte, ist es mir sogar richtig ans Herz gewachsen.

Denn das sind ihre Vorteile: Mann oder Frau hat (weniger) ausgewählte Teile im Schrank, die dafür vielseitig kombiniert werden können. Durch den bewussten Konsum und bewussten Einsatz von Kleidungsstücken wird nicht nur Zeit sondern auch Geld und Nerven gespart. Die einzelnen Teile bekommen außerdem mehr Wertigkeit, denn es befinden sich schließlich nur noch Lieblingsteile im Schrank. Und schlussendlich werden Fehlkäufe minimiert und man spart sich damit auch eine Menge Frust und schlechtes Gewissen.

Wie kann man mit einer Capsule Wardrobe starten?

Im Gegensatz zu einigen TOP 10 Must Haves Empfehlungen, die zum Start einer Capsule Wardorbe kursieren und in der ganz konkrete Kleidungsstücke ans Herz gelegt werden, empfehle ich dir, dich zunächst einmal zu fragen:

  • Wie sieht dein Alltag in einer normalen Woche aus?
  • Wie sehen deine Tage im Urlaub aus?
  • Welche Funktion erfüllt deine Kleidung an den einzelnen Tagen?
  • Und vor allem: Wie willst du dich in deiner Kleidung fühlen?

Ein Farbschema in deiner Kleidung erleichtert dabei das Zusammenstellen der Outfits und vor allem auf Reisen die Entscheidung, was mitgenommen wird. Die Farben, die dir gut stehen und dich strahlen lassen, sind abhängig von deinem natürlichen Hautton, deiner Haarfarbe und Augenfarbe. Durch ausgewählte Farben für Oberteile, Unterteile und Akzentfarben lassen sich Outfits so gestalten, dass möglichst viele Teile miteinander kombinierbar sind.

Welche Teile in deine Capsule Wardrobe gehören, ob du überhaupt eine brauchst und wie viele Teile sie enthält, entscheidest alleine du. Es ist bereits möglich, aus 27 ausgewählten Kleidungsstücken bis zu 90 Looks zu gestalten. Das bedeutet 3 Monate lang jeden Tag ein unterschiedliches Outfit anzuziehen und alleine dieser Gedanke ist schon ganz schön herrlich, oder?


Liebe Julia, vielen lieben Dank für deinen tollen Gastbeitrag zum Thema Capsule Wardrobe. Für mich klingt das wirklich herrlich. Mit wenigen, ausgewählten Lieblingsteilen eine super schöne Garderobe für mich zu kreieren, über die ich früh nicht lange nachdenken muss. Gerade steht für mich (ziemlich spät in diesem Jahr, ich weiß) die Umstellung von Frühling-/Sommergarderobe auf Herbst-/Wintergarderobe an. Auch hier werden noch einmal einige nicht getragene Kleidungsstücke das Haus verlassen dürfen. Gut zu erkennen übrigens an den nach vorne schauenden Kleiderbügelhaken. Ich nehme euch da auf jeden Fall noch einmal bei Instagram mit.

Wie ist es bei euch? Seid Ihr Fans von der sogenannten Kapselgarderobe?

Viele Grüße,
Petra


Frau im Sessel

Einfach leben - wie geht das?

Frau im Sessel

Die Frage nach einem einfachen Leben beschäftigt mich schon sehr lange. Wie geht das? Einfach leben? Klingt so einfach, ist es das wirklich? Ich habe diese Frage vielen Menschen gestellt, die mir wichtig sind und deren Meinung mich interessiert. Ich habe so viele unterschiedliche Antworten erhalten, dass ich gar nicht alle hier veröffentlichen kann. Und meine Antwort auf die Frage möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. Doch lest selbst...

Darum soll es heute gehen:

  1. Was ist ein einfaches Leben? Wie wird es definiert?
  2. Wie funktioniert dieses einfache Leben?

1 Was ist ein einfaches Leben?

Wikipedia schreibt folgende Worte darüber:

"Einfaches Leben (von englisch simple living) oder freiwillige Einfachheit (von engl. voluntary simplicity; auch LOVOS von engl. lifestyle of voluntary simplicity) bezeichnet einen Lebensstil, für den das Prinzip der Einfachheit zentral ist. Ein solches Leben kann sich beispielsweise durch die freiwillige Reduzierung des Besitzes – bekannt als Minimalismus – oder den Versuch der Selbstversorgung auszeichnen..."

Es geht um Konsumverweigerung, durch die ein selbstbestimmteres und freieres Leben möglich ist. Wohlgemerkt selbst bestimmt, nicht durch äußere Umstände verursacht. Durch diese Einfachheit soll die Lebensqualität gesteigert werden und durch diese freiwillige Einfachheit außerdem auch der zunehmenden Reizüberflutung und Entfremdung des Menschen in der modernen Welt etwas entgegengesetzt werden. Die individuellen Beweggründe und deren Gewichtung sind aber nicht einheitlich und unterscheiden sich von Person zu Person teilweise stark...

Gerade die hier fettgedruckten Stellen sind mir wichtig. Diese freiwillige Einfachheit hat scheinbar viel mit Minimalismus zu tun, mit weniger Dingen, weniger Verpflichtungen, weniger Reizen. Ist ein Einfaches Leben also das Synonym zu Minimalismus? Oder die Folge daraus? Oder der Beginn von allem? Fragen über Fragen...

Fest steht jedenfalls, dass jede und jeder für sich es anders definiert. Aber das ist ja bei Vielem so. Frag einmal 5 Menschen nach Glück/Liebe/Reichtum/Sinn usw. Jede/r wird etwas anderes antworten, und das ist auch gut so. Vielleicht darf es auch jeder für sich selbst definieren. Und muss es sogar, um die Umstände immer wieder anzupassen. Das, was gestern noch gut und einfach war, ist es heute vielleicht nicht mehr. Weil wir uns verändern, weil das Leben und die Umstände passieren.

Was eine Radtour mit meinem einfachen Leben zu tun hat

Für mich ist ein einfaches Leben ein glückliches Leben. Eines, das sich frei und selbstbestimmt anfühlt. Das ich immer wieder auf den Prüfstand stelle, so ähnlich wie bei einer Fahrradtour. Das Ziel ist klar und der Weg dorthin darf immer wieder angepasst werden. Passt der gerade Weg noch, ist es da vorne die nächste Abzweigung oder die übernächste? Oder muss man gar umdrehen, kehrtmachen, stoppen oder ganz neu starten? Falls das für dich jetzt ganz schön kompliziert klingen sollte: das ist es manchmal auch. Aber meist läuft es einfach von selbst. Es ist wie eine entspannte Fahrt mit dem Rad bergab. Geradeaus kann man freihändig fahren und die Landschaft genießen, an den Kurven und Abbiegungen sollte man die Hände ans Lenkrad legen, nachjustieren, evlt. nochmal in die Pedale treten, weil es ein kleines Stück bergauf geht.

2 Wie funktioniert dieses einfache Leben?

Ich glaube, dass man nie aufhören darf bzw. erst einmal anfangen muss, sich Fragen zu stellen. Fragen danach, wie wir leben möchten. Was wir tun möchten, wie das Leben aussehen soll, das wir hier führen. Was es dafür braucht und was es nicht braucht. Übrigens: je unangenehmer die Fragen erscheinen, desto wichtiger sind die Antworten, die wir uns geben sollen.

Kleines Beispiel gefällig? "Will ich wirklich wöchentlich 50 Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber arbeiten, der mich und meine Arbeit nicht allzu sehr wertschätzt? Aber dafür erhalte ich doch gutes Geld, mit dem ich mir allerlei Luxusartikel und eine große Wohnung und tolle Urlaube leisten kann. Ja, aber dennoch habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass ich meine wertvolle Lebenszeit vergeude. Dass ich mehr machen könnte, mehr zu einer besseren Welt beitragen könnte. Aber dafür habe ich abends und am Wochenende einfach keine Zeit und Energie mehr, weil ich mich erholen muss..."

Ok, du siehst schon, worauf ich hinaus will. Sich Fragen zu stellen, die die wirklichen Antworten auf das Leben erfordern, tun oft weh. Sie erfordern, dass wir uns über unsere Bedürfnisse klar werden. Was wir wollen, was unser Ziel im Leben ist, wohin es gehen soll, wie wir die Zeit auf der Erde verbringen wollen. Denn keiner weiß, wie lange wir wirklich leben. Glaube mir, aus Erfahrung weiß ich nur zu gut, dass das Leben kürzer sein kann, als wir denken. Dass wir nicht unbegrenzt Zeit haben, in der wir etwas tun können. Dass wir nichts verschieben sollten auf später oder irgendwann...

Diese Fragen und die Antworten sind für mich DIE Basis überhaupt, wie das Leben aussehen kann, das wir leben wollen. Und das kann erst einmal ein vages Ziel oder ein Gefühl sein, wie wir z.B. in 5 Jahren leben wollen. Weil es bis dahin noch einiger Schritte bedarf. Quasi eine Route für eine Reise, die eben heute noch nicht angetreten werden kann. Weil die Kinder zu klein sind, die Eltern pflegebedürftig, die Altersteilzeit noch ein paar Jahre dauert usw. So einen Plan habe ich übrigens für mich gestellt, weil der Sohn zu "klein" ist und weil Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht. In der Natur hat alles seine Kreisläufe, seine Zeiten. Sich diesen anzupassen hat mir schon so manches Mal wirklich alles gerettet. Weil es eben nicht mit dem Fuß aufstampfen getan ist und ich "will aber jetzt" nicht mehr passt, wenn man älter als 5 Jahre ist.

Aus diesem Zielgefühl ergeben sich dann einige Schritte. Ähnlich einer Reiseplanung: Hier ein kleines Beispiel, an dem ich die verschiedenen Schritte verdeutlichen möchte:

Du möchtest im Jahr 2027 mit deinem selbstumgebauten Wohnmobil ein Jahr lang durch Europa touren und ein einfaches Leben leben, frei und selbstbestimmt. Daraus kannst du nun ableiten, welche Schritte nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen und um dieses Gefühl zu erleben.

Bei dem o.a. Beispiel wären das folgende Schritte:

  • Urlaub ansparen / Sabbatical beantragen
  • Geld für die Reisekasse sparen
  • Wohnmobil kaufen und umbauen (evtl. vorher erst einmal testen, ob diese Art des Reisens etwas für dich ist)
  • überlegen, was du mit deiner Wohnung / deinem Haus machst in der Zeit der Reise (unter-vermieten? verkaufen?)
  • deinen Besitz reduzieren, der auf jeden Fall nicht mit ins Wohnmobil muss
  • usw.

Und nun? Heißt es ins Tun kommen. Die Schritte zu gehen, sicher kommen auf dem Weg dorthin noch einige hinzu, die du jetzt noch gar nicht auf dem Schirm hast (z.B. was passiert mit deinen Katzen in der Zeit, hast du alle nötigen Impfungen, brauchst du einen anderen Führerschein, möchtest du eine neue Sprache lernen, willst du von unterwegs einen Blog starten, magst du dich vernetzen, am Ende von unterwegs aus arbeiten usw.). Und natürlich variieren die einzelnen Schritte auch und können noch viel kleinteiliger (und damit machbarer) gestaltet werden. Vielleicht planst du ja auszuwandern oder dich selbstständig zu machen, viel früher in Rente zu gehen, eine Stiftung zu gründen oder was auch immer.

Lass uns kurz noch einmal alles zusammenfassen, was nötig ist:

  1. Sich Fragen stellen und die Antworten darauf geben, wie du leben willst
  2. Eine für dich passende Reiseroute zum (ungefähren) Ziel überlegen
  3. Die nötigen Schritte definieren, um an dieses Ziel zu kommen
  4. Diese nötigen Schritte gehen

Beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass sich ein einfaches Leben erst einmal gar nicht so einfach anfühlen kann. Aber ich denke, dass es nicht einfach so passiert. Sondern dass man sich sehr wohl Gedanken darum machen muss, was am Ende dabei rauskommen soll. Überrascht werden wir ohnehin auf dem Weg. Aber die Richtung sollte meines Erachtens definiert sein von uns selbst. Weil es dieses selbstbestimmte Gefühl ist, von dem oben die Rede ist. Du selbst entscheidest, wie du es haben willst. Du selbst entscheidest, was gut für dich ist (ob es Menschen, der Job, die Gegenstände, deine Wohnräume sind) und was du nicht mehr brauchst. Wie viel genug ist, wie viel zu wenig ist, auf was du verzichten magst, ohne dass es sich wie Verzicht anfühlt. Sondern selbst gewählt und frei entschieden. Einfach ist für mich leicht und gut und machbar. Und führt zu einem glücklichen Leben, das gefüllt ist mit dem, was mir gut tut, mich voller Freude aus dem Bett hüpfen lässt, das mich lächeln lässt, von dem ich nicht genug bekomme, von dem ich keinen Urlaub brauche, weil es mich anstrengt oder belastet. Einfach heißt auch ohne Schwierigkeiten, mühelos, reibungslos, entspannt. Und ja, oft bedarf es bis zu diesem Zustand vorher eines Aufwandes. Ähnlich wie beim Fahrradfahren: erst kommt die Anstrengung den Berg hinauf, damit wir freihändig und mit Wind in den Haaren bergab sausen können.

Stimmen zu einem "einfachen Leben"

Ich habe einige Bloggerkolleg:innen befragt, wie sie ein einfaches Leben für sich definieren und bin so dankbar für ihre tollen Gedanken, die sie hier mit uns teilen. Lest selbst! Und staunt und lasst euch inspirieren. Und antwortet gerne in den Kommentaren, was für euch ein Einfaches Leben ist und wie es für dich funktioniert!

Mia vom Kochkarussell

Für mich bedeutet einfaches Leben, dass ich mich auf die Dinge besinne, die mir wirklich wichtig sind und die mir gut tun. Das bedeutet: Viel Quality Time mit meinen Liebsten, eine Arbeit, die mich wirklich erfüllt und mir Spaß macht und Fokus auf die guten Dinge. Denn auch, wenn nicht immer alles einfach ist, kann unser Leben einfach gut sein.

Einfach leben bedeutet für mich auch, mir die Dinge so einfach wie möglich zu machen. Das ist bei meinem Persönlichkeitstyp oft gar nicht so einfach, weil ich das Rad seeehr gerne neu erfinde. Aber im letzten Jahr habe ich gelernt, wie hilfreich und entspannend kleine Upgrades sind. Zum Beispiel gleich 2 oder 3 Packungen von etwas zu kaufen, damit ich nicht direkt wieder los muss. Oder endlich den geteilten Kalender mit meinem Mann einzurichten, damit die Terminplanung einfacher wird. Außerdem: Um Hilfe bitten. Auch gar nicht so einfach, aber so so so hilfreich im Alltag.

Daniela Otto von Digital Detox

Warum ist das Einfache manchmal so schwer? Wie einfach nur dasitzen. Einfach nur sein. Ohne Ablenkung. Ohne scrollen. Ohne klicken, liken, swipen. Ohne mailen, posten, twittern. Wir digitalen Wesen, wir virtuell gestresste und überforderte Seelen, haben das verlernt – leider. Für mich bedeutet „einfach leben“ nämlich genau das: präsent sein. Im Moment sein. Hier und jetzt ganz bei dem sein, was ich mache. Verweilen im Augenblick. Mich macht das glücklich.

Einfach leben“ hingegen ist heute, da Konsum omnipräsent ist und uns medial als Lebenssinn verkauft wird, ebenso schwer oder präziser gesagt: Es ist schwer, damit zufrieden zu sein. Auf Social Media sehen wir Champagner, kunstvoll drapierte Teller mit zum jeweiligen Lifestyle passenden Lebensmitteln, Designerkleidung, Villen, teure Autos. Es geht immer höher, schneller, weiter – und das einfache Käsebrot wirkt schnell unattraktiv im Vergleich zur knackigen Veggie-Bowl. Die kleine Stadtwohnung langweilig im Vergleich mit dem Penthouse auf Pinterest. Auf Social Media ist es wie mit Yachten: Eine 30-Meter-Yacht ist so lange schön bis eine 50-Meter-Yacht daneben parkt. Egal, was du postest, irgendjemand übertrumpft dich immer, hat mehr Follower, mehr Likes.

Und was lernt man daraus? Es gibt Wettbewerbe, in die man besser gar nicht erst einsteigt. Fürs Aussteigen aber ist es nie zu spät. Wer einfach mal glücklich und zufrieden sein will, der kann einfach abschalten und sich all dem toxischen Einfluss entziehen. Denn weniger online ist garantiert mehr Leben.

Tastatur und Blume

 

Tessa Randau

Führe ich ein einfaches Leben? Ich habe ein sehr schönes Zuhause, in dem man alles findet, was Mensch zum Leben braucht. Ausreichend Platz und technische Geräte, die mir viel Arbeit ersparen (Spülmaschine, Waschmaschine) etc. Ich habe einen großen Esstisch, an den alle passen, die ich gern habe, verschiedene Messer in der Küche, die wirklich gut schneiden und ein Wasserrudergerät, das mich fit hält. Ist das ein einfaches Leben? Verglichen mit einem Großteil der Weltbevölkerung sicherlich nicht.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich meine Wäsche nicht an einem kalten Fluss mit der Hand waschen muss und es macht mich glücklich, dass es so schön bei mir zuhause ist. Denn ich liebe ästhetische, schöne Dinge. Was ich nicht brauche, sind teure Statussymbole und Prestige-Objekte. Ich besitze kaum etwas, das offiziell von Wert ist. Stattdessen umgebe ich mich gerne mit Dingen, die mir persönlich etwas bedeuten. Kleine Erinnerungsstücke von Reisen, meist bunte Bilderrahmen, aus denen mir meine Kinder entgegenlachen, Gemaltes und Gebasteltes meiner Kinder, Geschenke von lieben Menschen. Für mich kleine Schätze mit wahrem Wert.

Trotzdem habe ich oft das Gefühl, zu viel zu haben. Und verspüre nicht selten eine große Sehnsucht nach weniger. Ich selbst besitze gar nicht so viel, aber meine lieben MitbewohnerInnen dafür umso mehr. An manchen Tagen bin ich richtig genervt von dem vielen zu viel und träume von einem kleineren Reich mit nur dem Allernötigsten darin. Denn alles, was wir besitzen, besitzt auch uns. So vieles um mich herum ruft immer wieder: Gieß mich, staub mich ab, putz mich, pfleg mich. Statt mich um diese Dinge zu kümmern, würde ich die Zeit lieber für mich selbst und für die Menschen, die ich mag, nutzen.

Meinen Alltag habe ich bereits vor ein paar Jahren entrümpelt und so für mich zurechtgeschneidert, dass er sich überwiegend gut anfühlt. Gemütlich und bequem, wie eine elastische Hose, mit der man sich hinsetzen kann, ohne dass sie am Bauch kneift. Also doch ein einfaches Leben? Ich glaube, darauf gibt es keine einfache Antwort.

Anna von Nordbewusst

Einfach leben bedeutet für mich, die kleinen Alltagsfreuden bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen. Dazu gehört z.B. das Glücksgefühl bei Sonnenschein oder die Dankbarkeit für die tägliche Tasse Kaffee am Morgen. Mir gelingt das am besten, wenn ich weniger Ablenkung in Form von materiellen Dingen in meiner Umgebung habe.

Verena Schürmann von minimalistic.verena

Einfach Leben bedeutet für mich zum einen die materielle Seite, dass man sich nicht mit unnützen Dingen belastet, die die Schränke und den Kopf verstopfen. Meistens sind die einfachen Dinge unkomplizierter, funktionieren besser und schneller.

Abgesehen von dem ganzen Kram der uns in den eigenen vier Wänden regelrecht erdrückt, machen wir es uns heute selber schwer, mit vermeintlichen Dingen, die das Leben vereinfachen sollen.

Ein schöner Spruch der mir dazu einfällt, gibt es gut wieder: „Warum 5 Minuten telefonieren, wenn man das auch in 8 Stunden WhatsApp klären kann?“

Unser Leben ist kompliziert geworden und die neueste Technik soll unser Leben vereinfachen. Wie wäre es, wenn wir mal einfach einen Gang zurückzuschalten? Weniger Dinge, weniger Verpflichtungen, weniger Ablenkungen und dadurch weniger Stress. Mehr Selbermachen, langsamer und bewusster durch den Tag gehen. Ein einfaches Leben befreit nicht nur dein Zuhause von unnützem Ballast, sondern macht auch deinen Kopf frei. Denn weniger Stress bedeutet mehr Zeit und Zufriedenheit!

live simply

Nadine Schubert von Besser leben ohne Plastik

Ich kann wirklich nicht behaupten, dass meine Familie und ich ein recht einfaches Leben führen. Wir haben alles, was wir wollen und sind privilegiert. Wir können es uns zumindest aussuchen, mit wie viel oder wie wenig wir leben möchten. Und es stimmt, in einigen Bereichen bevorzuge ich es einfach. Weniger Dinge zu besitzen, nicht zu viel Schnickschnack bei technischen Geräten, Hausmittel statt angepriesener Putzmittel. Ein bisschen so wie früher, als es noch nicht so viele Produkte und weniger Reizüberflutung gab. Und dennoch leben wir natürlich mit sämtlichen Annehmlichkeiten der heutigen Zeit. Es geht ja kaum anders.

Einfach leben beinhaltet für mich aber auch, dass man das Leben genießen sollte. Ähnlich wie bei der Aufforderung „Einfach machen!“. Wir lassen uns oft von unseren Bedenken und Ängsten ausbremsen. Ich versuche, freier und weniger blockiert zu sein. Ich traue mir mehr zu, mir ist egal, was andere denken und ich fahre ans Meer, wenn mir danach ist. Das klingt nicht nach einem einfachen Leben. Aber in dem Moment lebe ich einfach.

Johanna Stüttgen von Johanna-Stuettgen.de

Ein einfaches Leben ist für mich, die Schönheit in Weniger zu finden und Qualität über Quantität zu stellen. Die Dinge wertzuschätzen, die mich glücklich und zufrieden machen, anstatt mich von der Konsumkultur, Statussymbolen oder gesellschaftlichen Erwartungen vereinnahmen zu lassen.
Einfachheit bedeutet für mich, mich auf das zu besinnen, was ich in meinem Leben für Wesentlich halte. Es geht mir nicht um Entbehrungen, sondern darum, ein inneres und äußeres Gleichgewicht mit mir und meiner Umwelt zu finden. Es ist auch Selbstfürsorge und die Rückverbindung mit der Natur und dem Leben an sich. Einfaches Leben fördert für mich ein tieferes Bewusstsein für die spirituelle Dimension meines Seins.

Einfach Leben, ist zu genießen und dankbar dafür zu sein, was viele als selbstverständlich ansehen. Ein Zuhause, Menschen die wir lieben, die Natur, warme Mahlzeiten, ein kuscheliges Bett.
Wenn wir unser Leben vereinfachen, wird sich das positiv auf unsere Umwelt und Gesellschaft auswirken. Auch hier geht es nicht um strikten Verzicht, sondern mit den sozialen und ökologischen Veränderungen, die man in seinem Leben vornimmt, zufrieden und im Einklang mit allem zu sein. Einfachheit zu leben, bedeutet für mich auch, dass ich mir Zeit nehme, um mich selbst wirklich kennenzulernen: Was sind meine wahren Bedürfnisse? Worauf kann bzw. will ich verzichten und worauf eben nicht.

Sventja Franzen von Richbitchproject

Einfach leben bedeutet für mich, möglichst frei von Sorgen und dadurch ganz im Hier und Jetzt sein zu können. Dazu gehört, sich wenig mit dem Ballast und der Pflege von Dingen sowie mit Geldproblemen herumschlagen zu müssen.

Was „einfach leben“ meiner Erfahrung nach direkt entgegenwirkt, ist die Fear of Missing Out (FOMO). Immer das Gefühl zu haben, sich selbst verbessern und überall dabei sein zu müssen oder auch alle (vermeintlichen) gesellschaftlichen Erwartungen erfüllen zu wollen – das erstickt jede Leichtigkeit im Keim.

Johanna Katzera von einfachachtsam.de

Einfach leben bedeutet für mich, mich mit wenig Reizen zu umgeben: Materiell und digital, aber auch terminlich und gedanklich. Dabei helfen mir die folgenden Fragen: Was brauche ich wirklich? Was ist wirklich wichtig? Was tut mir gut?

Es geht darum, den Fokus immer wieder neu auf das für mich persönlich Wesentliche auszurichten und auch zu erkennen, was mich davon ablenkt. Es sind meistens die kleinen Dinge, die uns glücklich machen. Dafür brauchen wir gar nicht so viel. Wir sollten also einfach leben.

Chrissie L. von tellyventure 

Jede*r von uns hat eine Liste von Dingen, die wir schon so lange ausprobieren oder uns endlich mal trauen wollen. Dinge, die wir an anderen bewundern oder die wir immer wieder mit einem „irgendwann vielleicht…“ abtun.
So etwas wie: Alleine reisen. Schlussstriche ziehen. DIY Projekte. Sich bei jemandem entschuldigen. Gewohnheiten ändern. Die Kündigung einreichen. Karussell fahren in 66 Metern Höhe. Date Nights mit sich selbst organisieren. Bauchfrei tragen. Haare rosa färben. Einen Bauernhof kaufen und umgestalten. Sich für 'ne Pole Dance Probestunde anmelden. Jemanden auf der Straße ansprechen. Im Bergsee baden. Seine Meinung ändern. Um Hilfe bitten. Bei 'nem Poetry Slam auftreten. Sich neu verlieben. Loslassen. Einen Neuanfang wagen.

Nichts ist zu groß, um ausprobiert zu werden. Und nichts ist zu klein, um von Bedeutung zu sein.

Und genau deshalb frag ich mich in letzter Zeit immer öfter: Wenn eh schon alles um uns herum chaotisch und ungewiss ist, warum dann nicht mitten reinstürzen und unsere anfänglichen Pläne in geile Erinnerungen verwandeln, die unsere Herzen zum Hüpfen bringen? Jede*r von uns definiert „einfach leben“ anders, deshalb ist alles erlaubt und alle Ideen sind willkommen. Wie schön wäre es, wenn wir uns öfter wieder lebendiger fühlen und schöne, mutige, aufregende, ungewöhnliche Dinge tun würden!

Eugen Bespflug von einfachtäglich.de

Für mich ist ein einfaches Leben gar nicht so leicht. Es ist eine lange Lebensreise. Jeder Mensch sollte nach einem einfachen und erfüllten Leben streben. Denn nichts ist für immer und alles auf dieser Welt ist nur geliehen für eine ungewisse Lebenszeit. Deshalb beschwere dein Leben nicht unnötig. Lebe leicht. Lebe einfach. Ein einfaches Leben hat man nicht einfach. Jeder Mensch erschafft bewusst oder unbewusst ein hartes oder eben ein einfaches Leben. Eine gute Gesundheit. Gute Beziehungen mit viel Liebe und Freundschaften gehören zu einem einfachen und guten Leben. Ein einfaches Leben will mit viel Liebe und Freude einfachtäglich erschaffen werden.

Mia von Minimalistin Mia

"Einfach leben" geht für mich mit zwei Bedeutungen einher. So impliziert es für mich, dass ich mich auf Einfachheit besinne, auf das was mir im Leben wirklich wichtig ist - sowohl materiell als auch immateriell. Es bedeutet für mich aber auch, dass ich einfach drauflos Leben möchte. Am Ende des Lebens bereuen wir doch vor allem die Dinge, die wir nicht getan haben. Also möchte ich dieses eine Leben so bewusst und intensiv leben wie nur möglich.


Du siehst schon, ich könnte den ganzen Tag weiterschreiben, wie ein einfaches Leben für mich aussieht. Wie ich es leben möchte, was alles nicht mehr dazu gehört (z.B. zu viele Dinge, zu viele Verpflichtungen, oberflächliche Gespräche, Gejammer, Menschen, die über andere Menschen schimpfen, Egoisten, die keinen Zentimeter weiter als über sich selbst denken und somit die Welt ein Stückchen anstrengender für alle machen, Nicht-mit-Denker und so Vieles mehr).

Aber hej: Focus on the Good! Ich konzentriere mich lieber auf all das, was ich zu meinem glücklichen Leben selbst beitragen möchte. Weil ich denke, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, jeden Tag ein Stückchen mehr dazu beizutragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dass jeder, wenn er seine Fähigkeiten und Talente lebt, wichtig dafür ist, dass wir ein gut und glücklich funktionierendes System sein können. Und auf all die Menschen, die mein Leben heller leuchten lassen, für dich ich lebe und liebe. Die ich gerne um mich habe, die ich leuchten lasse und inspirieren möchte, über sich selbst hinauszuwachsen. Damit wir uns gegenseitig beflügeln und einfach leben können.

Also: Was denkt du? Was ist der Schlüssel zu DEINEM einfachen Leben?
Viele Grüße von Herzen,
deine Petra

Frau mit Piercing

Heute im Interview: Sventja Franzen von Rich Bitch Project

Frau mit Piercing

Sventja Franzen kenne ich noch nicht allzu lange - "zufällig" habe ich sie über den Minimalismus-Blogroll gefunden und war sofort angetan von ihrer Art zu schreiben. Sie ist Frugalismus-Bloggerin und berichtet über ihren Weg zur finanziellen Freiheit - das interessiert mich. Die Geschichte dahinter ebenfalls. Sie schreibt selbst über sich, dass sie eben keinen BWL-Background hat, nicht Erbin eines Imperiums ist und eine ganz "normale" Frau ist, die arbeitet, sehr gerne reist und nebenbei viel Geld spart und investiert. Ich mag genau diese ehrlichen Berichte, in denen man sich wiederfindet, womit man sich identifizieren kann, aus denen man selbst etwas lernen kann. Und Sventja ist eine spannende Frau, die sich hohe Ziele steckt und auch erreicht - darüber schreibt sie sehr offen und interessant. Ich habe gleich in den ersten Tagen, als ich sie entdeckt habe, alle ihre Blogartikel verschlungen, schaut auf jeden Fall mal auf ihrem Blog vorbei.

Als ich sie um ein Interview gebeten habe, hat sie spontan zugesagt, was mich sehr gefreut hat! Und nun zum Interview!

Wer bist du?

Mein Name ist Sventja, ich lebe im Norden von München und habe mich vor ein paar Jahren auf den Weg in die finanzielle Freiheit gemacht.

Frau am Meer

Stelle bitte kurz deine "Mission" / dein Herzensprojekt vor und wie es dazu kam!

Seit 2018 kann man mich auf meinem Blog richbitchproject.com dabei begleiten, wie ich mir ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ selbst schaffe, wie sich meine Investments und Einkommensströme entwickeln und wie ich versuche, ein erfülltes frugales Leben zu führen. Mein Herzensprojekt begann, als ich nach der Lektüre einiger Blogs und Bücher verstand: Ob ich in die Altersarmut schlittere oder ob ich stattdessen sogar finanziell unabhängig werde, das habe ich selbst in der Hand! Und so arbeitete ich mich immer tiefer in die FIRE-Bewegung ein. Irgendwann, als ich gerade wieder in eine größere Position Dividendenaktien investiert hatte, fragte mein Freund mich: „Dann willst Du jetzt also eine Rich Bitch werden?“ Meine Antwort lautete: „Ja.“ Und so wurde das Rich Bitch Project geboren.

Wann wusstest du, dass du JETZT losgehen willst, um sie (die Mission) zu verwirklichen?

Das wusste ich in dem Moment, als ich in Sri Lanka unter Palmen lag und davon las, dass man sich auch als „normaler Mensch“ ein Vermögen, eine Alterssicherung und sogar finanzielle Unabhängigkeit erschaffen kann – kurz: ein selbstbestimmteres Leben. Da in meinem Umfeld fast niemand wusste, was es mit dem Investieren und frugalem Lifestyle auf sich hat, wollte ich so viele Menschen wie möglich von meinen Fehlern und Erfahrungen profitieren lassen. Also startete ich meinen Blog und wurde zu einer der wenigen weiblichen Finanzblogger in Deutschland, die transparent ihre Investments und ihren Vermögensaufbau teilen.

Was war der ausschlaggebende Faktor?

Ausschlaggebend war für mich die Erkenntnis, dass unheimlich viele Menschen sehenden Auges in die Altersarmut laufen und gleichzeitig keine Geldprobleme zu haben nicht nur den „oberen 10 Prozent“ vorbehalten ist.

Frau die hüpft

Gab es anfangs Hindernisse? Wenn ja, wie hast du diese überwunden?

Ja, die gab es durchaus. Offen über Geld und das eigene Vermögen zu sprechen ist erstmal nicht ganz einfach in einer Neidkultur wie Deutschland. Viele Menschen fühlen sich direkt angegriffen, wenn sie sehen, dass jemand andere Geldentscheidungen trifft als sie selbst und damit auch noch gut fährt. Beispielsweise habe ich mal ein halbes Jahr lang keine Dinge gekauft – klar auch aus finanziellen Gründen, aber vor allem, weil ich meinen eigenen Konsum hinterfragen wollte. Bei solchen Aktionen ist Gegenwind einfach vorprogrammiert. Am Ende musste ich für mich entscheiden, mit wem die Diskussion produktiv war und mit wem toxisch. Und meine Konsequenzen daraus ziehen.

Wie empfindest du Hindernisse/"Probleme" generell, hast du Strategien/Muster?

Wenn jemand zu mir sagt: „Das geht nicht!“, dann bin ich viel zu neugierig, als dass ich es dabei belassen könnte. Meiner Überzeugung nach kann man in unserer Luxusgesellschaft die meisten Probleme entweder mit Kreativität, Fleiß, Mut und/oder Komfortverzicht lösen. Nur gefällt uns manchmal eben die naheliegende Antwort nicht :) In den letzten 2 Jahren habe ich deshalb aktiv daran gearbeitet, Dinge weniger zu zerdenken, mutiger zu sein und früher ins Machen zu kommen.

Was unterscheidet dich von anderen Bloggerinnen / Autorinnen zum Thema Investieren/Sparen/Frugalismus?

Vermutlich gar nicht so viel. Was ich häufiger höre: dass meine Inhalte völlig bodenständig sind. Da ist nichts auf Hochglanz poliert oder gestellt. Es berichtet einfach ein normaler Mensch, wie er frugal lebt und sich ein Vermögen aufbaut. Und das mit einfachsten Mechanismen, die jeder problemlos für sich adaptieren kann.

Welche 3 Tipps kannst du Menschen geben, die mit dem Investieren beginnen wollen?

1. Informiere Dich so, dass Du wirklich verstehst, in was Du investierst und mit welchen Risiken das verbunden ist – und verabschiede Dich vom Gedanken, über Nacht reich werden zu wollen.

2. Fang mit risikoärmeren, leicht verständlichen Investments an und probiere aus, wie es Dir damit geht. Alles gut? Dann kannst Du Dir Investments mit höheren Renditen ansehen.

3. Mach Dir keinen Stress. Gerade am Anfang bringt es viel mehr, an der Erhöhung des Einkommens und damit der Investmentsumme zu arbeiten, statt mit hohem Aufwand ein paar Cent mehr Rendite erwirtschaften zu wollen.

Welche Pläne für die Zukunft hast du?

Meine „Pläne“ sind eigentlich alles Dinge, die nichts mit Investments zu tun haben. Reichtum hat viele Seiten: eine finanzielle natürlich, aber ein reiches Leben will in erster Linie  erfüllend und wertvoll sein. Inzwischen mache ich mir viel mehr Gedanken darum, wie ich ein reich(haltig)es Leben führen kann und was das für mich bedeutet. Wenn man einmal das Prinzip hinter dem Investieren verstanden hat, laufen die meisten Mechanismen automatisch und man hat viel mehr Zeit für den ganzen wundervollen Rest.

Frau, die läuftWo findet man dich? (Website, Instagram, Facebook usw.) Und wo im wirklichen Leben?

Auf meinem Blog: www.richbitchproject.com und auf Instagram: www.instagram.com/richbitchproject/

Gibt es bei all den Büchern, die du gelesen hast, das EINE Buch, das dein Leben verändert hat?

„Die 4-Stunden-Woche“ von Tim Ferris hat vielleicht nicht mein Leben verändert, aber einen wichtigen Impuls gegeben, durch den ICH wiederum mein Leben verändert habe.

Gibt es DIE eine Routine, die du täglich anwendest?

Nein.

Hast du ein Lebensmotto?

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Bist du glücklich? Wenn ja (was ich hoffe): was tust du dafür?

Immer öfter. Ich liebe es, fantastische Erlebnisse zu schaffen (Reisen, Bergtouren, durch die Natur streifen) und schöpfe Kraft selbst aus kleinen Details oder kurzen Augenblicken. Ein wichtiger Faktor ist für mich dabei Dankbarkeit – sich klar zu machen, dass es nicht selbstverständlich ist, gesund zu sein und ein recht sorgloses Leben mit  vielen wundervollen Momenten führen zu dürfen.

Frau mit ausgestreckten Armen

Und zum Schluss: was möchtest du noch sagen?

Think positive und trau Dich! :)


Vielen Dank liebe Sventja für deine Antworten, klingt sehr spannend und authentisch. Das macht Mut, das Finanzthema selbst anzugehen - der Frugalismus ist für mich ebenfalls ein sehr spannender Bereich - der super zum Minimalismus passt.


Was sagt Ihr? Das Interview macht doch echt Lust, tiefer in die Themen Finanzen, Investieren und Sparen einzusteigen, oder? Schaut gerne auch einmal bei den anderen Interviewgästen vorbei, die ebenfalls sehr inspirierend sind.

Viele Grüße,
Petra ❤


Kuchen mit Erdbeere

Sahnestück#3

Kuchen mit Erdbeere

Heute gibt es eine neue Folge von kalorienarmen Sahnestücken, also meinen ganz persönlichen Tipps und Empfehlungen für euch! Aus den verschiedensten Kategorien habe ich etwas mitgebracht, mal sehen, wie euch das "schmeckt". Macht es euch gemütlich und stöbert genüsslich durch die Beiträge und Tipps, lasst euch inspirieren…

Lasst uns also gleich loslegen!

BLOGEMPFEHLUNG

  • ur best self: Auf diese Seite bin ich über Instagram gestoßen - die Website und der Newsletter sind aber noch viel, viel interessanter - finde ich. Schaut euch einfach mal in Ruhe dort um, sehr inspirierende Blogartikel zu den verschiedensten Persönlichkeitsbildungs-Kategorien. Tolle Listen zu Podcasts, Filmen, Büchern...

BLOGARTIKEL

  • Johanna Katzera von einfachachtsam.de kenne ich schon eine ganze Weile, ich durfte sie außerdem schon einmal interviewen und dabei etwas näher kennenlernen. Eine sehr inspirierende, in sich ruhende und wirklich achtsame Frau, die schon einige Bücher geschrieben hat. In diesem Blogartikel von ihr findest du eine schöne Geschichte über Holzfäller und Johannas persönliche Kraftquellen. Schau mal dort vorbei - und zwar ganz in Ruhe und lass dich begeistern.
  • Madame Moneypenny (also Natascha Wegelin)kennt Ihr als meine Blogleserinnen selbstverständlich schon sehr lange. Dieser Blogartikel hat mich vor Kurzem sehr inspiriert, so dass ich ihn mit euch teilen mag: Wie du deine Ziele wirklich erreichst

REZEPTE

BUCHEMPFEHLUNGEN

SCHÖNES

  • https://www.instagram.com/_foodstories_/ Schaut euch bitte diese wundervollen Fotos an, mehr brauche ich wohl gar nicht darüber zu schreiben! Tolle Bilder, bei denen man sich am liebsten mit an den gedeckten Tisch setzen möchte,  oder?

Was mich gerade beschäftigt...

  • Immer noch und noch viel mehr: mein neues Nachbarschaftshilfe-Projekt SAHNE, davon berichte ich bei Gelegenheit WIRKLICH einmal ausführlicher - weil es mein Herz erfreut! Und bald kann ich von einigen verwirklichten Dingen davon berichten, die jetzt gerade in der Planung und Umsetzung sind.

 


So, ich hoffe nun sehr, dass euch meine Sahnestücke gefallen und Ihr ein paar gute Tipps für euch mitnehmen konntet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr in den Kommentaren schreibt, was euch gut gefallen hat. Und natürlich auch, was ich unbedingt wissen und kennen sollte, damit ich es evtl. in einem der nächsten Sahnestücke aufnehmen kann, damit alle etwas darüber erfahren.

 

Viele sahnige/sonnige Grüße,
Petra

 


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